OM 1.

OM 1. Semester

OM 1. Semester


A. H.
Diese Lernkarten behandeln fortgeschrittene Themen der Betriebswirtschaftslehre, insbesondere die Standortplanung und Kapazitätsplanung. Sie konzentrieren sich auf die Analyse von Standortfaktoren, die Optimierung von Produktionsprozessen und die strategische Planung von Ressourcen. Unternehmen und Produktionsmanager profitieren von diesen Karteikarten, um effiziente und flexible Produktionssysteme zu gestalten, die Ziele wie Kostensenkung, Qualität und Flexibilität zu erreichen.
Karten
148
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
26.12.2020 / 01.01.2021

Cartes-fiches

Grundfrage OM?

  • mit möglichst wenig Aufwand            Ressourcen (Geld, Zeit, ...)
  • möglichst viel Leistung                      Produkte, Dienstleistungen
  • in möglichst hoher Qualität                 Qualitätsmanagement
  • produzieren und                                 Produktion
  • für die Kunden bereitstellen?              Logistik

Mit was beschäftigt sich OM?

OM beschäftigt sich insbesondere damit, wie die Aktivitäten des "Kerngeschäfts" ("daily business") möglichst effizient, kostengünstig, zuverlässig, fehlerfrei, durchgeführt werden.

Nenne die 7 Unternehmensfunktionen

  • Development
  • Operations
  • Marketing & Sales
  • Accounting & Finance
  • HR (Human Resources)
  • ICT (Information and Communications Technology)
  • Support (technisch, organisatorisch, ...)

Beschreibe die 3 Hauptfunktionen eines Unternehmens

  • Development: Entwicklung neuer Produkte, Anpassung bestehender Produkte, zukunftsgerichtet
  • Operations: Herstellung der Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens, Bereitstellung für den Kunden
  • Marketing & Sales: Werbung, Aquisition neuer Kunden, Verkauf, Beratung, Kundenbetreuung

Definition Operations

Operations bezeichnet das Kerngeschäft eines Unternehmens. Dieses umfasst alle Systeme und Prozesse, welche die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens kreieren und bereitstellen, d.h. direkt und in wesentlichem Mass an der Wertschöpfung beteiligt sind.

Beschreibe die Unternehmensfunktionen und Aufbauorganisation

  • entsprechen oft auch den organisatorischen Einheiten bzw. Management-Bereichen eines Unternehmens → Aufbau-Organisation
  • Jede organisatorisch Einheiten umfasst typischerweise über eine eigene Führungshierarchie
  • Eine Unternehmensstruktur (Aufbau-Organisation), deren organisatorische Einheiten im Wesentlichen den Unternehmensfunktionen entsprechen, heisst funktionsorientiert
    • Alternativ: prozessorientierte Organisation

Definition Operations Management

Operations Management beinhaltet

  • die Gestaltung (engl. Design)
  • den Betrieb (engl. Operation, d.h. Planung und Steuerung)
  • die Optimierung (engl. Improvement)

aller Systeme und Prozesse des ‘Kerngeschäfts’. Dieses umfasst alle Systeme und Prozesse, welche die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens kreieren und bereitstellen, d.h. direkt und in wesentlichem Mass an der Wertschöpfung beteiligt sind

Wirkungsfeld Operations Management

  • Gesamtes Leistungsspektrum
    • Sowohl materielle Produkte (Güter) als auch Dienstleistungen
    • Grenze zwischen Produktions- und Dienstleistungsbetrieben zunehmend fliessend
  • Gesamter Lebenszyklus des Produkts / Dienstleistung
    • Beschaffung - Produktion - Vertrieb - Unterhalt - Entsorgung
  • Gesamte Supply Chain
    • Supply Chain: Gesamtes Netzwerk von Unternehmen, welche an der Leistungserbringung beteiligt sind
    • Umfassende Systembetrachtung: ‘Produktion’ erfolgt nicht in isolierten Einzelunternehmen, sondern in einem Verbund von Unternehmen

Was ist Quantitatives Operations Managment?

