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Krise und Turnaround - Finanzen und Controlling

Krise und Turnaround - Finanzen und Controlling


G. C.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über das Leasing und Finanzmanagement auf Universitätsniveau. Sie behandeln die rechtlichen und wirtschaftlichen Aspekte des Leasings, einschließlich der Rollen des Leasinggebers, Leasingnehmers und Leasingobjekts, sowie verschiedene Leasingarten wie Direkt- und Indirektleasing. Die Karteikarten beleuchten auch die Vor- und Nachteile des Leasings, die Analyse von Geldflüssen und Liquidität, sowie die Identifikation von Krisenursachen und Restrukturierungsmaßnahmen. Ideal für Studierende der Finanzen, die ein tiefes Verständnis der finanziellen Steuerung und Krisenmanagement erlangen möchten.
Karten
26
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
Finanzen
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
14.01.2019 / 22.08.2020

Lernkarten

Begriffsdefinition: Turnaround:

stammt aus dem angloamerikanischen Sprachgebrauch und heisst übersetzt : Wende, Umkehr oder Richtungsänderung → Umkehren einer Abschwungsituation in eine Aufschwungsituation, am häufigsten bezogen auf die Gewinn- und Umsatzsituation bei einzelnen Unterneh

Restrukturierung:

Laufender Anpassungsprozess der betrieblichen Aktivitäten und
Strukturen zum Zwecke der Erhaltung und Wieder-herstellung der
Wettbewerbsfähigkeit und Ertragskraft eines notleidenden Unternehmens.

Strategische Ursachen einer Krise

• Fehlbeurteilung zukünftiger Absatz- und Beschaffungsmärkte
• Falsche oder unzureichend umgesetzte Unternehmensstrategie
• Fehlinvestitionen (Produktentwicklungen,, Akquisitionen, Auslandsniederlassungen)
• Ungenügende Unternehmensführung (Verwaltungsrat, Management)
• Undurchsichtige Firmen- und unklare Organisationsstrukturen
• Änderungen im Konsum- und Einkaufsverhalten oder in der Bevölkerungsstruktur
• Ausfall eines wichtigen Auftraggebers

Unternehmen in Ertragskrise:

Umsätze und Gewinne sinken (Frühstadium).
Gravierende Unterschreitung von Erfolgszielen (Gewinn-, Rentabilitätszielen).
Unzureichende operative Effizienz.
Verluste beginnen das Eigenkapital aufzuzehren → Überschuldung

Liquiditätskrise:

• Endstadium einer längeren Entwicklung: Die strategischen Probleme haben zu einer
negativen Geschäftsentwicklung und zu schlechten Ergebnissen geführt, die
nötigen Erträge fehlen und inzwischen fehlen flüssige Mittel, um den
Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten.
• Liquiditätskrise: Liquiditätszufluss reicht nicht mehr aus, um die laufenden
Ausgaben zu decken → Gefahr der Zahlungsunfähigkeit.
• Weitere Verschärfungen (Lieferanten wollen Vorauskasse, Banken verweigern
weitere Kredite) erhöhen das Insolvenzrisiko.
• Massnahmen: Cash-drain von flüssigen Mitteln ist zu stoppen.
• Handlungsspielraum wird immer mehr eingeschränkt ® es wird jeder Rappen
gebraucht, um das Tagesgeschäft aufrechtzuerhalten.

