Wir bauen für dich um! Daher steht card2brain am Donnerstag, den 20.06.2019 ab 23:30 für einige Stunden nicht zur Verfügung.

Lernkarten

Karten 52 Karten
Lernende 1 Lernende
Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 24.01.2019 / 01.02.2019
Lizenzierung Keine Angabe
Weblink
Einbinden
21 Exakte Antworten 31 Text Antworten 0 Multiple Choice Antworten
Fenster schliessen

 Erläutern Sie den Begriff der Instrumentierung.

Semiotische (inhaltliche und formale), sozialstrukturelle (und damit auch institutionelle, ökonomische, juristische) sowie technische (infrastrukturelle und apparative) Voraussetzungen oder Bedingungen von Kommunikation und Rezeption können empirisch als kulturelle Instrumentierungen von Kommunikation und Rezeption begriffen werden, die historisch in enger Wechselbeziehung mit jeweiligen sozialen, politischen, ökonomischen und technischen Verhältnissen entwickelt, konsolidiert und ausdifferenziert werden. So können z.B. die Prozesse des Aufkommens und der Verbreitung von Schriftsystemen als solche erweiterten Instrumentierungen von vormals nur oraler Kommunikation und Rezeption angesprochen werden

Fenster schliessen

Worin besteht die doppelte Konventionalisierung der Kommunikation?

Es handelt sich um eine zweite Konventionalisierung, nämlich die der technischen Hilfsmittel, deren sich die Kommunikation und Rezeption nach der ersten Konventionalisierung des Kommunikations- und Rezeptionsverhaltens bedient. Sprache und Schrift sind konventionalisiertes Verhalten.

Was die Konventionalität für die Regulation des Verhaltens ist, leistet die Standardisierung für die Regulation technischer Prozesse, die Definition von Schnittstellen, die Normierung von Formaten (z.B. Papier, Video), Verfahren (z.B. der Speicherung und Übertragung von Daten) etc

Fenster schliessen

 Erläutern Sie die Prozesse der Entkopplung und Konvergenz von Kommunikation und Rezeption.

Die Entwicklung der Informations- und insbesondere der Unterhaltungselektronik, die Entwicklung der Fernsehtechnologie, die Verbreitung von Geräten und die Vermehrung von Programmanbietern und Programmangeboten, und natürlich die Fortsetzung dieser Entwicklungen im Internet haben einen Trend verstärkt und Handlungsmuster gefördert, die sich nicht erst seit der Literalisierung der menschlichen Kommunikation – seitdem jedoch in besonders nachhaltiger Weise – auf unsere kommunikativen Verhältnisse auswirken: die Entkopplung von Kommunikation und Rezeption. Was wir hier am historischen Fall beobachten, ist der Beginn der Kultivierung der Rezeption. Die modernen elektronischen Massenmedien haben diesen Prozess extrem verstärkt. Sie sind diejenigen Instrumente, mit denen wir die Medienkultur unserer Tage dominant zu einer Rezeptionskultur entwickelt haben. Die Lesekultur der letzten 200 Jahre wird erweitert zu einer Medienrezeptionskultur, die Bildungsprogramme werden über Alphabetisierung und Literalisierung hinaus ergänzt um die Vermittlung von Medienkompentenzen für den Umgang mit Fernsehen, Video, CD, DVD und PC. Seit der Leserevolution werden von der Unterhaltungsindustrie Produkte speziell zur Betätigung der akkulturierten Rezeptionskompetenzen entwickelt, Bücher, Filme und multimediale Produkte, deren Autoren, Regisseure oder Produzenten gar keine kommunikativen Intentionen mehr mit ihren Medienprodukten verfolgen.

Fenster schliessen

Was zeichnet die Face-to-face-Kommunikation als Referenzbasis und Maßstab zur Evaluation von Medien, Informations- und Kommunikationstechnik aus?

Die Face-to-face-Kommunikation ist nicht nur eine Rekreationsbasis menschlicher Produktivität, sondern – als ontogenetisch primäre, biologisch, kognitiv und sozial stabilisierte, massenhafte und rekurrente Kommunikationsform – auch ein (!) bedeutender (weil in der Erfahrung von Kommunikatoren verankerten) kognitiver und kommunikativer Erfahrungsbereich.

Als Maßstab für die Evaluation sämtlicher kommunikations- und medientechnologischer Veränderungen und Innovationen ist er deshalb besonders geeignet. Praktisch jeder verfügt über Erfahrungen mit personaler Kommunikation, und aus dieser Erfahrung ist bekannt, was Kommunikation im Prinzip leisten kann. Betrachtet man einmal die Geschichte der Kommunikations- und Medientechnik (von der Schrift, über den Druck, die Telegraphie, Photographie, das Kino, Telefon, Radio und Fernsehen bis hin zum Computer) aus dieser Perspektive, so lässt sich die Aufeinanderfolge kommunikations- und medientechnologischer Innovationen als Ergebnis von Bemühungen zur Kompensation der Nachteile, Schwächen und Defizite jeweils entwickelter Kommunikationstechniken im Vergleich mit der Leistung und den kommunikativen Möglichkeiten der Faceto-face-Kommunikation begreifen.