MM8 - Kurs 3
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Cartes-fiches
Welche 10 Risikobereiche gibt es beim LSI-R ?
- Strafrechtliche Vorgeschichte
- Ausbildung
- Finanzielle Situation
- Familie & Partnerschaft
- Wohnsituation
- Freizeitbereich
- Freundschaften/Bekanntschaften
- Alkohol&Drogen
- Emotionale/psychische probleme
- Orientierung
Welches gilt als das vorhersagestärkste Prognoseinstrument?
LSI-R
Welche 3 Items erhebt das RM-V?
Alter des Täters
Anzahl gewalttätiger Vordelikte
Einbruchdiebstahl in der Vorgeschichte (dichotom)
Wieviele Risikostufen gibt es beim RM-V?
Wofür steht HRC in HRC-20-Schema?
10 statische Items (Historical „H“)
5 dynamische Items (Clinical „C“) der Gegenwart und
5 Items des sozialen Empfangsraums (Risk „R“)
Wann wird das VRAG-R eingesetzt?
Bei Kriminalprognosen f+r Sexualstraftäter und Gewalttäter
Wie ist das VRAG-R aufgebaut?
• 12 Fragen (incl. Zusammenleben mit Eltern, Schulische Verhaltensprobleme, kriminelle Vergangenheit, Alter Indexdelikt,
Sexualdelikte, PCR-Antisozialität)
• 9 Risiko-Kategorien → kann auf absolute und relative Risikomaße geschlossen werden:
• absoluten Risikomaße erfolgt über die empirisch ermittelte Rückfallraten aufgrund eines neuerlichen Gewaltdelikts
nach fünf bzw. zwölf Jahren;
• relatives Risiko wird über die Prozentrangverteilung erfasst
Welches ist das wichtigste Effektstärkemaß bei der Berechnung diagnostischer oder prognostischer Leistungsdaten?
AUC-Werte
Welche Standardinstrumente zur Einschätzung allgemeiner Rückfallrisiken gibt es?
OGRS 3 „Offender Group Reoffending Scale"
LSI-R „Level of Service Intentory – Revised”
Welche Standardinstrumente zur Einschätzung gewalttätiger Rückfallrisiken gibt es?
Risiko Matrix Violence (RM-V)
HCR-20 Schema
VRAG-R (Violence Risk Appraisal Guide-Revised)
Welche Standardinstrumente zur Einschätzung der Rückfallrisiken bei Sexualdelinquenz gibt es?
Risk Matrix Sexual
Static-99
SVR-20
SSPI (Screening Scale for Pedophilic Interests)
Durch welche Merkmale wird das Persönlichkeitskonstrukt der Psychopathie definiert?
spezifische affektive Merkmale. (Unfähigkeit zum Empfinden tiefer Gefühle o. echter Schuld-/Reuegefühle
interpersonelle Verhaltensbesonderheiten (ein charmanter, aber selbstbezogener, betrügerisch-manipulativer
Interaktionsstil)
behaviorale Kriterien (spontan-impulsives Verhalten, oberflächlich-promiskes Sexualverhalten)
antisoziale Einstellungen
Was ist die Psychopathy-Checklist (PCL:R) - 3rd Generation?
= kein Prognoseinstrument, sondern ein Verfahren für eine Diagnose: Psychopathy
Das Konstrukt hat sich in besonderer Weise als Hochrisikofaktor für persistierende Delinquenz und Gewaltneigung
erwiesen
Was bleibt bei der Nutzung von Prognoseinstrumenten unberücksichtigt?
Weitgehend vernachlässigt: die Frage, ob bei einem Strafgefangenen ggf. gezielt Maßnahmen, wie z. B. eine
sozialtherapeutische Behandlung, stattgefunden haben, um die Rückfallrisiken zu senken. → zwar indirekt Effekte durch
die Erfassung etwaiger Veränderungen in dynamischen Risikobereichen berücksichtigt. Der vergleichsweise breite Fundus
empirischer Evaluationsforschung zur Straftäterbehandlung bleibt hingegen weitgehend außen vor.
