Fragen Buch "Betriebswirtschaft verstehen"
Alle Fragen aus dem Buch
Alle Fragen aus dem Buch
-
- 1 / 434
-
Lernkarten
Was sind die Unterschiede einer Stellenbeschreibung und einer Stellenausschreibung?
Eine Stellenbeschreibung hält Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung einer Stelle fest. Sie dient dazu, den in einem Unternehmen beschäftigten Personen Klarheit über die mit ihrer Stelle verbundenen Rechte und Pflichten zu schaffen und einzelne Stellen voneinander abzugrenzen. Die Stellenbeschreibung ist daher ein internes Dokument, welches nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist.
Eine Stellenausschreibung bzw. Stellenanzeige hingegen ist ein externes Dokument,welches für die Kommunikation auf dem Arbeitsmarkt eingesetzt wird. Sie wird also mit dem Ziel verfasst, die für eine Stelle geeignete Person zu finden. Eine Stellenausschreibung basiert zwar auf der Stellenbeschreibung, ist in der Regel aber knapper gehalten und führt zudem die Anforderungen an den Stelleninhaber auf.
Welchem Zweck dient ein Organigramm? Nenne drei Funktionen, welche ein Organigramm innerhalb eines Unternehmens erfüllt.
Organigramme machen Zusammenhänge, Hierarchien und Dienstwege sichtbar und helfen den Mitarbeitenden dabei, sich im Unternehmen einzuordnen. Organigramme bilden die vor allem in Grossunternehmen sehr komplexen Beziehungsstrukturen auf eine stark vereinfachte Weise ab.
Bei einem Blick auf die Organigramme verschiedener Unternehmen stellen wir fest, dass diese sich hinsichtlich Leitungsspanne und Leitungstiefe je nach Branche teilweise stark unterscheiden. Welche Kriterien mögen bei der Ausgestaltung der hierarchischen Struktur in einem Unternehmen wohl ausschlaggebend sein?
Die Leitungsspanne bzw. -tiefe hängt neben der Grösse eines Unternehmens auch mit der Branche zusammen, in der ein Unternehmen tätig ist. Flache Strukturen sind in schnelllebigen Märkten mit einer Menge Veränderungen von Vorteil, da die Informationen besser fliessen und Entscheidungen schneller gefällt werden können. Auch sogenannte „Expertenorganisationen“ wie beispielsweise Anwaltsbüros oder Beratungsfirmen sind eher flach organisiert, da die Mit-arbeiter relativ selbstständig arbeiten und nur wenig Führung brauchen.
Durch welche Eigenschaften zeichnet sich ein Projekt aus?
- Neuartigkeit
- Mit einer hohen Ungewissheit verbunden
- Zeitliche Begrenztheit
- Projekte enden mit der Erreichung des vorab definierten Zieles
- Einmaligkeit
- Projekte haben einen Anfang und ein Ende und sind einmalig.
- Beteiligung mehrerer Stellen
- Mehrere Unternehmensbereiche arbeiten zusammen.
- Komplexität
- Durch die Neuartigkeit und die Tatsache, dass in viele Projekte vielfach das Wissen und die Erfahrung einfliesst, sind solche auch komplex.
- Ressourcenintensität
- Für Planung und Realisierung von Projekten werden menschliche, finanzielle und materielle Ressourcen benötigt.
Eine Stelle ist eine dauerhafte Aufgabenbündelung.
Das Kongruenzprinzip fordert, dass Aufgaben, Kompetenz und Verantwortung einer Stelle abgestimmt sind.
Die Leitungsspanne im Verständnis der Organisationstheorie ist die Anzahl der Hierarchieebenen unterhalb der obersten Leitung im Unternehmen.
Die Leitungsspanne eines Managers umfasst Untergebene, die er direkt beaufsichtigt, und Untergebene, die er indirekt beaufsichtigt (durch Beaufsichtigung ihres direkten Chefs).
Die funktionale Struktur bietet den Mitarbeitenden die Möglichkeit, voneinander zu lernen und sich zu spezialisieren und produktiver zu werden.
Die funktionale Organisation führt durch eine Vielzahl an Schnittstellen oft zu erheblichen Koordinationsproblemen.
Wenn eine Organisation die Vielfalt der angebotenen Güter oder Dienstleistungen erhöht, wird eine funktionale Struktur effektiver bei der Koordinierung von Aufgabenaktivitäten.
