Unternehmensführung
WS 16/17
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Flashcards
Güterarten nach Rivalitäts- und Ausschlussprinzip
Privates Gut (riv. + auss.)
Klubgut (nicht riv. + auss.)
Allmendegut (riv. + nicht auss.)
Öffentl. Gut (nicht riv. + nicht auss.)
Vernunftsprinzip (Rationalprinzip) -> ökonomisches Prinzip fordert?
Minimumprinzip -> minimaler Aufwand, bestimmter Output
Maximumprinzip -> gegebener Aufwand, maximaler Output
Unterschied Effizienz und Effektivität?
Effizienz "doing the things right" (=Ressourceneinsatz, Wirtschaftlichkeit) - wurden Ressourcen verschwendet?
Effektivität "doing the right things" (=Zielerreichung, Wirksamkeit) - wurde das Ziel erreicht?
Was ist die Betriebswirtschaftslehre im Allgemeinen?
- Kulturwissenschaft
- ökonomische Ausrichtung
- Zwischenstellung Natur- und Sozialwissenschaften
Problembereich der BWL?
- planvolle Versorgung des Menschen mit knappen Gütern
-> zwingt zu rationalem Umgang mit Gütern und Rohstoffen
Unterscheid VWL und BWL?
VWL: im Mittelpunkt gesamtwirtschaftliche Vorgänge (oft modellhaft)
BWL: einzelwirtschaftliche Orientierung (mikroskopische Perspektive)
Was sind Betriebe?
- fremdbedarfsdeckende Wirtschftseinheiten
- regelmäßig über Eigenbedarf hinaus materielle oder immaterielle Güter erzeugen/anbieten
- beachtung des ökonomischen Prinzips
(Zwischenstellung: öffentliche Betriebe, Verwaltungen)
Charakteristika des Betriebsbegriffes?
Systemdifferente Faktoren: Kombination von Produktionsfaktoren, Prinzip der Wirtschaftlichkeit, Finz. Gleichgewicht
Systemabhänige Faktoren: Autonomieprinzip, Erwerbswirtschaftliches Prinzip, Prinzip des Privateigentums
Ist die BWL eine reine oder eine angewandte Wissenschaft?
Reine: will vor allem ERKLÄREN, d.h. lehnt es ab der Praxis empfehlungen zu geben
Angewandte: will GESTALTEN, d.h. strebt direkte Entscheidungshilfen an
Hauptverfechter der angewandten BWL? Und wie versteht sie sich heute?
Eugen Schmalenbach
- BWL eine "Kunstlehre"
- Ziel: Leitungspersonal die Organisation und Führung mit konkreten Empfehlungen zu erleichtern
Heute: praktisch-normative Wissenschaft
Die traditionelle BWL ist ........?
.....eigentümer- bzw. kapitalgeberorientiert!
-> Ziele, Bedürfnisse und Verhaltensweisen privater Wirtschaftssubjekte bleiben zumeist außen vor.
Gegenentwurf: Arbeitsorientierte Einzelwirtschaftslehre (AOEWL)
Begriff der Unternehmensführung, zwei Unterscheidungen?
Management als Institution: Person oder Gruppe mit Anweisungsbefugniss
Management als Funktion: Komplex von Tätigkeiten + Aufgaben zur zielgerichteten Führung & Gestaltung arbeitsteiliger Systeme
Was ist Management (Unternehmensführung)?
zielgerichtete Führung und Gestaltung arbeitsteiliger Wirtschaftsorganisationen (USA: Business Administration)
Wer ist der Begründer der deutschen Nachkriegs-BWL?
Erich Gutenberg
-> Das System der Produktionsfaktoren
Als was erscheint das Management in den betrieblichen Produktionsfaktoren?
Dispositiver Faktor
(Leitung, Planung, Organisation, Überwachung)
Wer war der Vordenker der arbeitsteiligen Marktwirtschaft?
Adam Smith
Was ist das Babbage-Prinzip?