Was ist Aggravation?
bezeichnet die deutliche Verschlechterung eines Zustandes über die Zeit;
Symptom kann durchaus existieren, aber entweder bewusst hochgespielt oder vom Patienten als gravierender empfunden
als es tatsächlich ist
Was ist Timidity im Kontext von elbstberichtsfragebögen?
Maximierung schwach bejahender Antworten bei Minimierung stark verneinender Antworten
Welche Zuammenhänge zeigen sich für Timidity?
korreliert pos. mit Neurotizismus,
negativ mit Extraversion und Offenheit
Macht es Sinn, mehrere Prognoseinstrumente zu kombinieren?
Fast alle Instrumente korrelieren sehr hoch miteinander, daher ist bei der Anwendung von mehreren
Instrumenten kein Zugewinn zu erwarten.
Wie unterscheiden sich komplexe 3rd Generation Instrumente und simple statistische Verfahren?
Unterscheiden sich kaum in prognostischer Güte
Aber: komplexe Instrumente erfassen auch dynamische Risikobereiche und Veränderbarkeit der Risikopotenziale
und spezifisches individuelles Risikoprofil
Höhere inkrementelle Validität bei komplexeren Verfahren (in Teilbereichen unterschiedliche Facetten)
Aus welchen Ebenen besteht das Modell der integrativen Urteilsbildung?
1. Statistisches Ausgangsrisiko
2. Ausmaß komplexer Risikofaktoren
3. Zugehörigkeit zu einer Hochriskogruppe
4. Zugehörigkeit zu einer Niedrigrisikogruppe
5. Behandlungseffekte
Was sollte man bei der Interpretation und Darstellung aktuarischer Befunde beachten?
Der ehemals sehr gefährliche Täter hat mit aktuarischen Instrumenten – auch den der 3rd generation – kaum ein
Chance. Die Instrumente zielen größtenteils auf historische – und nicht mehr veränderbare – Faktoren.
--> Der scheinbar harmlose Gewalttäter mit niedrigen Risikofakren – der dennoch die Tat begannen hat – würde eine
sehr geringes Rückfallrisiko erhalten. Es besteht aber weiterhin das Risiko, dass wie bei der ersten Tat individuelle
oder situationale Besonderheiten für eine Tat eine Rolle spielen, also auch hier Einschränkung der
Repräsentativität
Was ist das Ziel des idiographischen Vorgehens bei Kriminalprognosen?
individuelle Besonderheiten erkennen, ihre spezifischen Zusammenhänge mit dem strafrechtsrelevanten Verhalten dieses Probanden herausarbeiten und durch Fortschreibung dieser Zusammenhänge zu einer Einschätzung der Wahrscheinlichkeit zukünftiger Rechtsbrüche gelangen.
Welche Faktoren werden bei der Begründung einer individuellen Kriminaltheorie berücksichtigt?
Major Risk Faktoren (Familie, Bindung, Persönlichkeitsstruktur etc.)
Strafrechtliche Vorgeschichte
Tathergangsanalyse
Wie sollte man die Güte bei individuellen Kriminaltheorien prüfen?
Gütekontrolle 1: Kontrolle der Vollständigkeit des Erklärungsmodells
Gütekontrolle 2: Kontrolle der Qualität des Erklärungsmodells
Welche Schritte durchläuft man bei der idiographischen Einschätzung des Rückfallrisikos?
Schritt 1: Die Begründung einer individuellen Kriminaltheorie
Schritt 2: die Begründung einer individuellen Entwicklungstheorie
Schritt 3. Kriminalpsychologische IST-Stand Diagnose
Schritt 4: Die Projektion in die Zukunft
Was ist eine individuelle Entwicklungstheorie?