Interne Krisenursachen: Finanzielle Ursachen

Umsatz- und Ertragseinbruch
Ungenügender Cashflow
Debitorenausfälle, ungenügende Rückstellungen
Überhöhte, untragbare Investitionen
Überhöhte, untragbare Kostenstrukturen
Überhöhte und überbewertete Warenbestände
Ungenügende, nicht risikokonforme Eigenkapitalbasis
Irreführende oder falsche Rechnungslegung

Interne Krisenursachen: Operative Ursachen

Interne Krisenursachen: Operative Ursachen
Unternehmenskultur, Führungsstil, Zweckoptimismus
Fehlende Führungsinstrumente (Intransparenz)
Suboptimale innerbetriebliche Abläufe (unklar, risikobehaftet, ineffizient)
Ungenügendes Risiko-Management
Fehlende operative Effizienz
Ungenügend qualifizierte Mitarbeiter (Auswahl, Ausbildung, Fluktuation)
Mangelhafte Produktqualität
Veraltete Technologien und Produkte
Verfehlte Markenpolitik
Skandale (Produktemängel, Betrugsfall)
Unzureichendes internes Rechnungswesen, Controllingsystem

Turnaroundanalyse - Früherkennung: qualitative Indikatoren

•Schwache
Signale
•Strategischer
Radar

Turnaroundanalyse-Früherkennung: Quantitative Indikatoren

•Generelle Indikatoren
•Indikatoren einer Ertragskrise
•Indikatoren einer Liquiditätskrise
•Indikatoren der Kapitalstruktur

Ansoff schwache Signale

Szenariotechnik beschreiben

Multivariante Diskriminanzanalyse

• Verallgemeinerung des Z-Scores und seiner Varianten
• Prüfung kombinierter Kennzahlen
• Diskriminanzfunktion enthält alle Kennzahlen mit unterschiedlicher
Gewichtung
• Bestimmung des kritischen Trennwertes (cut-off): Unterteilung der
Diskriminanzwerte in „solvent“ und „insolvenzgefährdet“

Analyse Flüssige Mittel - Grundprinzip:

Analyse, inwieweit die flüssigen Mittel ausreichen, um den kurzfristig
zu erwartenden Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.
Unter Liquidität des Unternehmens versteht man dessen Fähigkeit,
den einzelnen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht zu entsprechen.

Geldflussrechnung - Grundprinzip

Frage, ob die operative Nutzung des Betriebsvermögens einen Beitrag
an die künftigen Liquiditätsverpflichtungen leisten kann

Indikatoren für die Analyse der Bonität und Garantien:

Ausgewählte Indikatoren:
- Rating
- Einhaltung von Covenants
- Anzahl Mahnungen und Betreibungen
- Erhalt von Ressourcen nur gegen Betriebssicherheiten
- Verlangen nach persönlicher Haftung des Firmenchefs bei Kreditvergabe

Convenants und Sicherheitsklausel

Zusatzvereinbarung im Kreditvertrag
Vertraglich bindende Zusicherungen des Kreditnehmers / Anleiheschuldners
während der Laufzeit eines Kredites.
Regel: Je weniger die Bank auf Kreditsicherheiten baut, desto bedeutungsvoller
werden Covenants.
® Wirken präventiv
® Keine Real- oder Personalsicherheiten
Covenants erfüllen für Kreditgeber folgende Funktionen:
Fixieren des Risikos
Risikobegrenzung während der Kreditlaufzeit, indem sie den Schuldnern riskante
Handlungen untersagen → Teil des Frühwarn- und Risikomanagementsystems.

Konsignationslager:

Warenlager eines Lieferanten, welches sich in der Nähe des
Kunden (Abnehmers) befindet. Die Ware verbleibt solange im Eigentum des
Lieferanten, bis der Kunde sie aus dem Lager entnimmt. Erst zum Zeitpunkt der
Entnahme findet eine Lieferung als Grundlage der Rechnungsstellung statt.

Leasing - Definition

Definition: Der Leasinggeber (LG) überlässt als rechtlicher Eigentümer dem
Leasingnehmer (LN) den Gebrauch bzw. die Nutzung eines Leasingobjektes (LO) für
einen vereinbarten Zeitraum gegen die Zahlung von Leasingraten (LR).

