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Sprache Français
Stufe Grundschule
Erstellt / Aktualisiert 15.12.2019 / 16.12.2019
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Vorlesung

Die Wegmarken der drei Juwelen nennen, kurz erläutern und ihre Bedeutung für die buddhistische Ethik skizzieren.

Die drei Juwelen als Eckpfeiler des «Buddhist-Seins» (in allen bud. Gruppen vorhanden)

Zuflucht zum Buddha→Vertrauen in den Buddha und seine Einsicht, wie Erlösung zu finden ist. Der Buddha als Arzt, der die Krankheit diagnostiziert und das Medikament verschreibt. → Man nimmt Zuflucht zu dem von dem man glaubt, dass er helfen kann.

Zuflucht zum Dharma (Lehre der Buddhisten) → Die Medizin, die das Leiden und seine Ursachen heilt. Erlösung geschieht, indem man der Lehre folgt.

Vieldeutiger Begriff: bezeichnet sowohl die verkündete Lehre (das was Sidatha Gauddmah mal verkündet hat) als auch den Gegenstand der Erkenntnis / die Wahrheit (das, was allem zugrunde liegt, das Wesen des Seins, universelles Gesetz, natürliche Ordnung = transzendenter Aspekt → das was hinter der Lehrer steht).

Zuflucht zum Sangha (Versammlung/Gemeinschaft): Vertrauen in die Gemeinde, die hilft, die vom Arzt verordnete Medizin einzunehmen bzw. die Therapie zu befolgen.
Enges und weites Verständnis: sowohl Mönche / Nonnen (bhikkhus / bhikkhuni) wie auch Gemeinschaft aller Praktizierenden; auch möglich: Gemeinschaft der Erwachten.

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Vorlesung

Die vier edlen Wahrheiten und ihren Zusammenhang mit dem 8-fachen Pfad (den Zusammenhang zwischen dharma und Ethik) erklären.

1. Wahrheit
Was ist das Leiden) Anamnese  Realistische, aber nicht pessismischtische Analsys des Lebens: Alles ist vergänglich und begrenz, es gibt kein dauerhaftes Glück auf Erden.

2. Wahrheit
Woher kommt das Leiden? Vom Lebensdurst, Diagnose  Lebensdurst muss immer neu gestillt werden.

3. Wahrheit
Wie kann das Leiden überwunden werden? Aufgabe des Lebensdurstes. Therapie Heilsweg, der vom Gehen dieses Weges abhängt (kein Gott, keine Gnade, keine Gebete, Opfer, Rituale, etc)

4. Wahrheit
Welcher Weg führt zur Aufgabe des Lebensdurstes? Gege den 8-fachen Weg. Medikament Ein "praktischer" Weg.

Was ist Leiden? Alles Leben ist Leidvoll schon die Geburt trägt in sich den Keim von Leid und Tod, glückliche Momente lassen sich nicht festhalten und sich deshalb auch leidvoll.

Woher kommt das Leiden? Die Begierde nach Leben ist der Ursprung des Leidens, Jeder Wunsch den wir hegen ist eine weiter Kette, die uns ans Rad der Wiedergeburten fesselt. Begierde, Ablehnung und Unwissenheit sind die drei Bewusstseinsgifte des Menschens.

Wie kann das Leben überwunden werden? Mit der Vernichtung des Durstes und des Begehrens.

Welches ist der Weg das Leiden zu überwinden? Die vom Buddha vorgeschlagene Therapie ist der Edle Achtfache Pfad, der Mittlere Weg zwischen Askese und Luxus. Dieser ist die vierte Wahrheit.

 

Zusammenhang: 4 Wahrheiten beinhalten den 8-fachen Pfad, wenn man diesen geht (lebt) ist

das der Richtige der Weg zur Erlösung → Wenn man sich den Wahrheiten bewusst ist, kann

man den 8-fachen Pfad gehen und Erlösung finden

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Vorlesung

Die 5 ethisches Übungsschritte/Grundsätze (silas) nennen, über die Art ihrer Einhaltung informieren sowie den Zusammenhang mit den Tugenden erläutern.