Wenn funktionale und divisionale Strukturen für eine bestimmte Funktion oder ein bestimmtes Produkt nicht funktionieren, dann wird auch eine Matrixstruktur nicht funktionieren.
Ein Nachteil der Matrix besteht darin, dass einige Mitarbeiter doppelte Autorität erfahren, indem sie zwei Chefs unterstehen und manchmal mit widersprüchlichen Anforderungen jonglieren.
Eine Matrixorganisation ist geeignet für Organisationen, die in einem dynamischen Umfeld mit komplexen Tätigkeiten tätig sind.
Eine Matrixorganisation ist geeignet für Organisationen, einen kooperativen Führungsstil pflegen.
Eine Netzwerkstruktur ist eine Ansammlung verschiedener Organisationen, deren Aktionen durch Verträge und Vereinbarungen und nicht durch eine formale Hierarchie der Autorität koordiniert werden.
Netzwerkorganisationen sind erfolgreich, wenn die Netzwerkpartner sich gegenseitig vertrauen.
Netzwerkorganisationen sind erfolgreich, wenn die Netzwerkpartner in derselben geographischen Region angesiedelt sind.
Die grösste Stärke virtueller Netzwerkstrukturen besteht darin, dass Manager die praktische Kontrolle über alle Aktivitäten und Mitarbeiter haben.
Zwischen welchen drei Prozessen wird im St. Galler Management Modell unterschieden?
Managementprozesse, Geschäftsprozesse und Unterstützungsprozesse
Die Managementprozesse werden wiederum in drei Prozesse unterschieden. Welche?
normative Orientierungsprozesse
strategische Entwicklungsprozesse
Operative Führungsprozesse
Was ist der normative Orientierungsprozess?
Das normative Management beschäftigt sich mit der Begründung der unternehmerischen Tätigkeit. Warum wird ein Unternehmen betrieben? Welchem Zweck dient ein Unternehmen? Welche Anliegen und Interessen vertritt berücksichtigt mein Unternehmen? Vision, Mission, Prinzipien etc.
Ist das normative Management eher kurz oder langfristig?
Langfristig. Zum normativen Management zählt z.B. die Vision, Mission etc. diese sind stehts langfristig ausgerichtet.
Was ist der strategische Entwicklungsprozess?
Im Zentrum des strategischen Management steht das "Was" der Unternehmenstätigkeit. Welche Ziele sollen angestrebt werden? Welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden? Das strategische Management beschäftigt sich entsprechend mit der Entwicklung einer möglichst guten und konsistenten Unternehmensstrategie. Was machen wir eigentlich, um Mehrwert zu generieren?
Was ist das Hauptproblem und die Kernaufgaben des normativen Managementprozesses?
Hauptproblem: Konsensproblem und Legitimationsdruck, im normativen Management steht die zentrale Frage, warum gibt es unser Unternehmen?
Kernaufgaben: Konfligierende Anliegen und Interessen ausgleichen und den Unternehmenszweck ethisch begründen
Was ist das Hauptproblem und die Kernaufgaben des strategischen Managementprozesses?
Hauptproblem: Steuerungsproblem und Innovationsdruck, im Zentrum steht die Frage, was wir eigentlich machen um den Mehrwert zu generieren?
Kernaufgaben: Komplexität und Ungewissheit der Marktbedingungen bewältigen und rechtzeitig Innovationen bereitstellen und dadurch dauerhafte Wettbewerbsvorteile sicherstellen.
Was ist das Hauptproblem und die Kernaufgaben des operativen Managementprozesses?
Hauptproblem: Effizienzproblem und Kostendruck, die Frage des "wie machen wir das?" steht im Zentrum. Ressourcenplanung ist wichtig.
Kernaufgaben: die knappen Produktionsfaktoren optimal einsetzen, Abläufe und Problemlösungsroutinen effizient gestalten, das Tagesgeschäft vollziehen.
Was ist der operative Führungsprozess?
Die Aufgaben des operativen Führungsprozesses bestehen aus den drei Hauptaktivitäten Planung, Durchführung/Steuerung und Kontrolle. Beziehend auf die personellen, finanziellen und materiellen/immateriellen Unternehmensressourcen. Diese werden im Sinne eines Kreislaufs regelmässig durchgeführt.