Analyse und Optimierung von Aufgaben des OM mit Hilfe quantitativer (mathematischer) Modelle und Algorithmen.

Was ist Decision Support?

Einsatz von quantitativen (mathematischen) Modellen oder anderer Methoden als Entscheidungshilfen in betrieblichen Problemstellungen

Beschreibe OR

Theoretisches OR: Bereich der Mathematik, welcher sich mit der Lösung komplexer mathematischer Modellierungs- und Optimierungsprobleme beschäftigt

Angewandtes OR: Entscheidungsunterstützung und Optimierung mit Hilfe mathematischer Modelle und Methoden bei komplexen Problemstellungen aus der betrieblichen Praxis (Produktion, Logistik, Dienstleistung, ...).

Ziele des OM

Grundlegendes Ziel des OM ist, dass ein Unternehmen eine möglichst grosse Leistung erbringt. 

Beschreibe KPI (Key Performance Indicator)

betriebliche Kennzahl, misst Leistung eines bestimmten Bereichs oder Aspekts eines Betriebs adäquat

Einzelfaktoren-Produktivität

Im Nenner wird nur ein einzelner Inputtyp (ein einzelner Produktionsfaktor) verwendet. 

Multifaktoren-Produktivität

Im Nenner werden mehrere Inputtypen (mehrere Produktionsfaktoren) verwendet.

  • Bei der Multifaktoren-Produktivität müssen die verschiedenen Inputtypen (‘Produktionsfaktoren’) im Nenner mit einem kompatiblen Mass gemessen werden.

Nutzen und Grenzen von Produktivitätsmassen

als operative Ziele meist ungeeignet. relatives Mass (nur im Vergleich aussagekräftig), Vergleichsmass:

  • Firmenintern: Vergleich mit anderen Abteilungen oder über die Zeit
  • Firmenextern: Vergleich mit Konkurrenten

Transformationsprozesse

Input (Produktionsfaktoren) ⇒ Transformation (Produktion) ⇒ Output (Produkt, Dienstleistung

Beschreibe Produktion 

  • Hervorbringung und Bereitstellung von Produkten und Dienstleistungen
  • Auch «Faktorenkombinationsprozess» genannt

D.h. bei der Produktion werden verschiedene Produktionsfaktoren zu einem Produkt kombiniert

Was sind verschiedene Input: Produktionsfaktoren, Ressourcen

  • Menschliche Arbeitsleistung (objektbezogener oder dispositiver Art)
  • Werkstoffe (Rohstoffe, Vorstoffe, Hilfsstoffe)
  • Betriebsmittel:
    • Zur aktiven Nutzung (Maschinen, Anlagen, Geräte, ...)
    • Zur passiven Nutzung (Gebäude, ...)
    • Zum Verbrauch (Energie, Kühl- und Schmiermittel, ...)
  • Information
  • Kunden (bei Dienstleistungen

Transformierende Ressourcen: Menschliche Arbeitsleistung, Betriebsmittel

Transformierte Ressourcen: Werkstoffe, Informationen, Kunden (bei Dienstleistungen)

Was ist der Output?

  • Materielle Produkte (Endprodukte, Zwischenprodukte, Abfallprodukte, ...)
  • Immaterielle Produkte (Dienstleistungen, Arbeitsleistungen, Informationen, ...)
  • Gemischte Produkte: Mit unterschiedlichem Anteil an materiellen und immateriellen Elementen

Was versteht man unter Produktion?

  • Physikalische Transformation (Fertigung, Herstellung, Verbindung, ...)
  • Räumliche Transformation (Transporte, ...)
  • Zeitliche Transformation (Lagerung, ...)
  • Tausch-Transformation (Handel, ...)
  • Informatorische Transformation (Telekommunikation, Informatik, ...)
  • Physiologische Transformation (Pflegedienste, ...)

