Versicherungswirtschaft

Wirtschaft Versicherungsfachausweis

Wirtschaft Versicherungsfachausweis


C. L.
Diese Lernkarten vermitteln Grundlagen der Versicherungswirtschaft, von Risikomanagement über Produktentwicklung bis zu Kundenrollen und Wertschöpfung. Sie beleuchten Gefahren, Sicherungsmaßnahmen und regulatorische Rahmenbedingungen wie den Swiss Solvency Test. Ideal für Studierende und Fachkräfte, die Versicherungsprozesse, Stakeholder-Erwartungen und EU-Richtlinien verstehen möchten.
Flashcards
124
Students
27
Language
German
Category
Micro-Economics
Level
Other
Created / Updated
02.06.2021 / 17.08.2026

Flashcards

Welche Grenzen gibt es bei der Schadenleistung?

  • Generelle Abwägung von Kosten und Nutzen
  • Wirkung auf Nichtgeschädigte
  • Kunden vs. Geschädigte (Kunden und Geschädigte dürfen sich nicht anders behandelt fühlen)
  • Gesetzliche Bestimmungen

Welche internen Faktoren beeinflussen den Schadenaufwand?

  • Deckungsgestaltung, Wordings
  • Zusammensetzung des Portefeuilles
  • Preisgestaltung inkl. Rabattierung
  • Wirksamkeit von Präventionsmassnahmen
  • Effektivität der Schadenbearbeitung

Welche externen Faktoren beeinflussen den Schadenaufwand?

  • Preisentwicklung der beschädigten Güter
  • Rechtsprechung (z.B. IV)
  • Wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Trends
  • Einsatz von Apps (Digitalisierung)

Was sind die Voraussetzung für eine industrialisierte Schadenerledigung?

  • Standardisierte Produkte, einfache Produkte
  • Informationstechnologische Unterstützung
  • Eindeutige Definition von Arbeitsprozessen
  • Elektronische, standortunabhängige Bearbeitung, allen zugänglich
  • Einsatz von Apps 

Alle Gesellschaften in der Schweiz und in der EU, deren Wertpapiere zum Handel im geregelten Markt zugelassen sind, haben ihre konsollidierten Abschlüssen nach welcher Bilanzierung aufzustellen?

IFRS (International Financial Reporting Standards) oder US-GAAP

Was ist eine IFRS-Bilanzierung?

Internationale Rechnungslegungsvorschriften

Was sind die Eigenschaften einer IFRS-Bilanzierung?

  • Dominierender Rechnungslegungsgrundsatz = Fair Presentation
  • Keine Verbindung zur Steuerbilanz
  • Sehr umfangreiche Offenlegungsanforderungen

Was sind die Eigenschaften der Bilanz einer Versicherungs-AG?

  • Aktionäre stellen Eigenkapital zur Verfügung
  • VN bringen Fremdkapital durch Prämienzahlungen ein
  • Die Aktivseite gibt Auskunft über die Mittelverwendung
  • VN sind durch Prämienvorauszahlung die einzigen Fremdkapitalgeber
  • Passivseite mit verschiedenen Rückstellungen

Was ist der Swiss Solvency Test (SST)?

Ziel des SST ist es, dass nach einem Jahrhunderverlust noch genügend Kapital da sein soll, um das Geschäft weiterzuführen oder es einem anderen Unternehmen zum Run-Off weiterleiten zu können.

Wozu dient der Swiss Solvency Test (SST)?

Der SST ist nicht primär für die Aufsicht, sondern für die Sicherheit der Gesellschaft konzipiert.

Durch wen entstand der Swiss Solvency Test (SST)?

  • Bundesamt für Privatversicherung (heute FINMA)
  • Schweizerischer Versicherungsverband SVV

Definition "Risiko"

Risiko ist die Gefahr, dass ein Ziel aufgrund einer Störung nicht erreicht werden kann.

