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Finanzielles Rechnungswesen 2 - BFH Bern - FS 2018
Finanzielles Rechnungswesen 2 - BFH Bern - FS 2018
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Cartes-fiches
Drei Hauptziele einer Unternehmung
1.Geschäftsbereich
2. Investitionstätigkeit
3. Finanzierungstätigkeit
Unternehmensbereiche
Finanzen, Soziales, Leistung
Finanzwirtschafltiche Ziele
Rendite, Liquidität, Sicherheit
Fonds Flüssige Mittel
Kassenbestände + Post- und Bankguthaben auf Sicht + am Bilanzstichtag innert 90 Tagen fällige Geldmarktanlagen
Netto-Flüssige Mittel
Fonds Flüssige Mittel - kurzfristige Kontokorrentschulden
Erweiterter Fonds Flüssige Mittel
Fonds flüssige Mittel + leicht verkäufliche Wertschriften des Umlaufvermögens
Netto monetäres Umlaufvermögen
Fonds Flüssige Mittel + kurzfristige Forderungen - kurzfristige Verbindlichkeiten
Netto-Umlaufvermögen
Umlaufvermögen - kurzfristiges Fremdkapital
Geldfluss aus Investitionstätigkeit
= alle Aus- und Einzahlungen aus Investitionen und Desinvestitionen
* Investitionen = Beschaffung von Anlagevermögen
* Desinvestitionen = Immer Verkaufspreis berücksichtigen, nicht Buchwert oder Anschaffungswert
* Ermittlung Geldfluss durch Analyse der einzelnen Konti, die Investitionen enthalten -> Kontennachvollzug
Buchgewinne aus Veräusserung Anlagevermögen
Prinzip:
Desinvestierter Betrag vollumfänglich in der GFR erfassen auch wenn der Buchwert des verkaufen auch wenn der Buchwert des verkauften Vermögensgegenstandes geringer ist.
Was bedeutet "erfolgswirksam"?
EIn Konto aus der Bilanz und ein Konto aus der Erfolgsrechnung.
Buchverlust aus Veräusserung von Anlagevermögen
Prinzip:
Desinvestierter Betrag vollumfänglich in der GFR erfassen - auch wenn der Buchwert des verkauften Vermögensgegenstandes grösser ist.
Free Cashflow
= Geldfluss aus Geschäftstätigkeit + Geldfluss aus Investitionstätigkeit
Faustregel: Der nachhaltige Free Cash Flow sollte genügend hoch sein, um die Effektivverschuldung innert 8 - 10 Jahren zu amortisieren.
Nutzen des Free Cash Flows
* Wachstum aus eigenen Mitteln finanzieren
* Dividenden ausschütten
* Fremdkapital zurückziehen
Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit
= alle Aus- und Einzahlungen aus Finanzierung und Definanzeriung
Beurteilung der Geldflussrechnung
* Beurteilung des Free Cash Flows
* Beurteilung Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit
* Beurteilung Geldfluss aus Investitionstätigkeit
Beurteilung Free Cash Flow
Faustregel:
Der nachhaltige Free Cash Flow sollte genügend hoch sein, um die Effektivverschuldung (= Fremdkapital - monetäres Umlaufvermögen) innert 8 bis 10 Jahren zu tilgen.
Beurteilung Geldfluss aus Investitionstätigkeit
* Zweckmässigkeit und Notwendigkeit NICHT beurteilbar
* Einzig Vertretbarkeit im Verhältnis zum Geldfluss aus Geschäftstätigkeit, zum Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit, zur Liquiditätssituation und zur Verschuldung prüfbar.
-> Mehrjahresbetrachtung und Branchenvergleich notwendig!