Nenne die Entscheidungsebenen einer Unternehmung

Strategisch:     langfristig

Taktisch:         mittelfristig

Operativ:        kurzfristig

Begriff Produktivität

  • Produktivität ist ein allgemeines, grobes, betriebliches Leistungsmass und beschreibt einen bestimmten Typ von KPI

Produktivität =  \(Output / Input\)

  • Alle Kennzahlen, welche als Verhältnis von Output zu Input interpretiert werden können, sind in diesem Sinne Produktivitätsmasse.
  • Es gibt also beliebig viele Produktivitäts-Kennzahlen

Produktivität kann grundsätzlich auf zwei Arten (bzw. deren Kombination) gesteigert werden:

  • Bei gleichem Input mehr Output generieren (Vergrösserung des Zählers).
  • Bei gleichem Output weniger Input verwenden (Verkleinerung des Nenners).

Eine hohe Produktivität zu erreichen bedeutet also, mit möglichst wenig Input (Aufwand) möglichst viel Output (Leistung) zu generieren.

Produktivitäts-Kennzahlen

  • Welcher Output (Zähler) und welcher Input (Nenner) gemessen werden soll.
  • Welche Masseinheit dabei verwendet werden soll (Geldeinheiten, Zeiteinheiten, Stückzahlen, ...)
  • Je nach Definition des Outputs und Inputs ergibt sich eine andere Produktivitätszahl

Wie berechnet man die Stundenproduktivität?

\({Anzahl Werkstücke} / {Anzahl Arbeitsstunden}\)

Wie berechnet man die Umsatzproduktivität?

Jahresumsatz in CHF / Anzahl tätige Personen

Definiere System

Ein System ist eine Menge von Objekten (Entitäten, Systemelementen), welche zu einem bestimmten Zweck miteinander verbunden sind und gegenseitig interagieren. Systeme werden meist anhand eines (evtl. zeitabhängigen) Systemzustands beschrieben.

Was ist eine Systemanalyse?

Analyse eines OM-Objekts (Unternehmen, Abteilung, ...) basierend auf einer

statischen (zeitunabhängigen) Betrachtungsweise

  • Frage: Was sind die Systemelemente, wie sind sie miteinander verbunden, wie interagieren sie?

Je nach Anwendungsgebiet und Kontext gibt es zahlreiche weitere Definitionen des Begriffs System

Beschreibe ein System Mathematisch

  • Mathematisch wird ein System meistens anhand eines bestimmten, zu definierenden Systemzustands beschrieben, welcher als n-dimensionaler Vektor x = (x1, x2, . . . , xn) dargestellt wird.
  • Jede Vektorkomponente xi entspricht einer ausgewählten Systemeigenschaft, welche im Betrachtungskontext relevant ist.

Definiere Prozess

Ein Prozess ist ein zeitlicher Ablauf einer Folge von zusammenhängenden Aktionen (Aktivitäten, Operationen, Handlungen, ...). Ein Prozess kann auch als Folge von Zustandsänderungen eines Systems betrachtet werden.

Definiere Prozessanaylse

Analyse eines OM-Objekts (Unternehmen, Abteilung, ...) basierend auf einer dynamischen (zeitabhängigen) Betrachtungsweise.

Beschreibe einen Prozess Mathematisch

  • Mathematisch wird ein Prozess meistens anhand der zeitlichen Veränderung eines Systemzustands des zugrunde liegenden Systems beschrieben.
  • Wenn der betrachtete Systemzustand durch einen Vektor x = (x1, x2, . . . , xn) dargestellt wird, dann entspricht ein Prozess der Beschreibung des zeitabhängigen Vektors x = x(t), wobei t der Zeit entspricht.
  • Ein Prozess in diesem Sinne ist also eine Funktion t 7→ x(t) = (x1(t), x2(t), . . . , xn(t)).
  • Eine solche Funktion stellt eine Trajektorie im n-dimensionalen Systemzustandsraum dar, d.h. die Bewegung eines Punktes (Systemzustands) durch den Zustandsraum.