Untersuchung und Erklärung des Änderungspotenzials des Probanden; belastbare Hinweise in Form konkreter
Verhaltensweisen und Reaktionsmuster aus der Zeit seit der Tat (meist also aus der Zeit des Straf- oder
Maßregelvollzugs), aus denen eine substanzielle Veränderung der ursprünglichen Risikodispositionen – oder deren
Persistenz – erkennbar wird oder die eine Entwicklung potenziell kompensatorischer Kompetenzen implizieren
Was st das Ziel der Kriminalpsychologischen IST-Stand Diagnose?
die längsschnittliche Veränderungsdiagnostik der kriminogenen Risiko- und Schutzfaktoren durch eine
aktuelle querschnittliche Diagnose zu ergänzen, um im Licht der „individuellen Entwicklungstheorie“ den Stand des
bislang Erreichten zu erkunden und verbleibende (Rest-)Risikopotenziale auszuloten. Es handelt sich dabei um eine
klassische psychodiagnostische Querschnittsdiagnostik
Welche Überlegunen sollte ein Gutachter bei der Projektion in die Zukunft bei einer idiographischen Kriminalprognose aufstellen?
im Einzelnen prüfen, ob und welche Restriktionen
angezeigt sind, ob und welche Kontrollen erforderlich sind und ob konkreter Hilfebedarf zur Unterstützung des
Probanden besteht
Was ist eine "positive" Prognoseentscheidung?
Es wird mit einem Rückfall gerechnet
Wie ist der Fachbegriff für folgenden Umstand:
im Einzelnen prüfen, ob und welche Restriktionen angezeigt sind, ob und welche Kontrollen erforderlich sind und ob konkreter Hilfebedarf zur Unterstützung des Probanden besteht
Postmurales Risikomanagement
Aus welchen SChritten ist das Prozessmodell der Urteilsbildung idiografischer Rückfall- und Gefährlichkeitsprognosen (Dahle) aufgebaut?
1. Rekonstruktion der Biographie und strafrechtlichen Vorgeschichte, Tathergangsanalysen
2. Analyse der relevanten Verhaltensmuster seit der letzten Tat
3. Aktuelle Querschnittsdiagnostik personaler Risiko- und Schutzfaktoren
4. ANalyse des Entlassungsumfeldes und der Perspektiven zukünftiger Lebensgestaltung
Wie werden idiographische Prognosen noch bezeichnet?
Klinische Prognosen
Empirische Evidenz sind gesicherten Erfahrungen, die man
bislang mit der Rückfälligkeit von Tätern und mit Tat- oder Tätermerkmalen, die die Rückfallwahrscheinlichkeit
systematisch beeinflussen, gesammelt hat
Was wird hier beschrieben? Wähle aus:
nomothetisches Wissenschaftsmodell
ideographisches Wissenschaftsmodell
klinische Prognose
Statistische Prognose
Statistische Prognose
nomothetisches Wissenschaftsmodell
Was ist die Basisrate im Kontext der Kriminalprognose?
Anteil der Merkmalsträger innerhalb einer Population z.B. Personen unter den Straffälligen, die
rückfällig werden, in dem bestimmten Zeitraum und Kontext
Was ist die Selektionsrate im Kontext der Kriminalprognose?
Anteil aus der interessierenden Population, die als positiv eingeschätzt wer-den (z.B.: Rückfall
wird erwartet: Straftäter:innen, bleiben im Vollzug). (RP/FP)/n
Was ist die Trefferrate im Kontext der Kriminalprognose?
Anteil insgesamt, mit der Prognosemethode korrekt eingeschätzte Fälle (Rp+RN)/n
Was ist die Sensitivität im Kontext der Kriminalprognose?
Anzahl der korrekt identifizierten Rückfälligen, anhand den tatsächlich Rückfälligen ((RP/(RP-FP))
Was ist die Spezifität im kontext der Kriminalprognose?
nteil der korrekt als nicht rückfällig eingeschätzten fälle, an den tatsächlich nicht rückfälligen
(RN/(RN+FP))
Was ist der positive Prädiktionswert im Kontext der Kriminalprognose?
Anteil der richtig tatsächlich rückfälligen, an allen positiv rückfällig eingeschätzten Fällen. Dieser Wert soll möglichst hoch sein. Antwort auf die Frage, wie wahrscheinlich es ist, rückfällig zu werden.
Was ist der Positive Likelihood Quotient im Kontext von Kriminalprognosen?
Bedingte Rückfallwahrscheinlichkeit in Bezug zur Basisrate oder
relatives Maß für Rückfallneigung in Relation zum allgemeinen Rückfallrisiko.