Definition "Sicherheit"

Sicherheit ist die Abwesenheit von Gefahr.

Definition "Risikomanagement"

Risikomanagement setzt sich mit der Planung, Prognose und dem Management von Risiken auseinander. Es geht darum die Risikoauslöser zu analysieren und die Konsequenzen abzuschätzen. In einem weiteren Schritt werden Ansätze zur Reduktion der Auslösewahrscheinlichkeit und Konsequenzen gesucht.

Welches sind die Aufgaben des Risikomanagements?

  • Implementierung von Programmen zur Schadenverhütung
  • MA-Schulungen
  • Erarbeitung von Möglichkeiten zur Risikofinanzierung
  • Risikomindernde Vertragsgestaltung

Welches sind die Ziele des Risikomanagements?

  • Identifikation, Messund und Bewertung von Risiken
  • Erreichung von Unternehmensziele
  • Wechsel von Silo-Ansatz zu Prozessorientiertem Risikomanagement-Ansatz (ERM)

Welches sind die Treiber / Risikoarten des Risikomanagements?

  • Finanzmarktsiriken
  • Kreditrisiken
  • Versicherungstechnische Risiken
  • Strategische Risiken
  • Allgemeine Geschäftsrisiken
  • Reputationsrisiken
  • Operationelle Risiken

Definition "Finanzmarktrisiken"

Dies ist vor allem für den Investmentbereich eines Versicherers von Bedeutung und drücken sich in Wertschwankungen des Assets (z.B. Aktien, Liegenschaften) aus.

Definition "Kreditrisiken"

Darunter versteht man Ausfallrisiken durch Insolvenz eines eines Vertragspartners. Ein Ausfall kann sich auf dier Asset-Seite z.B. durch Ausfall eines Bond-Emittenten realisieren, aber auch das versicherungstechnische Geschäft (z.B. Ausfall eines Rückversicherers) betreffen.

Definition "Versicherungstechnische Risiken"

Im Grundsatz beziehen sich versicherungstechnische Risiken auf den Umstand, dass die eingenommenen Prämien nicht zur Deckung der entstandenen Schäden reichen. Das kann aufgrund eines Jahrhundertschadens, durch falsche Kalkulation oder durch die nicht ausreichende Reservierung / Rückstellung eintreten. In der Lebensversicherung betrifft es vor allen die biometrischen Risiken.

Definition "Strategische Risiken"

Dies beinhaltet das Risiko einer aussergewöhnlichen Geschäftsentwicklung, die unmittelbar auf eine geschäftspolitische Grundsatzentscheidung zurückzuführen ist.

Definition "allgmeine Geschäftsrisiken"

Das ist das Risiko unerwarteter finanzwirtschaftlicher Ereignisse oder grundlegender Planabweichungen, deren Ursachen nicht mit internen Geschäftsentscheidungen zu tun hat. Das allgemeine Geschäftsrisiko kann z.B. durch verändertes Kundenverhalten oder durch neue rechtliche Rahmenbedingungen bedingt sein.

Definition "Reputationsrisiken"

Als Reputationsrisiko wird in einem ersten Schritt eine grundlegende Verschlechterung des Ansehens des Unternehmens bei den Stakeholdern verstanden, das in einem zweiten Schritt auch zur Beeinträchtigung der finanzwirtschaftlichen Eckdaten des Unternehmens führt.

Definition "Operationelle Risiken"

Wird als die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen oder Systemen oder infolge von externen Ereignissen eintreten. Rechtsrisiken werden eingeschlossen, beinhaltet aber nicht strategische Risiken oder Reputationsrisiken.

Definition "Risikoidentifikation"

Systematische Feststellung der Risiken eines Unternehmens sowohl vor und nach ihrer Realisierung. Die vollständige Erkennung aller Risiken ist fast unmöglich, wobei die Gefahr der nicht erkannten Risiken besonders gefährlich ist. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit einer permanenten Risikoüberwachung z.B. mit Prüflisten oder mit der Bilanzmethode.