Definiere Plan

Handlungsabsicht, gedankliche Vorwegnahme zukünftiger Handlungen

Definiere Planung

Entwicklung eines Plans (zukunftsgerichtet), d.h. das Festlegen von Zielen (Sollwerten) und von Methoden zur Erreichung dieser Ziele

Definiere Steuerung

Unter Steuerung versteht man die Umsetzung eines Plans (gegenwartsbezogen). Sie beinhaltet folgenden Regelkreis:

  1. Veranlassung von Handlungen
  2. Kontrolle von Ist-Werten gegenüber Soll-Werten
  3. Anpassung des Plans

Erkläre Mission Statement (Leitbild)

  • grundsätzlicher Zweck eines Unternehmens
    • sehr prägnant
    • sowohl externe als auch interne Botschaft
  • Inhalte: Produkte, Kunden, Image, Bereich, Ziele bezüglich Wachstum, Umsatz, Ertrag, moralische / ethische Grundhaltung

Was ist die Unternehmensstrategie?

  • beschreibt Umsetzung der Mission
  • Identifikation der strategischen Geschäftseinheiten:
    • SBU (Strategic Business Units), für jede SBU eigene Ziele, Definition der Produkte, Wettbewerbsstrategie, etc.

Was sind die zentralen Themenbereiche der Unternehmensstrategie?

  • Operations Effectivity
    • Gestaltung der operativen Systeme & Prozesse in Hinsicht auf die strategischen Ziele
    • Bsp: Qualitätsinitiativen, Prozess-Redesign, Technologie-Investitionen, ...
    • Typische Realisierungszeit für strategische Projekte: 0.5-2 Jahre
  • Customer Management
    • Verstehen, Pflegen und Intensivieren der Kundenkontakte
    • Bsp: Kundensegmentierung
      • Kundensegmentierung: Identifikation von Kundengruppen mit gemeinsamen Eigenschaften, segmentspezifische Analyse und Betreuung
    • Typische Realisierungszeit für strategische Projekte: 2-3 Jahre
  • Product Innovation
    • Entwicklung neuer Produkte und Märkte, Wachstumsstrategie
    • Typische Realisierungszeit für strategische Projekte: 3-10 Jahre (Produkte), 2-3 Jahre (Dienstleistung)

Nenne die Grundaufgaben des strategischen Managements

  • Formulierung (Analyse, Zielsetzung, Aktionen)
  • Umsetzung (Bereitstellung & Zuteilung Verantwortlichkeiten, Gestaltung Kernprozesse, Überwachung Kernprozesse)
  • Auswertung (Effektivität der Strategie Messen und beurteilen)

Erläutere die SWOT Analyse

  • interne (innerbetriebliche) Faktoren: Strengths & Weaknesses
    • Beispiele:
      • Finanzielle Ressourcen
      • Standort
      • Knowhow, intellektuelles Kapital, ...
      • Wissens- oder Technologievorsprung
      • Kreativität, z.B. Fähigkeit, neue, attraktive Produkte zu entwickeln
      • Wettbewerbsfähigkeit
      • Kostenvorteile aus proprietärem Wissen (Patente, …)
  • externe (umfeldbezogen)  Faktoren: Opportunities & Threats (kann ich nicht beeinflussen)
    • Beispiele:
      • Konkurrenzsituation
      • Markttrends
      • Geschäftsübernahmen, Joint Ventures, Kooperation, ...
      • Erwartungen der Aktionäre oder der Öffentlichkeit
      • Technologische Entwicklungen
      • Entwicklung der Finanzmärkte
  • Voraussetzung: klare Zieldefinition (welche Eigenschaften Unternehmen und Umwelt sind förderlich / hinderlich für Zielerreichung)

Study