Versicherungswirtschaft

Wirtschaft Versicherungsfachausweis

Wirtschaft Versicherungsfachausweis


C. L.
Diese Lernkarten vermitteln Grundlagen der Versicherungswirtschaft, von Risikomanagement über Produktentwicklung bis zu Kundenrollen und Wertschöpfung. Sie beleuchten Gefahren, Sicherungsmaßnahmen und regulatorische Rahmenbedingungen wie den Swiss Solvency Test. Ideal für Studierende und Fachkräfte, die Versicherungsprozesse, Stakeholder-Erwartungen und EU-Richtlinien verstehen möchten.
Karten
124
Lernende
27
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
02.06.2021 / 17.08.2026

Lernkarten

Definition "Wertvernichtung"

Negative Differenz zwischen In- und Output

Welches sind die bedeutensten Entwicklungsschritte?

  • Traditionell bis 1990
  • Deregulierung Mitte 1990
  • Börenkrise 2001
  • Erholung Mitte 2000

Definition "Segmentierung"

Marktsegmentierung ist die Gliederung einer Marktes in möglichs homogene Teilmärkte (Segmente), d.h. in Abnehmergruppen, die vergleichbare Bedürfnisse oder ähnliche Gewohnheiten sowie Einstellungen, Ziele oder Motive aufweisen.

Definition "Bündelung"

Bündelung bezeichnet die spartenübergreifende Zusammenfassung spezifischer Aktivitäten zu separaten organisatorischen Einheiten (z.B. übergreifende Ressorts für interne Rechtsdienste oder zur Betrugsbekämpfung)

Definition "Strategie"

Unter Strategie werden in der Witschaft klassisch die (meist langfristig) geplanten Verhaltensweisen der Unternehmen zur Erreichung ihrer Ziele verstanden. Es sind klar formulierte und prägnante Regeln die die Richtung definieren, ohne sie einzuschränken.

Das strategische Management bezweckt Schlüsselfragen wie z.B. Wer sind wir, was ist unsere Funktion? Auf welchen Märkten sind wir tätig? Was produzieren wir?

Definition "Mission"

nennt Tätigkeitsbereiche oder Kernkompetenzen, was bewirken wir für wen?

Definition "Vision"

Zentrale Kernaussage, wohin wollen wir? Wofür stehen wir?

Definition "Leitbild"

Grundprinzipien, Ziele und Verhaltenweisen, Handlungsleitend / motivierend für die MA's, teil des normativen Managements

Definition "Schadenmanagement"

Führungsfunktion, welche die Schadenbearbeitung, die Schadenorganisation und die Schadenleistung auf diejendigen Ziele ausrichtet, die das Unternehmen als Gesamtheit erreichen will.

Hauptaufgaben im Schadenmanagement

  1. Optimale, auf die Bedürfnisse der Kunden ausgerichtete Abwicklung der Schäden und Leistungen
  2. Schadenaufwand und die Schadenabearbeitungskosten möglichst tief halten
  3. Datenlieferung für andere Unternehmensprozesse wie Produktgestaltung, UWR, RM usw.

Was beinhaltet die "Wachstumsstrategie"?

  • Marktdurchdringung (Gewinnung von mehr Marktmacht)
  • Marktentwicklung (Bestehende Produkte, neue Produkte, neue Anwendungen)
  • Produktentwicklung (Verbesserung der Produkte)
  • Diversifikation (neue Produkte)

Was beinhaltete die "Wettbewerbsstrategie"?

  • Kostenführerschaft (Preissenkung durch effiziente Produktion)
  • Differenzierungsstrategien (einzigartige Leistungen)
  • Nischenstrategie (Spezialisierung)

Welche Strategieebenen gibt es?

  • Konzernstrategie
  • Geschäftsstrategie
  • Funktionsalstrategie

Definition "Konzernstrategie"

Grundlegende Ziele für das Gesamte Unternehmen wie z.B. Welche Märkte gehen wir an? Wie und wo wollen wir wachsen? Wie sieht unsere Risikopolitik und unser Führungsverständnis aus?