Es stellt sich die Frage, wie wir einen Mehrwert generieren. Dies geschieht im hier und jetzt.
Ist das strategische Management kurz oder langfristig?
Mittelfristig, 1-5 Jahre.
Ist das operative Management kurz oder langfristig?
Das operative Management konzentriert sich auf das hier und jetzt inkl. Planungshorizont von einigen Wochen und die Verarbeitung von Vergangenem.
Welche Fragen stellt sich die Konzernstrategie?
In welchem Geschäft sollten wir tätig sein? Wie schafft die Muttergesellschaft Mehrwert für die Tochtergesellschaften? Wie hilft uns die Zugehörigkeit von einem Unternehmen dabei, in unseren anderen Unternehmen wettbewerbsfähig zu sein?
Welche Fragen stellt sich die Unternehmensstrategie?
Wie sollten wir uns im Wettbewerb behaupten?
Welche Fragen stellt sich die funktionale Strategie?
Wie sollten wir konkurrieren? Wie können wir dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens zu verbessern?
Was ist der Managementkreislauf in der operativen Dimension?
Planung: Was machen wir heute? Wie viel Personal brauche ich?
Durchführung und Steuerung: Maschinen bestellen
Kontrolle: Ist die Qualitäte erreicht? Ist diese stabil und effizient?
Was ist die Corporate Governance?
Corporate Governance bezeichnet sämtliche Verhaltensregeln, welche bei der Führung und Kontrolle eines Unternehmens zu berücksichtigen sind. Diese Regeln können durch unterschiedliche Gruppen geschaffen sein: z.B. Gesetzgeber, Eigentümer, Mitarbeiter, Aufsichts- oder Verwaltungsrat, Management oder andere.
Welche Verhaltensregeln werden hier im Unternehmen eigentlich eingehalten? Auflagen von Gesetzen und selber aufgelegten Auflagen.
Was ist Compliance?
Die Übereinstimmung des Verhaltens und der Handlungen eines Unternehmens mit den geltenden Normen des Rechts und der Ethik bzw. die Verhinderung von Gesetzesverletzungen und Regelverstössen.
Bei der Compliance geht es um die Einhaltung von Regeln und Auflagen (aus der Corporate Governance), deren Nichtbefolgung einem Unternehmen Schaden zufügen könnte.
Was ist die Principal-Agent -Theorie?
Die Principal-Agent-Theorie beschreibt das Verhältnis zwischen dem Auftraggeber (Prinzipal) und der beauftragten Partei (Agent). Gemeint ist damit beispielsweise die Beziehung zwischen einem Arbeitgeber und einem Arbeitnehmer oder zwischen dem Eigentümer eines Unternehmens und der Geschäftsleitung.
Von was geht die Principal-Agent-Theorie aus?
Jede Seite (Prinzipal und Agent) ist über die jeweils andere nur unvollkommen informiert. In einem Unternehmen verfügt der Agent (das Management) aufgrund seiner Nähe zum Tagesgeschäft über Informationen, welche dem Prinzipal (Unternehmenseigentümer) nicht direkt zugänglich sind. Da Agent und Prinzipal in der Regel ihren eigenen Nutzen maximieren wollen und deshalb ihre eigenen Ziele verfolgen, führt das Informationsgefälle in Principal-Agent-Beziehungen häufig zu Agency-Verlusten.
Was ist das Problem bei der Corporate Governance?
Bei der Gestaltung einer effektiven Corporate Governance, d.h. der Gestaltung der systematischen Überwachung der Einhaltung von Regeln, entsteht ein Zielkonflikt: Die Unternehmensleitung (Agents) sollte mit den Aktionären (Principals) kommunizieren, damit ihre Anliegen angemessen berücksichtigt werden (Principal-Agent-Theorie). Aber die Arbeit des Managements sollte nicht durch unnötige Beratungen eingeschränkt werden, da die Arbeitseffizienz letztlich darunter leiden würde.
Beschreibe den Begriff "Checks und Balances".
Dieser Begriff hebt hervor, dass Macht aufgeteilt werden soll und einer Kontrolle unterliegen muss (Checks), damit ein INteressengleichgewicht hergestellt werden kann (Balances.) Keine Position oder Person sollte zu viel Macht erlangen können.