- Arbeitsprozess in unterschiedlich anspruchsvolle Aufgaben zerlegen
- unterschiedlich qualifizierte Mitarbeiter
-> senkung der Lohnkosten
Heute: Ansatzpunkt zur Erklärung der internationalen Arbeitsteilung
Was beeinhaltet das "Scientific Management" und von wem stammt es?
Frederick W. Taylor (1856-1915)
- Trennung von Planung und Ausführung der Arbeit
- Kontrolle durch das Management
- funktionale Gliederung der Organisation und Vorgesetztenaufgaben ("Funktionsmeister-system")
- exakte Personalauswahl und -training
- leistungsorientierte Lohndifferenzierung (z.B. Akkordlohn)
-> harte Arbeit führt mit gutem Management zu mehr Produktivität
Was führte zu Henry Fords Untergang?
alleinige Fixierung auf fertigungswirtschaftliche Potenziale (kein Wert auf Kundenwünsche)
Welche Ebenen/Dimensionen werden in der UF unterschieden?
- normatives Management
- strategisches Management
- operatives Management
Nenne die Aufgaben und Ziele der UF-Dimension "normatives Management":
Vorgabe wertbezogener Handlungsrahmen -> Unternehmensmission/übergeordnete Unt.-politik
- Ausgangslage: konfligierende Anliegen und Interessen
-> Aufbau unternehmerischer Legitimations- und verständigungspotenziale
Nenne die Aufgaben und Ziele der UF-Dimension "strategisches Management":
am normativen Management ausgerichtete wettbewerbliche Steuerung
- nachhaltige Wettbewerbsvorteile aufbauen
Nenne die Aufgaben und Ziele der UF-Dimension "operatives Management":
maßnahmenorientierte und messbare Umsetzung der Vorgaben aus dem nM und sM
-"Alltagsmanagement"
- Einsatz effizienter Abläufe und Techniken
Unterscheide die normative von der empirischen Managementsicht:
nMs: mathematisch geprägt (vorschreiben von Regeln, Maßstäben und Normen)
eMs: verhaltenswissenschaftliche Ms (beruht auf Beobachtung, Erfahrungen, Messungen)
Welche Aufgaben sind aus normativer Sicht den Managern zuzuschreiben? (nur Oberbegriffe)
(Weihrich/Koontz und Gulick(POSDCORB))
Planung, Organisation, Personaleinsatz, Personalführung, Kontrolle (Budgeting, Reporting), Koordination
Welche Fähigkeiten sollte ein Manager aus normativer Sicht besitzen?
Conceptual Skills (Strategiekompetenz)
Entwicklung einer konzeptionellen Gesamtsicht, Heuristiken einsetzten, Lernfähigkeit, Problemstrukturisierungskompetenz
Human Skills (Sozialkompetenz)
Führung von Mitarbeitern und externen Stakeholdern, Konfliktmanagement, Kommunikations- und Koordinationskompetenz
Technical Skills (Methodenkompetenz)
Fachwissen, Problemlösungskompetenz
Zeige die Ergebnissen empirischer Studien über die wirklichen Managertätigkeiten auf.
- extrem zerstückelter Arbeitstag
- sehr viel mündliche Kommunikation
- viele face-to-face Situationen -> mehr fragen als anweisen
- offene Bearbeitungszyklen
- Mehrdeutigkeit und späte Rückkopplung der Entscheidungen
Leite aus den wirklichen Managertätigkeiten die Dilemmata des Management ab.
Handeln müssen <-> ohne Konsequenzen zu kennen
Ergebnisse nur gemeinsam erzielbar <-> MA kaum kontrollier- und beeinflussbar
Verantwortung für Resultate übernehmen müssen <-> Resultate von anderen verursacht bzw unvorhersehbar
Aus empirischer Sicht gibt es verschiedene Managerrollen. Nenne die 10 Managerrollen, in ihren 3 Bereichen, nach Mintzberg!