Nicht töten

Nichts nehmen, was einem nicht gegeben werde

Keinen unzulässigen Geschlechtsverkehr

Nicht lügen bzw. ehrlich und aufrichtig sein

- Keine Rauschmittel

Der Entschluss zur Einhaltung erfolgt aus einer Haltung der inneren Selbstverpflichtung, nicht

durch Verweis auf äußere Einflüsse.

Die acht Silas (an bestimmten Tagen, für besonders «Engagierte») → Ergänzung der 5 Grundsätze um die folgenden 3:

  • -  Fasten zu bestimmten Zeiten

  • -  Keine Vergnügungen

  • -  Kein zu komfortables Liegen

Kann ergänzt werden um den Grundsatz der zeitweisen Keuschheit

Generell: Einsicht in die Verbundenheit aller Lebewesen / Mitgefühl (mitfühlende Identifikation mit allen Lebewesen als Grundhaltung)

3 „Kardinaltugenden“:

  • -  das Nichtfesthalten (araga): kein egoistisches Begehren

  • -  die Mildtätigkeit (adosa): Wohlwollen gegenüber allen Lebewesen, dient der

    Leidverminderung

  • -  das Verstehen (amoha): Wissen um die Natur und das Wohl des Menschen

    Aus diesen Tugenden ergibt sich auch das Prinzip der Gewaltlosigkeit im Buddhismus (bzw. ergibt sich aus dem Nichtbefolgen dieser Tugenden die Gewalt)

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Vorlesung

Exemplarisch ethische Grundsätze im Buddhismus am Beispiel des Umgangs mit Tieren (Tierethik: insbesondere Vegetarismus) erläutern.

 

Generelle Einstellung zum Thema (Fleisch) «Essen» im Buddhismus:

Es gibt keine allgemein gültigen Speisevorschriften, aber der Umgang mit Essen soll mit Bewusstheit geschehen:

  • -  Gemäß dem Prinzip des mittleren Weges soll es auch beim Essen nicht zu Extremen in die eine oder andere Richtung kommen: gegessen werden soll, um den Hunger zu stillen.

  • -  Mit Lebensmitteln soll ein achtsamer Umgang gepflegt werden

  • Buddha erlaubte seinen Anhängern, dann Fleisch zu essen, wenn das Tier nicht extra für das Essen geschlachtet worden war. Das wird vielfach als Argument benutzt, um Fleischverzehr zu legitimieren, wenn das Tier nicht eigenhändig getötet wurde.
  • Überdies ist das Essen von Fleisch auch moralisch legitim, wenn man eingeladen ist.
  • Faktisch gibt es ausgeprägte vegetarische Traditionen in buddhistisch geprägten Ländern und viele Buddhisten leben vegetarisch. Andererseits gibt es aber auch die Möglichkeit, moralisch mehr oder weniger gut begründet Fleisch zu essen.

Manche Buddhisten sind Vegetarier, manche nicht, wie lässt sich das ethisch rechtfertigen?

Argumente für Vegetarismus:
VerminderungvonTierleid
Befolgungdesahisma-Prinzips(UnverletzlichkeitdesLebens)sowiedesNicht-

Tötens (5 Silas)
FleischkonsumalsAnhaftunganmateriellenAspekten

Argumente für Fleischverzehr:
ImZweifelwirddasmenschlicheLebenhöhergewichtet→darausergibtsich

die Möglichkeit auf Fleisch zurückzugreifen, wenn der Anbau oder Erwerb von

Gemüse nicht möglich ist (Bsp. Tibet)
TötungvonTierenkannauchrespektvollgeschehen
«MittlererWeg»→bewussterUmgangaberkeinVerzicht
Buddhas Erlaubnis, Tiere dann zu essen, wenn sie nicht eigens geschlachtet

werden

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Wissensfrage

Sie können im Detail über das Leben „Buddhas“ bzw. Siddharta Gautamas informieren (Kap. 1; S. 95/97-98)

Buddha lebte nach allgemeiner Annahme von 560 bis 480 v.Chr. Heute wahrscheinlich auf 100 Jahre später geschätzt. Grobe Unterteilung in drei Phasen:

1. Phase – sorgenfreies Leben im Überfluss

Siddhartha Gautama war Sohn einer Fürstenfamilie in Nordindien. Er hatte eine sorgenlose

Jugend und war ein verwöhnter Fürstensohn mit verschiedenen Palästen. In «vier Ausfahrten» gelang es ihm, den Palast zu verlassen: Da ist ihm zum ersten Mal ein Alter, ein Kranker, ein Toter und ein Asket begegnet. Erst so erfuhr er, dass es im Leben auch Leid gibt. Mit 29 (nach Geburt seines Sohnes Rahula = Fessel) verliess er Familie und Palast um den Sinn des Lebens und des Leides zu suchen.