Definition "Geschäftsstrategie"

Vorgaben für die einzelnen Geschäftseinheiten wie z.B. Wie positionieren wir uns im MF-Geschäft, Welche Wettbewerbsvorteile streben wir im Lebensversicherungsgeschäft an?

Definition "Funktionalstrategie"

Ziele für die Unterstützungsprozesse wie z.B. Welcher Beitrag leistet die IT und das Personalwesen?

Aufgrund welche Punkte ist die Strategieumsetzung oft anspruchsvoll?

  • Faktor Mensch (muss über notwendiges Wissen, Wollen, Können und Dürfen verfügen)
  • Organisationskultur (Kulturveränderungen sind Zeitintensiv, oder sogar fast nicht umsetzbar)
  • Anpassung der organisationalen Strukturen (Zeitbedarf wird oft unterschätzt)
  • Eingriff in die Prozesse und die streunden Systeme (Erhöhung der Komplexität)

Definition "Positionierungsstrategie"

Positionierung bedeutet Beziehungen zu den Ansprungsgruppen so zu gestalten, dass sie langfristig überdurchschnittlich erfolgreich sein können. Ziel der strategischen Positionierung ist das eigene Angebot systematisch zu den Wettbewerbern zu unterscheiden.

Mithilfe welcher Analysen, kann man die Einflusskräfte der Umwelt analysieren?

  • Umweltanalyse
  • Stakeholder-Analyse
  • Analyse des Wettbewerbumfelds
  • Branchenanalyse
  • Analyse des Kundenverhaltens

Wie kann man die Einflusskräft des Unternehmens analysieren?

Dazu gehört die quantitative und qualitative Überprüfung der Unternehmensressourcen. Dieser Ansatz führt zu einer Beurteilung der eigenen Stären und Schwächen.

Mithile welcher Mittel können die Einflusskräft der Umwelt und der Unternehmung, bei einer Positionierungsstrategie, integriert werden?

  • SWOT-Analyse
  • Entwicklung strategischer Optionen

Wie geht man bei einer Strategieformulierung vor?

  1. Auswahl strategischer Optionen
  2. Festlegen der strategischen Ziele
  3. Strategien müssen zur übergeordneten Unternehmensvision kompatibel sein

Definition "Wertschöpfungsstrategie"

Wertschöpfung bezeichnet einen Prozess des Schaffens von Mehrwert durch Bearbeitung. Ziel der strategischen Wertschöpfung ist es unsere Positionierungsziele zu erreichen sowie im Rahmen unserer Wertschöpfung Wettbewerbsvorteile realisieren zu können.

Welches sind die Arbeitsschritte der strategischen Wertschöpfung?

  1. Welche Aktivitäten gehören zur Wertschöpfung der Branche?
  2. Welches sind die entscheidenen Spielregeln? Welches sind die kritischen Erfolgsfaktoren?
  3. Welche Entwicklungen, Trends sind in Zukunft zu erwarten?
  4. Welche Ressourcen benötigen wir? Wo liegen unsere Stärken / Schwächen?
  5. Welche Schritte der Wertschöpfung machen wir selbst, was kaufen wir ein?
  6. Worauf fokussieren wir unsere Wertschöpfung? Wie konsistent ist unsere Wertschöpfung?

Welches sind die Entwicklungstendenzen der Wertschöpfung in der Versicherungswirtschaft?

  • Prozesse von Versicherungsunternehmen werden industrialisiert
  • Der Trend zur Auflösung der integrierten Wertkette verstärkt sich
  • Neue Konkurrenten sind zunehmend keine Versicherungsgesellschaften
  • Aufsichtsbehördliche Bestimmungen, Wettbewerbsdruck und technologische Innovationen fördern neue Geschäftsmodelle

Wertschöpfungsstrategien - Welche Typen von Wertrchitekturen gibt es?