Interpersonelle Rollen: Galionsfigur, Vorgesetzter, Vernetzer
Informationsrollen: Radarschirm, Sender (intern), Sprecher (extern)
Entscheidungsrollen: Innovator, Problemlöser, Ressourcenzuteiler, Verhandlungsführer
Unterscheide die Begriffe der Hauptfunktionen der Planung!
Planen: systematisches Durchdenken und Festlegen von Zielen, Mitteln und Ressourcen
Planung: Institutionalisierte Verankanerung des Planens und Kodifizierung der Ergebnisse
Definiere die Unternehmensplanung!
- Planung als geistige Vorwegnahme zukünftigen Handelns
- verlangt informationsverarbeitenden Priorisierungsprozess
- bezieht sich auf die Festlegung von Zielen, Ressourcen und Maßnahmen
-> UF bildet übergreifenden Rahmen für die funktionale Teilplanung (Finanzen, Personal, Beschaffung)
Nenne Oberbegriffe des heutigen Planungskontextes!
- Preis- und Kostendruck (Wettbewerb)
- Innovationsdruck (Ansprüche der Kunden)
- Nachfragedifferenzierung (interkulturelle Unterschiede)
- gesellschaftlicher Wertewandel (neue Technologien, demogr. wandel)
- zunehmende legislative Regulierungen (Gesetzte)
Was ist das oberste Ziel der Planung?
Reduktion von Komplexität
Nenne die Hauptfunktionen der Planung im einzelnen und welche Funktionen man davon ableiten kann!
- Sicherungsfunktion
- Optimierungsfunktion
von abgeleitet: Koordinations-, Flexibilitäts-, Innovations- und Motivationsfunktion
Unterscheide Top-Down und Bottom-Up Planung!
TDP: von oben nach unten, Plan von der UF vorgegeben, in den unteren Ebenen konkretisiert
BUP: von unten nach oben, Teilpläne an übergeordnete Planungsebenen, dort koordiniert und präzisiert
Was sind die Vor- und Nachteile der Top-Down und Bottom-Up Planung?
TDP: + Planrealisierung wahrscheinlicher, normative Lenkfunktion, Planungs-Know-How, Gesamtzusammenhang, Überblick
- niedrige Planakzeptanz, Demotivation, unrealistische Ziele, unflexibel, MA kein Einfluss, Detailwissen fehlt
BUP: + Planakzeptanz, Motivation, MA Einfluss, Flexibilität, Realitäts- & Basisnähe
- keine Lenkungsfunktion, hoher Koordinationsbedarf, schwierige Umsetztung, Uneinigkeit, kein Planungsknowhow
*Gegenstromprinzip
Beschreibe die erste der drei Ebenen der Planung hinsichtlich Inhalt bzw. Horizont!
1. Strategische Planung: - von den oberen Hirarchien durchgeführte, langfristige Planung
- analytische und prognostische Instrumente
- Leitliniencharakter, "Chefsache", min. 3-8 Jahre
- übergreifender Rahmen der Teilplanung
- Proaktiver Aufbau und Pflege zukünftiger Erfolgspotenziale (z.B. Finanzkraft, Patente, HR)
- Grundsätze: Konzentration der Kräfte, Bezugnahme auf Stärken, Synergieerzielung, Kontinuität
Beschreibe die zweite und dritte der drei Planungsebenen hinsichtlich des Inhalts bzw. Horizonts!
2. Taktische Planung: - mittelfristige Planung (1-3 Jahre)
- primär Umsetzung strategischer Planung -> auf konkrete Probleme
- Kennzeichen: meist aufs nächste Geschäftsjahr, Vollzug betriebl. Fkt. bzw. Geschäftseinheiten
- Bsp.: Programmplanung, Personalbeschaffung
3. Operative Planung: - kurzfristige, ablauforientierte Planung (max. 1 Jahr)
- Erreichung operativer Einsatzziele, mit Hilfe z.B. Task-Forces
- Kennzeichen: laufende Geschäftsjahr, Bildung seperate Arbeitsbereiche, Infobasis: RW, CO
- Bsp.: Budgetierung Werbung, Abhilfe Reklamation