2. Phase – Asketenjahre
6 Jahre übte Buddha strenge Askese und Meditation. Er soll sich täglich nur mit einem Reiskorn ernährt haben→magerte massiv ab. Doch diese strenge asketische Disziplin führte nicht zur angestrebten Erleuchtung. Deswegen entschloss er sich moderat zu essen und sich meditierend unter einen Baum zu setzen.


3. Phase – Lehrjahre
Mit 35 fand er die Antwort unter dem Bodhi-Baum (religiöser Feigenbaum). Aus eigener Kraft, durch Selbstvervollkommnung und Einsicht hatte er die Erleuchtung erlangt. Von da an wurde Siddhartha Buddha genannt. ➔ Das ist ein Ehrentitel, der der Erleuchtete / aus dem Wahn Erwachte bedeutet. Die neue Lehre (das Rad der Lehre) verbreitete Buddha anschliessend in Nordindien.
Er verkündete da die Lehre des «Mittleren Weges»: Weder Lust und Ausschweifung noch Askese und Selbstquälerei führe zur Erleuchtung und Einsicht. Stattdessen sollte man in achtsamer und selbstloser Haltung sein Leben führen.

Während seiner 45-jährigen Lehrtätigkeit versammelte er immer mehr Menschen, die sangha (Ordensgemeinschaft aus Mönchen und Nonnen), um sich.
Nach Überlieferung wurde Buddha 80 Jahre alt. Er bestimmte keinen Nachfolger, sondern

seine Lehre sollte an seine Stelle treten. Die Lehrreden wurden erst 300-400 Jahre später niedergeschrieben. Lange Zeit mündlich überliefert.

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Wissensfrage

Sie können die drei «Daseinsmerkmale» und ihren Zusammenhang mit dem Nirwana sowie die Aspekte des Menschenbildes im Buddhismus erläutern (Kap. 2.3 und 2.4: 102)

Drei Daseinsmerkmale
Die drei Daseinsmerkmale von allem Geborenen, von allem Gewordenen:
Es (das Entstandene, Gewordene)
ist (duhkha), vergänglich (anicca) und ohne bleibende

(anatta) (es gibt kein «Ich»).
Drei Bewusstseinsgifte: Unwissenheit, Begierde und Abneigung. Diese drei hindern uns daran, die Welt so zu sehen und zu begreifen, wie sie ist.
Alle Handlungen werden danach beurteilt, ob sie heilsam oder unheilsam sind, die drei Bewusstseinsgifte zu tilgen. Die Folgen, aber auch die Absichten spielen eine bedeutende Rolle!
➔ Der Edle Achtfache Pfad ist das Gegengift. Dadurch ist ein Ausweg aus dem (Leiden) fortwährenden Lauf der Wiederverkörperung und der Eintritt ins endgültige Verlöschen (Nirvana) möglich.

Das Nirvana
«das Erlöschen». Ziel des buddhistischen Heilsweges
Eintritt ins Nirvana = Endgültiger Austritt aus dem Kreislauf der Wiederverkörperungen (und des Leides), indem alle Faktoren erlöschen, die ans Dasein binden: Ich-Sucht, Gier, Anhaften an materielle Güter und Ideen, usw.
Das Nirwana ist jenseits menschlicher Verstehbarkeit. Man kann nur sagen, was das Nirvana nicht ist.

Fünf Daseinsfaktoren
Skandhas. Der Mensch besteht nach buddh. Auffassung aus: Körper, Empfindung, Wahrnehmung, Willens-/Geistesregung, Bewusstsein. Diese 5 Faktoren sind in stetem Wandel. Es gibt kein bleibendes, unveränderliches Selbst, da alles unbeständig und unwiederholbar vergänglich ist.