Definition "Risikomessung"

Modellierung des Risikos durch Wahrscheinlichkeitsverteilungen. Die Risikomessung soll Informationen über die Zahlungszeitpunkte und Zahlunghöhen bereitstellen.

Definition "Risikobewertung"

Die Aufgabe der Risikobewertung ist es, diesen zukünftig riskanten Zhalungen einen heutigen Preis zuzuordnen. Die Prämie für einen Versicherungsvertrag stellt den Preis dar, mit dem man heute zukünftige Schadenzahlungen an den Versicherer transferieren kann. Zur Bewertung unsicherer Zahlungsansprüche gibt es verschiedene Methoden. (z.B. Barwertmethode)

Was gehört zur Risikokontrolle?

  • Risikovermeidung
  • Sicherungs- und Schutzmassnahmen
  • Risikotransfer

Was sind Sicherungsmassnahmen?

Aktivitäten die die Schadenhöhe reduzieren. (z.B. Springleranlage verringert Schadenhöhe vermeidet Schedeintritt aber nicht)

Was sind Schutzmassnahmen?

Konzepte die die Schadeneintrittswahrscheinlichkeit reduzieren (z.B. Blitzableiter)

Was ist ein Risikotransfer?

Verlagerung des Risikos (Mieter haften für Bagatelschäden und nicht die Versicherung, Versicherung gehört zur Risikofinanzierung)

Welche Risikofinanzierungsformen gibt es?

  • Captives (Eigen gegründetes Versicherungsunternehmen zur Übernahme von Risiken)
  • Erst- und Rückversicherer (Risiko gegen Entgeld versichert)
  • Derivate (Optionen und Future-Forwardkontrakte)
  • Insurance Linked Bonds (Direkter Transfer versicherungstechn. Risiken an den Kapitalmarkt)
  • Contingend Capital (Bedingtes Eigen- oder Fremdkapital wird bereitgestellt)

Was gehört zur aktuellen Entwicklung im Risikomanagement?

  • Quantität und Komplexität der Risiken steigern
  • Interaktionen zwischen den Risiken werden zunehmen
  • Steigender Druck auf Führungskräfte im Zusammenhang mit Ratings, neuen Regulierungsanforderungen etc.
  • Adäquate Einschätzung der Risikotragfähigkeit einer Unternehmung gewinnt an Bedeutung
  • Technik und Erfahrung führen zu grösserer Verlässlichkeit beim Risikoquantifizierungsprozess

Welche 3 Schritte gehören zum Verkaufsprozess?

  1. Produktion und Verwaltung
  2. Vermarktung ("hard selling")
  3. Verkauf, Abschluss

Definition "Costumer Equity"

Messung des Wertes welcher der Kunde für die Gesellschaft generiert.

Definition "Customer Value"

Wertvorstellungen des Kunden (Potenzial auf Kundenseite, Potenzial muss vom Versicherer erkannt werden)

Definition "C-System / Customer"

  • Mehrwert für Kunde vom Kunden aus

Das C-System berücksichtigt neuere gesellschaftliche Trends und versucht völlig neue Lösungen aus dem Blickwinkel der Kunden zu entwickeln.

Definition "P-System / Product"

  • Mehrwert für Kunde vom Produkt aus

Das Produkt wird bis hin zu Leistungs- udn Nutzenpakete für den Kunden erweitert. Das Ziel ist es die eigene Wertkette zu verbessern um so einen Mehrwert für den Kunden zu generieren.

Welche Kundenrollen gibt es?

  • Mit-Entwickler
  • Mit-Wertschöpfer
  • Mit-Arbeiter
  • Wettbewerber

Definition der Kundenrolle "Mit-Enwickler"?

Inputs bei Umfragen, Feedbackkulturen, Inputs aus Beschwerdemanagement

Study