Wichtige Merkmale von SWISS GAAP FER 4 Geldflussrechnung
* Gliederung der Geldflüsse nach: Betriebstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit
* Geldfluss aus Betriebstätigkeit: Ermittlung indirekt oder direkt erlaubt
* Nichtliquiditätswirksame Investitions- und Finanzierungsvorgänge sind nicht in die Geldflussrechnung aufzunehmen
* Fonds; erlaubt sind "Flüssige Mittel" und "Netto-flüssige Mittel"
* Kurzfristige, jederzeit fällige Bankverbindlichkeiten dürfen von den flüssigen und Zahlungsäquivalenten gehören
* Geldnahe Mittel haben eine Restlaufzeit ab dem Bilanzstichtag von höchstens 90 Tagen
Konzern - Merkmale
Unter einem Konzern ist die Verbindung rechtlich selbstständig bleibender Unternehmung zu verstehen, die unter einheitlicher Leistung stehen und einen wirtschaftlichen Zielen verfolgen.
Konsolidierung der Bilanz -> Behandlung des Goodswills
Definition Goodwil:
1. Der Goodwill entspricht dem Betrag den ein Käufer als Ganzes unter Berücksichtigung zukünftiger Ertragserwartungen über den Wert aller materiellen und immateriellen Vermögensgegenstände nach Bezug der Schulden zu zahlen bereit ist.
2. Der Goodwill ist die DIfferenz zwischen tieferem Kaufpreis (Anschaffungswert) einer Tochtergesellschaft und dem effektiven Eigenkapital im Erwerbszeitpunkt
Definition Badwill
Der Badwill ist die Differenz zwischen tieferem Kaufpreis (Anschaffungswert) einer Tochtergesellschaft und dem effektiven Eigentkapital im Erwerbszeitpunkt
Konsolidierung - Beteiligung = 100 %
- Vollkonsolidierung ohne Minderheiten
- Keine Minderheitsanteile
Konsolidierung - Beteiligung = 50 - 100 %
- Vollkonsolidierung mit Minderheiten
- Ausweid der Minderheitsanteile (nicht beherrschende Anteile ) in Bildanz und Erfolgsrechnung
Konsolidierung - Beteiligung genau 50 %
- Quotenkonsolidierung bei Jointventures möglich
- Anteilsmässige Erfassung von
> Aktiven und Fremdkapital
> Aufwand und Ertrag
- Keine Minderheitsanteile
Bei der Quotenkonsolidierung handelt es sich um eine Übergangsstufe zwischen der Vollkonsolidierung und der Konsolidierung d.h. der Bewertung zu Anschaffungskosten
Konsolidierung - Beteiligung 20 % - 50 %
- Equity-Methode für assoziierte Unternehmen
- Keine Konsolidierung
- Bewertung und Ausweis der Beteiligung zu ihrem anteiligen Eigenkapital bzw. Substanzwert
Konsolidierung - Beteiligung unter 20 %
- Keine Konsolidierung
- Bewertung grundsätzlich zu Marktwerten
Equity-Methoden
Übergangsstufe zwischen der Vollkonsolidierung und der Nicht-Konsolidierung d.h. der Bewertung zu Anschaffungskosten.
Ausgehend von den Anschaffungskosten der Beteiligung im Erwerbszeitpunkt wird der Beteiligungsbuchwert laufend an die Entwicklung des Eigenkapitals des Unternehmens, an dem die Beteiligung besteht, angepasst.
Achtung! Weil aus Transparenzgründen je für die Bilanz und die ER ein separater Buchungskreis angewendet wird, sind bei Buchungen, welche den Erfolg beeinflussen, 2 Buchungssätze vorzunehmen!
Methoden der Kapitalkonsolidierung - Purchase- oder Erwerbsmethode
* Verrechnungsmethode für die Kapitalkonsolidierung
> Erwerbsmethode: beteiligungswert und EK der Tochter bei Erwerb
* Betrachtungszeitpunkt für die Verrechnung
> Erwerbsmethode: Erwerbsdatum
* Behandlung der Kapitalaufrechnungsdifferenz (KAD)
> Analyse der Kapitalaufrichtungsdifferenz und Aufteilung in
+ Stille Reserven
+ Goodwill
Folgekonsolidierung
Erstkonsolidierung = erstmaliger Einbezug einer Tochtergesellschaft in den Konzernabschluss ("Jahr 1")
Folgekonsolidierung = alle danach zu erstellenden Konsolidierungen ("Jahr 2 - Jahr x")
Zu beachten bei der Kapitalkonsolidierung
1. Der ursprüngliche Erwerbspreis durch die Muttergesellschaft ist nach wie vor mit dem anteiligen EK der Tochtergesellschaft zu verrrechnen
2. Bei einer späteren Kapitalerhöhung bei der Tochtergesellschaft ist das zusätzlich EK der Tochter mit dem erhöhten Beteiligungswert zu verrechnen. Der Goodwill verändert sich dadurch nicht.
