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S. S.
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die Psychologie der Motivation, mit Fokus auf Verhaltensweisen, Bedürfnisse und Anreize. Sie erklären zentrale Konzepte wie intrinsische und extrinsische Motivation, die Bedürfnispyramide nach Maslow, sowie die Rolle von Emotionen und sozialen Bedürfnissen. Ideal für Studierende der Psychologie, die sich mit motivationalen Theorien und deren Anwendung vertraut machen möchten.
Flashcards
92
Students
1
Language
German
Category
Quizzie
Level
University
Created / Updated
07.01.2019 / 12.01.2019

Flashcards

 Erläutern Sie Ansatzpunkte eines Motivationstrainings und motivationspsychologische Interventionsmaßnahmen.

Ø  Ansatzpunkte eines Motivationstrainings sind die Anpassung der Anreiz- an die Motivstruktur (Aufgabe à Person), e.g. Leistungssport im Team oder einzeln und die Anpassung der Motivstruktur an die Anreizstruktur (Person à Aufgabe), e.g. Anforderungsanalysen, Veränderung von Motivkomponenten.Interventionsmaßnahmen sind Interesseförderungsmaßnahmen, Imaginationstraining, Reappraisal-Training, Zielvereinbarungen, Training der Selbstregulation u.v.m.

 Erläutern Sie motivational-emotionale Funktionen der im Schaubild dargestellten Hirnstrukturen. 
 

 Ø  PFC: Zielplanung, IntentionsbildungHypothalamus: Hunger, Durst, SexAmygdala: Bedrohung, Furcht, SalienzReticular Formation: ErregungHippocampus: Gedächtnis, LernenMedial Frontal Budle: Verstärkung, Belohnung  

 Ordnen Sie folgenden (neuro)hormonellen Systemen motivationale Funktionen zu: Serotonin, Noradrenalin, Kortisol, Oxytocin.

Ø  Serotonin: vermeidende/aversive MotivationNoradrenalin: Aktivation un WachheitCortisol: Stress (Fight or Flight)Oxytocin: Bindungshormon, Stress-Coping

 Welche dopaminergen Systeme gibt es im menschlichen Gehirn? Welches ist das (neurohormonelle) „Belohnungssystem“?

Ø  Es gibt drei dopaminerge Systeme im menschlichen Gehirn: das nigro-striatale System, welches für die Bewegungssteuerung verantwortlich ist, das tuberoinfundibuläre System, welches für die Steuerung von endokrinen Funktionen verantwortlich ist und das mesolimbische System, welches das Belohnungssystem ist. Das bedeutet, dass das neurohormonelle Belohnungssystem das mesolimbische System ist

 Beschreiben Sie die Studie von Milner und Olds (1954). Warum sind die Ergebnisse dieser Studie für Triebtheorien ein Problem?

Ø  In der Studie von Milner und Olds konnten Ratten mittels eines Hebeldrucks sich selbst intrakraniell am mesolimbischen System stimulieren. Bei der Stimulation des mesolimbischen Systems kam es zur Dopaminausschüttung. Die Reaktionsrate war von über 6000 pro Stunde und andere Reize wie Essen und Trinken wurden vernachlässigt. Diese Studie zeigt, dass nicht nur Triebreduktion, sondern auch Belohnung für Verhalten verantwortlich ist: Triebtheorien gehen davon aus, dass Triebe die stärksten Motivatoren für Verhalten seien; dieses Experiment steht demgegenüber, da das Belohnungssystem alle sonst vorhandenen triebe zu überlagern scheint.

 Diskutieren Sie kritisch die Deep-Brain Stimulation Studie von Schlaepfer und Kollegen (2008).

 Welcher Zusammenhang besteht zwischen Dopamin und Sucht?