  • Integratoren
  • Orchestratoren
  • Layer-Player
  • Market Maker

Wertschöpfungsstrategien - Was macht ein "Integratoren"?

Halten die Wertkette weitgehend unter eigener Kontrolle. Fremdleistungen sind nur punktuell gegeben. Die Verbesserung der Wertschöpfung setzt auf eine Optimierung der Transaktionskosten zwischen den Wertschöpfungselementen.

Wertschöpfungsstrategien - Was macht ein "Orchestrator"?

Diese konzentrieren sich auf einzelne Elemente der Wertkette und bieten nur Produkte und  Dienstleistungen dieser Elemente an. Diese Spezialisierung bringt Kompetenz- und Grössenvorteile.

Wertschöpfungsstrategien - Was macht ein "Layer-Player"?

Konzentrieren sich auf eine oder wenige Elemente der Wertkette und bieten nur Produkte und Dienstleistungen dieser Elemente an. Diese Spezialisierung bringt Kompetenz- und Grössenvorteile.

Wertschöpfungsstrategien - Was macht ein "Market Maker"?

Versuchen neue Wertschöpfungsschritte in bestehenden Wertketten einzufügen und so mithilfe einer von ihnen geprägten Standards einen neuen Markt zu erschaffen.

Was sind die Herausforderungen in der Führung eines Versicherungsunternehmens?

  • Seit der Deregulierung im Jahr 1994 hat sich der Wettbewerbsdruck enorm erhöht
  • Zustossen von ausländischen Konkurrenten in den Markt
  • Verschärfung des Preiswettbewerbs führte zu weiterer Erhöhung des Kostendrucks
  • Niedrige Zinsen sowie zunehmende volatile Aktienmärkte

Führung eines Versicherungsunternehmens - Aus welchen 3 Punkten besteht dsa magische Dreieck?

  • Rentabilität
  • Sicherheit
  • Wachstum

Definition "Shareholder Value Ansatz"

Dabei wir die Unternehmenspolitik so ausgerichtet, dass der Unternehmenswert maximiert wird. Es besteht die Gefahr das Aktionen durchgeführt werden, die zu einer Reduktion des Fremdkapitals bei gleichzeitiger Erhöhung des Eigenkapitals führen.

Definition "Stakeholder Value Ansatz"

Dabei werden die Interessen sämtlicher Anspruchsgruppen berücksichtigt. Es wird versucht die unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse in Einklang zu bringen.

Wozu dient der Jahresabschluss?

Zur Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zum Bilanzstichtag und dient als Besteuerungsgrundlage

Was beinhaltet die Bilanz?

Enthält Informationen über das Vermögen (Assets) und Verbindlichkeiten (Liabilities, Fremdkapital, sowie über das Reinvermögen Assets abzüglich Liabilities)

Was beinhaltet die Erfolgsrechnung?

Dient zur Erfassung von Erträgen, Aufwendungen und dem daraus resultierenden Jahreserfolg

Was beinhaltet die Kapitalflussrechnung?

Enthält sämtliche Zahlungsmittelzuflüsse und -abflüsse im Unternehmen

Welche Entwicklungen gab es im Schadenmanagement?

  • Deregulierung bewirkte Wandel vom "Richter" zum "Servicemanager / SABE"
  • Kreative Ansätze zur kundenorientierten Gestaltung von Schadenleistungen und -prozessen folgten - leider oft ohne betriebswirtschaftlichen Aspekten zu berücksichtigen
  • "Back to the roots" seit ca. 2000
  • Das Erwirtschaften angemessener Erträge auf dem eingesetzten Risikokapital steht nun im Vordergrund - "kostensensitive Experimente" rückten trotz Kundenorientierung in den Hintergrund

Welche 3 Dimensionen gibt es bei den Kundenbedürfnissen, bezüglich den Schadenleistungen?

  • Finanzielle Leistungen
  • Materiell-dringliche / reale Schadenfolgen
  • Psychosoziale Schadenfolgen

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