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Finanz und Investitionswirtschaft
Finanz und Investitionswirtschaft
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Lernkarten
Was ist Finance Leasing?
Leasing ist ein atypischer Mietvertrag (Nutzenüberlassung gegen Ratenzahlung)
Finance Leasing: Der Leasingnehmer trägt das Investitionsrisiko, da er den Leasingvertrag weder beliebig kündigen noch den Leasingvermögensgegenstand zurückgeben kann. Diese Grundnutzzeit liegt in der Regel zwischen 50% und 75% der eigentlichen betrieblichen Nutzungsdauer des Vermögensgegenstandes, deshalb lange Leasinglaufzeit.
Nach Vertragsablauf besteht eine Kaufoption (muss/kann).
Operate Leasing: Beim Operate Leasing erwirbt der Leasing-Nehmer ein kurzfristiges, meist jederzeit kündbares Nutzungsrecht an einem Objekt. Der Leasing-Vertrag entspricht größtenteils dem zivilrechtlichen Mietvertrag. Im Vordergrund steht die kurzfristige Nutzung des Investitionsgutes. Das Investitionsrisiko liegt beim Leasing-Geber. Er nimmt das Investitionsgut nach kurzer Leasingdauer (i.d.R. keine Grundnutzzeit) wieder zurück, es gibt keine Kaufoption.
Wer aktiviert den Leasinggegenstand in der Bilanz?
Leasinggeber: Ist Eigentümer, erfasst das Gut also als Bestand in der Bilanz, auf der Aktivaseite im Anlagevermögen.
Leasingnehmer: Erfasst die Leasingrate als Aufwendung in der GuV-Rechnung (Gewinnmindernd).
Was versteht man unter offenem Factoring? Wer zahlt an wen?
Factoring: Ankauf von Forderungen aus Lieferung und Leistung vor Fälligkeit durch einen Factor. Häufig mit Übernahme des Delkrederisiko (Ausfallrisiko).
Offenes Factoring: Der Kunde wird über das Factoring informiert und bezahlt seine Rechnung nicht an den Lieferant, sondern an den Factor.
stilles Factoring: Der Kunde wird nicht über das Factoring informiert und bezahlt an den Lieferant. Die Zahlungen werden dann an den Factor weitergeleitet.
Dienstleistungsfunktionen eines Factors:
- Durchführung des Mahnwesens
- Debitorenbuchhaltung
- Bonitätskontrolle
- Fakturierung
Wie beeinflusst Factoring die Liquidität?
Factoring beeinflusst die Liquidität positiv. Die Bezahlung des Kunden würde eigentlich später stattfinden und mit Ausfallrisiko behaftet sein. Ein Factor kauft die Forderungen vor Fälligkeit an, und stellt somit liquide Zahlungsmittel früher und ohne Ausfallrisiko (insofern Delkrederefunktion übernommen wird) zur Verfügung. Nachteil: Der Factor will auch "entlohnt" werden.
Was versteht man in der BWL unter einer Investition?
Es ist die langfristige Bindung finanzieller Mittel in materiellen oder immateriellen Vermögensgegenständen.
Eine Investition ist die Hingabe von Geld, in der Absicht mit dem Mitteleinsatz einen höheren Geldrückfluss in Zukunft zu erreichen.
Welches Kriterium bringt die Investitionsalternativen in eine Reihenfolge?
Der größtmögliche Gewinn. Je höher der ermittelte bzw. gegebene Gewinn, desto sinnvoller ist die vorliegende Investition. Folglich sind die Opportunitäten (Handlungsalternativen) mit geringerem Gewinn in eine absteigende Reihenfolge zu bringen. Das geschieht z.B. in der Gewinnvergleichsrechnung. Um die Berechnung aber möglichst realitätsnah zu betrachten, sollte man den time value of money berücksichtigen.
Was problematisiert der "time value of money"?
(= Zeitwert des Geldes). Der gleiche Geldbetrag kann in der Zukunft einen anderen Wert haben (Geldwert: Kaufkraft des Geldes). Das geschieht durch Inflation (Anstieg des Preisniveaus) bzw. Deflation (Absenkung des Preisniveaus). Durch Abzinsung bzw. Aufzinsung kann dieser Wert in der dynamischen Investitionsrechnung dem tatsächlichen Zeitwert des Geldes angepasst werden.
Was ermittelt man mit einer Amortisationsrechnung?
– Wie funktioniert die kumulative Amortisationsrechnung?
Den Zeitpunkt, an dem sich die Anschaffungsausgaben einer Investition refinanziert haben.