Leasing - Vorteile

• Keine Anschaffungsinvestition (Fahrzeuge, Maschinen…)® keine Bindung von
Anlagevermögen.
• Kostengünstige und liquiditätsschonende Fremdfinanzierung.
• Pay-as-you-earn: Investitionen mit dem Ertrag finanzieren ® notwendige
Ersatzinvestitionen zum richtigen Zeitpunkt + Marktchancen sofort nutzen (neueste
Modelle).
• Das Leasingobjekt finanziert sich selbst, wenn Erträge > LR.
• Fristenkongruenz: Wirtschaftliche Nutzungsdauer @ Leasingdauer.
• Verträge werden gemäss den individuellen Kundenbedürfnissen gestaltet: Lineare,
saisonale und degressive LR möglich.
• Feste Finanzplanung auf Basis der kalkulierten Leasingraten.

Leasing - Nachteile

Nachteile
• LN wird kein Eigentümer des LO während der Leasingdauer → Kaufoption bei
Vertragsablauf.
• Gesamtkosten höher als bei einem fremdfinanzierten Kauf des Objektes.

Klassifikation nach dem Leasingobjekt

Investitionsgüterleasing
Vermietung von beweglichen Sachanlagen zur Herstellung von Gütern und
Dienstleistungen:
Personenwagen (gewerblich), Produktionsmaschinen, Systeme, kostenintensive
medizinische Geräte in Krankenhäusern und Arztpraxen.
Immobilienleasing
Verpachtung von unbeweglichen Anlagegütern: Gewerbeliegenschaften, Lager und
Logistikzentren, Hotel- und Freizeitanlagen
Vertragsdauer: 10 bis 25 Jahre
Konsumgüterleasing
Vermietung von beweglichen Konsumgütern mehrheitlich an Private: Haushaltgeräte,
TV- und HIFI-Apparate, Fahrzeuge für den privaten Gebrauch

indirektes LEasing

Indirektes Leasing: Dreiparteienverhältnis → Zwischen Hersteller und LN tritt eine Lg,
welches das LO beim Hersteller kauft und dem LN zur Verfügung stellt.
Meistens Finanzierungsleasing (financial Leasing)

Direktes Leasing

Direktes Leasing (Herstellerleasing): Zweiparteienverhältnis → Hersteller schliesst
den LV direkt ohne Einschaltung einer Lg ab.
Meistens operating oder operative Leasing.
Vorteil: Erweiterung der Absatzmöglichkeiten
Vertrag oft mit Service- und Dienstleistungen des LG verbunden.

Vendorleasing:

LG arbeitet mit einem Händler zusammen, der bei vielen
Geschäftsvorfällen auf Grund von Kooperationsvereinbarungen an Stelle der
Leasinggesellschaft agiert.
Typische Güter: Pkws, Nutzfahrzeuge, Baumaschinen, Werkzeugmaschinen
Vorteile für den Lieferanten: Langfristige Kundenbindung
Kenntnisse über Ersatzinvestitionsbedarf der Kunden
Verkaufsförderungsinstrument

Leasing : Rechtliche Betrachtungsweise vs. Wirtschaftliche Betrachtungsweise

Eigentumsgedanke
LG bleibt Eigentümer: rechtliche
Verfügungsgewalt liegt bei ihm.
LO ist nur beim Eigentümer (LG)
zu bilanzieren.

 

vs.

 

Nutzengedanke
Wirtschaftliche Verfügungsgewalt liegt
beim LN → LO ist auch beim LN zu
bilanzieren.

Erklären Sie die Ziele des Liquiditätsmanagements

Nur wer Geldflüsse KONTROLLIERT , kann LIQUIDITÄT MANAGEN!

Liquiditätssituation und deren Entwicklungen transparent machen
• Liquiditätsengpässe frühzeitig erkennen
• __________________Massnahmen rechtzeitig identifizieren und einleiten
• Optimierung der Kreditlimiten & Verringerung Zinsaufwand
• Effektives Liquiditätsmanagement wirkt __________________!
• Zentrale Steuerung der Geldflüsse ® Kompetenz auf wenigen Köpfen verteilen

Lernen