Zu beachten bei den unrealistischen Zwischengewinnen
1. Die erfolgswirksamen Zwischengewinn-Eliminationen der Vorperiode müssen über die Gewinnreserven erfolgsneutral nachgeführt werden.
2. Die Veränderungen der nicht realisierten Zwischengewinne der laufenden Periode sind - wie gehabt - über die Gewinnkosten und erfolgswirksam zu erfassen
Zu beachten bei konzerninternen Gewinnausschüttungen
1. Auf eine erfolgsneutrale Nachführung der in den Vorjahren erfolgten konzerninternen Dividendenausschüttungen kann verzichtet werden weil: > Im Einzelabschluss von M die Gewinnreserven um den Betrag der Ausschüttung gestiegen sind => höherer Gewinn aus Beteiligungsertrag > Im Einzelabschluss von T die Gewinnreserven um den betrag der Ausschüttung gesunken sind => Gewinnausschüttung zulasten der Gewinnreserven > sich aus höheren Gewinnreserven bei M und tieferer Gewinnreserven bei T ein Nullsummenspiel ergibt
2. Entsprechend sind jeweils nur die im laufenden Jahr erfolgten konzerninternen Gewinnausschüttungen erfolgswirksam über die Gewinnkonten zu verbuchen.
Ergänzede Angaben zum Konzernabschluss
Im Eigenkapitalnachweis werden Eröffnungs- und Schlussbilanzen miteinander verknüpft. Als eigenständiger Bestandteil der Konzernrechnung schafft der Eigenkapitalnachweis Transparenz und zeigt in Tabellenform die Veränderungen des Konzerneigenkapitals auf.
Latente Steuern
Grundprinzipien: Der Steueraufwand in der Konzernrechnung müsste auf das Konzernergebnis abgestimmt ein. Diese einheitliche Bewertung nach "True and fair view" führt deshalb meist zu einer Auflösung stiller Reserven.
-> Berücksichtigung mit dem Konto "Steuerrückstellung für latente Steuern"
Jahresabschlussanalyse - Aufgaben und Ziele der Jahresabschlussanalyse
Ziele:
- Erkenntnisse über die wirtschafltiche Lage einer Unternehmung / Organisation gewinnen
- Durch die Analyse der Ertragslage, der Vermögenslage, der Finanzlage und der Liquiditätslage
- Interne Analyse mit internen Zahlen, externe Analyse mit externen Zahlen (stille Reserven)
Wer hat Interesse an einer Jahresabschlussanalyse
Interne Stellen (VR, Unternehmensleitung, Kontrollorgane (controlling, revisionsstelle))
Quasi-interne Interessenten (Grossaktionäre, Grosskreditgeber)
Externe Stellen (Kleinaktionäre, Fremdkapitalgeber, Arbeitnehmer und Gewerkschaften, Medien, Konkurrenz, Steuerverwaltung)
Grenzen der Jahresabschlussanalyse
- Die Jahresabschlussanalyse reicht nicht aus, um die Situation eines Unternehmens fundiert zu beurteilen
- Dazu bedarf es zusätzlich einer Strategieanalyse
Vorbereitung der Jahresabschlussanalyse
1. Formulierung der Analyseziele
2. Bereitstellung und Vorbereitung der Jahresabschlüsse
3. Kennzahlenauswahl und Definition von Vergleichswerten
4. Berechnung der Kennzahlen, Verlgeich der Kennzahlen
5. Interpretation der Ergebnisse, Bildung eines Gesamturteils
Aufbereitung des Datenmaterials
1. Ermittlung und Auflösung von Stillen Reserven (Absichts- und Zwangsreserven)
2. Gliederung von Bilanz und Erfolgsrechnung