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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 07.01.2019 / 12.01.2019
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91 Exakte Antworten 1 Text Antworten 0 Multiple Choice Antworten
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 Was ist eine Instinkthandlung und wodurch wird sie ausgelöst?

Ø  Eine Instinkthandlung ist eine angeborene „Bewegungsformel“, die biologisch gereift ist, lernunabhängig ist, durch Schlüsselreize ausgelöst wird, eine regulative, stereotype Bewegungskette darstellt und eine perzeptuell autonome Ausführung hat.Sie wird durch Schlüsselreize ausgelöst, welche angeborene Auslösemechanismen sind und zu der Instinkthandlung führen
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Was ist „Humanethologie“ und welchen Ansatz verfolgt dieser Wissenschaftszweig?

Die Humanethologie ist ein Zweig der Verhaltensbiologie, der vor dem Hintergrund, dass auch der Mensch das Resultat einer langen stammesgeschichtlichen Entwicklungsreihe ist, insbesondere jene Verhaltensweisen unserer Art erforscht, die als angeboren gelten können, bzw. die angeborene Grundlagen haben
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Welche Einwände gibt es gegen Instinkttheorien?

Ø  Kritikpunkte gegenüber Instinkttheorien sind die terminologische Verwirrung (Unterscheidung Instinkt, Gewohneheiten, Reflexe). Hinzu kommt, dass nahezu jedes menschliche Verhalten modifizierbar ist, selbst einfachste Verhaltensweisen wie Aufsuchen von Essen und Trinken sind erfahrungs- und lernabhängig.Falsifkation von Lernen ist nicht die Verifikation von Instinkt
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Was ist ein „Trieb“ und was behauptet die „Triebreduktionshypothese“?

Ø  Trieb bezeichnet eine allgemeine, unspezifische Quelle der Verhaltensgeneralisierung; Motivation als Energie, kein Verhalten ohne aktivierung.Trieb ist eine Druck-Variable (push), die das Verhalten von innen anschiebt- Triebzustände sind unausweichlich.Die Triebreduktionshypothese besagt, dass der Trieb ein zustand der Anspannung ist, dessen Reduktion als befriedigend und lustvoll erlebt wird. Es handelt sich um ein homöostatisches Konzept.
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Was ist der Unterschied zwischen „Trieb“ und „Instinkt“?

Instinkte werden extern, durch Schlüsselreize ausgelöst. In der gleichen Situation wird immer das gleiche Verhalten gezeigt, Instinkte sind Lernunabhängig und die Instinkthandlung erfolgt autonom; Triebe sind interne Anspannungszustände im Individuum selbst. Es handelt sich u unspezifische Antriebsquellen des Verhaltens nach Defizitmotiven: man hat ein unbefriedigtes Bedürfnis, welches man befriedigen muss. Bei unterschiedlichen Bedürfnissen zeigt man in einer gleichen Situation unterschiedliche Verhalten. Die Richtung des Verhaltens ist festgelegt durch gelernte Verhaltensweisen, das Verhalten ist nicht automatisiert
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 Warum ist der Mensch laut Triebtheorien Triebeinflüssen auf das Verhalten in stärkerem Maße “ausgeliefert” als Einflüssen, die von Anreizen ausgehen?

Ø  Anreize (äußerer Druck) und Triebe (innerer Druck) beeinflussen beide Motivation für bestimmtes Verhalten. Aber äußeren Anreizen kann man leichter aus dem Weg gehen, als inneren. Je länger man innere Triebe aufschiebt, desto stärker wird der Druck.Hieraus entsteht das Dampfkesselmodell: Triebe bauen eine innerorganische Energie auf, die sich (unbewusst) anstaut. Die Abfuhr dieser Energie ist unausweichlich, damit man von einem negativen zu einem neutralen Zustand zurückkehren kann.Anreize bleiben konstant und sind bewusst, der neutrale Zustand ist schon gegeben- also ist das Ausweichen von Anreizen eher möglich (e.g. durch Abwendung)
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Erläutern Sie Auswirkungen von Triebzuständen auf das Denken und Handeln mithilfe der Begriffe Primär- und Sekundärprozess. Welcher Prozess folgt dem Lustprinzip und welcher dem Realitätsprinzip?

Ø  Mit Primärprozess ist eine direkte, unbewusste, befriedigungsorientierte Steuerung von Verhalten und Denken gemeint; dieser Prozess folgt dem Lustprinzip.Sekundärprozesse beinhalten bewusstes Aufschieben, Planen und Ersatzhandlungen (Vermittlung duch Ich) und folgen somit dem Realitätsprinzip.
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1.        Erläutern Sie die Katharsis-Hypothese und ihre empirische Überprüfung in der Studie von Geen, Stonner & Shope (1975). Warum führt aggressives Verhalten häufig zu noch mehr Aggression?

Ø  Die Katharsis Hypothese besagt, dass das Ausleben von Triebimpulsen den Triebdruck reduziert („physische Reinigung“). Diese Hypothese wurde in der Studie von Geen, Stonner & Shope (1975) empirisch überprüft. Die Studie war so aufgebaut, dass es zwei UVs gab: UV1: VPn erhält als Schüler Shocks oder nicht; UV2: VPn verabreicht als Lehrer E-Shocks (Katharsis), beobachtet wie die Shocks verabreicht werden oder beobachtet keinen Shock (nur Signal).Die AV war die Intensität der BEstrafug mit Shoks in einer weiteren Phase als Lehrer, sowie physiologische Maße (wie Blutdruck).Das Ergebnis war gegenteilig zur Katharsis-Hypothese: die Probanden mit Katharsis-Möglichkeit wurden am aggressivsten (gaben die größte Shockstärke); zwar sank der Blutdruck bei der Katharsis (konsistent mit Hypothese), aber dies zeigte sich nicht im Verhalten.Evidenz gegen Katharsis Hypothese: Umleiten/Ausleben hilft nicht; die Katharsis tritt in Form von Belohnung auf (durch Entspannung und gutem Gefühl durch Blutdrucksenkung), aber das aggressive Verhalten wird durch Verstärkerlernen noch verstärkt. à Aggressives Verhalten kann zu noch mehr Aggression führen, weil sich positive Gefühle einstellen können, die Lust auf mehr machen, die Hemmschwelle sinkt, man das Verhalten erlernt und als vertretbar betrachtet.