– Die Zahlungsüberschüsse werden so lange aufaddiert, bis der Zeitpunkt erreicht ist, an dem die kumulierten Werte die Anschaffungskosten übersteigen.
Welche Stromgrößen werden der Investitionsrechnung zu Grunde gelegt?
Einzahlungen und Auszahlungen.
Wozu dient der interne Zinsfuß und nach welchem Kriterium wird entschieden?
Der interne Zinsfuß gibt an, zu welchem Prozentsatz sich das in einem Investitionsobjekt gebundene Kapital verzinst. Der interne Zinsfuß dient also der Umrechnung absoluter Werte in einen Zinsfuß.
Als Entscheidungskriterium dient, wenn r > i, ist die Investition durchzuführen.
r = interner Zinsfuß
i = Opportunität
Sollte die Investition durchgeführt werden (begründe)?
interner Zinsfuß: 7,5%, Zinssatz Bundesobligationen: 2,5%
Ja, die Investition ist durchzuführen, weil der interne Zinsfuß r > i
Was versteht man unter der Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals?
Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals: r = i
Die Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals entspricht dem Zinssatz, bei dem die Summe zukünftiger Nettoerlöse genau den Anschaffungskosten des Investitionsobjektes entspricht.
Einfach gesagt: Der Barwert der Nettoerlöse entspricht den Anschaffungskosten des Investitionsobjekts.
Was ist das K.O - Kriterium, wenn man Investitionen nach der Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals entscheidet?
r < i, weil dann sogar Verluste mit der Investition eingefahren werden.
Was ist der Barwert einer Investition?
Die Nettoerlöse einer Investition, also der Gewinn unter Berücksichtigung des time value of money.
Berechne die Anlagenintensität in Prozent.
Anlagevermögen: 350.000€, Umlaufvermögen 350.000€
Anlagenintensität
Anlagevermögen
–––––––––––––– * 100%
Gesamtvermögen
350.000/700.000 * 100 = 50%
Warum ist eine hohe Anlagenintensität problematisch?
Weil das Kapital im Anlagevermögen langfristig gebunden ist. Das Unternehmen verliert an Flexibilität, um sich an verändernde Marktbedingungen anzupassen. Die Anlagenintensität ist allerdings Branchenabhängig unterschiedlich.
1. Wie viel Jahre braucht man, bis sich die Investition amortisiert hat?
Kaufpreis Maschine: 60.000€ Netto
Verkaufserlöse pro Jahr: 30.000€
Variable Stückkosten pro Jahr: 8.000€
Fixkosten pro Jahr: 15.000€
2. Wie hoch ist die Verzinsung r nach 9 Jahren in Prozent?
Nenne drei Formen der Kreditbesicherung. Womit wird gesichert?
Personensicherheiten
Selbstschuldnerische Bürgschaft: mit dem Privatvermögen (Schuldner und Bürge).
Ausfallbürgschaft: Bürge haftet mit privaten Vermögen dann, wenn Gläubiger erfolglos vollstreckt hat.
Höchstbetragsbürgschaft: Der Bürge trägt ein vorher definiertes, maximales Haftungsrisiko.
Sachsicherheiten
Grundschuld und Hypothek: Verwertungsrecht der Sachsicherheiten durch den Gläubiger bei Forderungsausfall.
1. Wo sind alle Vermögens- und Kapitalgegenstände aufgelistet?
2. Bei welchem stichtagsbezogenen Vorgang werden diese erfasst?
1. In der Bilanz.
2. Bei der Inventur.
Was wird bei einer Inventur erstellt?
Das Inventar (die Auflistung der tatsächlichen Vermögensgegentände). Wird wertmäßig in die Bilanz überführt.
Wenn der gesamte Geldstrom im Unternehmen zur Aufrechterhaltung des Güterstroms dient – wird dann Gewinn gemacht?
Wenn das der Fall ist, sind sämtliche Einzahlungen nur ein durchlaufender Posten für die Beschaffung von Gütern. Somit werden keine Gewinne eingefahren (Einzahlungen werden direkt wieder Auszahlungen, es bleibt aber nichts hängen).
Welche Rechtsform hat das Unternehmen?
1. Ausgabe von neuen Aktien
2. Typisch stiller Teilhaber
1. Aktiengesellschaft (AG)
2. GmbH
Wie kann ein Unternehmen in neue Ideen investieren, ohne dafür von außen frisches Kapital besorgen zu müssen?
Durch Gewinne. Somit können aus dem eigenen Wertschöpfungsprozess Rücklagen gebildet werden, die der Gewinnthesaurierung dienen.