Die drei Daseinsmerkmale müssen akzeptiert werden (eine der vier edlen Wahrheiten) und die fünf Daseinsfaktoren müssen verstanden werden. Diese Faktoren sind immer in einem Wandel und unwiederholbar vergänglich. Erst danach kann man sich auf den 8-fachen Pfad begehen und somit das Nirwana erreichen. Die Bewusstseinsgifte müssen überwunden werden.

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Wissensfrage

Sie kennen die Haupttraditionen im Buddhismus (Theravada/ Mahayana/ Vajrayana) und können die Unterschiede zwischen diesen Richtungen herausarbeiten (Kap. 3.1; S. 104/106/111)

Theravada
Südlicher Buddhismus. «Lehre der Ordensälteren»
Sie nehmen in Anspruch, die von Buddha verkündete Lehre «unverfälscht» über die Jahrhunderte überliefert zu haben. Ziel ist es im Theravada, «Erleuchteter» (arhat) zu werden! Ihre heilige Schrift ist der «Dreikorb», der Pali-Kanon. → Alles auf Palmblätter geschrieben und in Körbe gelegt. Korb der Ordenszucht, Lehrreden und Lehrvertiefung.
Deutlich weniger rituelle Handlungen als Mahayana.
Sri Lanka, Burma, Thailand, Laos, Kambodscha

Mahayana
Nördlicher Buddhismus. das «grosse Fahrzeug» Mahayana ist eine Reaktion auf Entwicklungen des Ordenslebens, das als reformbedürftig empfunden wurde. Die Kritik dabei war, dass bis dahin nur Mönche und Nonnen das Ziel der «Befreiung» erreichen konnten.

Ziel im Mahayana ist die Selbstlosigkeit des bodhisattva («Erleuchtungswesen»). Ein bodhisattva hat die Erleuchtung schon erreicht, doch schiebt er das Eingehen ins Nirvana auf. Dies geschieht aus Mitleid mit allen «leidenden Wesen», um zu ihrem Wohl und ihrer Erleuchtung (bodhi) wirken zu können.

Bodhisattva kann im Mahayana jeder und jede sein, der Status der Laien wurde aufgewertet. Neben Pali-Kanon noch sutras (Lehrtexte).
China, Korea, Japan, Vietnam

Vajrayana
Tibetischer Buddhismus. Das «Diamantene Fahrzeug». Vajra = «Diamant-Zepter» = wichtiges Ritualinstrument. Instrument durchschneidet die Unwissenheit der Praktizierenden.
Der Lama, der «höher stehende Lehrer», spielt bei der Weitergabe der Lehre eine wichtige Rolle. Zu ihm nehmen die Gläubigen «Zuflucht».
Gleich wie im Mahayana: Die Bedeutung der Selbstverpflichtung der Mönche und Nonnen, als bodhisattva mit Hilfe geschickter Mittel zum Wohle der leidenden Wesen zu wirken, ist sehr hoch. Die Wege und Rituale unterscheiden sich aber stark.

Verbreitung: Gangesebene Nordindiens, danach weiter bis Sri Lanka, nach Südostasien und über die Seidenstrasse nach China.

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Wissensfrage

Sie können über die Feste „Vesakh“ und das „Neujahrsfest“ informieren (Kap. 4.7; S. 123- 124)

Vesakh
Für südliche Buddhisten (Theravada) das wichtigste Fest im Jahr. An Vesakh gedenken Buddhisten in Dankbarkeit der Geburt, Erleuchtung und des «Verlöschens» des Buddha.
Das Fest ist zugleich Erinnerung und Aufforderung an jeden Einzelnen, die Befreiung anzustreben. Es ist bei Vollmond des Monats Visakha (April, Mai).

Neujahrsfest
An diesem Tag / Abend wird das Ende des alten und der Anfang des neuen Jahres gefeiert. Populäres und farbenfreudiges Fest. In Asien dauert das Fest mehrere Tage, in der Schweiz lediglich die Nacht des Jahreswechsels. Für das vergangene Jahr wird gedankt und für das kommende der Vorsatz bekräftigt, den buddhistischen Pfad zu gehen. Mönchs-Rezitationen und Bitten für Gesundheit, Erfolg und ein langes Leben.

Theravada beginnt neues Jahr im April, Mai. Mahayana beginnt Jahr im Januar, Februar. Vairayana beginnt Jahr im Februar.