1. Wo können wir nachschauen, ob ein Unternehmen Gewinne macht?
2. Was passiert mit dem Gewinn vom Jahresende?
3. Wie lange steht der Gewinn für Investitionen zur Verfügung?
1. In der Bilanz.
2. Gewinnthesaurierung oder Gewinnausschüttung an die Anteilseigner des Unternehmens.
3. So lange der Gewinn nicht ausgezahlt wird. Die Gewinne müssen also als Finanzmittel verfügbar sein, zum Zeitpunkt der geplanten Investition.
Warum verzichten Eigentümer auf eine Gewinnausschüttung?
Zur Weiterentwicklung des Unternehmens. Dadurch werden Innovationen möglich, denn jedes Geschäftsmodell wandelt sich. Deshalb müssen Gewinne zur Verfügung stehen, um Investitionen zu tätigen und die wettbewerbsfähigkeit aufrecht zu erhalten bzw. auszubauen.
Was ist die Vergütung für Eigenkapital? was für Fremdkapital?
Eigenkapital: Gewinnanteil
Fremdkapital: Zinsen
Bei Verkauf auf Ziel gewähren wir 30 Tage Kredit. Wer trägt die Kosten?
Wir als Unternehmen (tragen die Kosten und das Risiko).
Ziele der BWL?
Erkenntnisobjekt: Unternehmen in einer Marktwirtschaft
Forschungsfrage: Wie können Unternehmen erfolgreich sein?
Erkenntnisziel: Welche Entscheidungen sind optimal für den Erfolg des Unternehmens?
Was ist im System Wirtschaft zu tun, um langfristig erfolgreich zu sein?
- rational handeln
- richtig entscheiden
- Liquidität aufrecht erhalten
- Gewinne erzielen
- Professionalität
Warum müssen Unternehmen richtig entscheiden?
- Mindestbedingung: Existenz/Überleben
- Wahrung der Zahlungsfähigkeit
Daher gilt langfristig:
- Gewinne erzielen
- Einzahlungen > Auszahlungen
Wie kommt man auf den Shareholder-Value?
externes Rechnungswesen:
Pagatorische Transaktionen einer Periode
+ Abschreibungen einer Periode
= Ertrag - Aufwand
internes Rechnungswesen:
Pagatorische Transaktionen einer Periode
+ Abschreibungen einer Periode
+ Kalkulatorische Transaktionen einer Periode
= Nutzen/Kosten
-> Shareholder Value!
Was ist der time-lag im Bezug auf Investitionen?
Die Zeit, die verstreicht, bis es zur Realisierung einer Investition kommt.
Was ist eine statische Investitionsrechnung?
Sie berechnet den Nutzen einer Investition ohne Berücksichtigung des time value of money.
Was ist der Barwert?
Der Barwert gibt den Gewinn einer Investition an, unter Berücksichtigung des time value of money.
Was ist die Gewinnvergleichsrechnung?
Die Gewinnvergleichsrechnung vergleicht den Gewinn der Investitionsalternativen. Plangewinn = Erlöse – Kosten.
Was ist ein Zinsfuß?
Ein Zinsfuß gibt die Höhe der Zinsen an, bzw. zu welchem Prozentsatz sich eine Investition verzinst.
Was ist die Methode des internen Zinsfußes?
Gibt an, zu welchem Prozentsatz sich das in einem Investitionsobjekt gebundene Kapital verzinst. Die absoluten Wert des Gewinns werden in ein prozentualen Wert umgerechnet (Zinsfuß – Gewinn/Anschaffungskosten). Als Entscheidungskriterium gilt: Wenn r > i sollte die Investition durchgeführt werden.
Was ist die Rendite?
In Prozent ausgedrückter Effektivzins p.A., den ein Anleger/Investor bei einer Investition erzielt.
Was ist ein Kredit?
Überlassung von Kapital bzw. Kaufkraft auf Zeit.
Welche Darlehensarten gibt es?
Endfälligkeitsdarlehen bzw. Festdarlehen
endfällige Tilgung, Zinsen werden über die Laufzeit beglichen.
Annuitätendarlehen
Gesamtsumme (Kredit + Zinsen) wird durch Laufzeit geteilt. Die Annuität bleibt gleich hoch. Zinslast sinkt, Tilgung nimmt zu.
Tilgungsdarlehen/Ratendarlehen/Abzahlungsdarlehen
Gleichbleibende Tilgungsrate. Dadurch sinkt die Zinslast.