Ø  Drogenkonsum verstärkt die Dopaminkonzentration (Substanzen blockieren Rezeptoren und verhindern so den Rücktranspirt von Dopamin aus dem synaptischen Spalt); die Abstinenz von Drogen reduziert die Dopaminkonzentration, was zu Craving (=intensivem Verlangen) führt

 Welche soziale Faktoren beeinflussen die Testosteronkonzentration im Blut?  Welche Auswirkungen hat Testosteron auf die Motivationslage einer Person in einer Wettbewerbssituation?

Ø  Der Testosteronspiegel im Blut, ist dann höher, wenn der Mann single ist, ein Fremdgeher, im Wettbewerb steht oder Risiko sucht. In einer Wettbewerbssituation führen erhöhte Testosteronwerte zu einem stärkeren Dominanzstreben, erhöhter sexueller Begierde und Aggression. Dadurch, dass die Agression und das Dominanzstreben höher sind ist die Motivation gesteigert (für Leistungs- und Machtmotivr; Annäherungsmotive werden vermieden), die Risikobereitschaft ist auch gesteigert und der Wille zu Gewinnen ist erhöht.

 Was ist eine Instinkthandlung und wodurch wird sie ausgelöst?

Ø  Eine Instinkthandlung ist eine angeborene „Bewegungsformel“, die biologisch gereift ist, lernunabhängig ist, durch Schlüsselreize ausgelöst wird, eine regulative, stereotype Bewegungskette darstellt und eine perzeptuell autonome Ausführung hat.Sie wird durch Schlüsselreize ausgelöst, welche angeborene Auslösemechanismen sind und zu der Instinkthandlung führen

Was ist „Humanethologie“ und welchen Ansatz verfolgt dieser Wissenschaftszweig?

Die Humanethologie ist ein Zweig der Verhaltensbiologie, der vor dem Hintergrund, dass auch der Mensch das Resultat einer langen stammesgeschichtlichen Entwicklungsreihe ist, insbesondere jene Verhaltensweisen unserer Art erforscht, die als angeboren gelten können, bzw. die angeborene Grundlagen haben

Welche Einwände gibt es gegen Instinkttheorien?

Ø  Kritikpunkte gegenüber Instinkttheorien sind die terminologische Verwirrung (Unterscheidung Instinkt, Gewohneheiten, Reflexe). Hinzu kommt, dass nahezu jedes menschliche Verhalten modifizierbar ist, selbst einfachste Verhaltensweisen wie Aufsuchen von Essen und Trinken sind erfahrungs- und lernabhängig.Falsifkation von Lernen ist nicht die Verifikation von Instinkt

Was ist ein „Trieb“ und was behauptet die „Triebreduktionshypothese“?

Ø  Trieb bezeichnet eine allgemeine, unspezifische Quelle der Verhaltensgeneralisierung; Motivation als Energie, kein Verhalten ohne aktivierung.Trieb ist eine Druck-Variable (push), die das Verhalten von innen anschiebt- Triebzustände sind unausweichlich.Die Triebreduktionshypothese besagt, dass der Trieb ein zustand der Anspannung ist, dessen Reduktion als befriedigend und lustvoll erlebt wird. Es handelt sich um ein homöostatisches Konzept.

Was ist der Unterschied zwischen „Trieb“ und „Instinkt“?

Instinkte werden extern, durch Schlüsselreize ausgelöst. In der gleichen Situation wird immer das gleiche Verhalten gezeigt, Instinkte sind Lernunabhängig und die Instinkthandlung erfolgt autonom; Triebe sind interne Anspannungszustände im Individuum selbst. Es handelt sich u unspezifische Antriebsquellen des Verhaltens nach Defizitmotiven: man hat ein unbefriedigtes Bedürfnis, welches man befriedigen muss. Bei unterschiedlichen Bedürfnissen zeigt man in einer gleichen Situation unterschiedliche Verhalten. Die Richtung des Verhaltens ist festgelegt durch gelernte Verhaltensweisen, das Verhalten ist nicht automatisiert

 Warum ist der Mensch laut Triebtheorien Triebeinflüssen auf das Verhalten in stärkerem Maße “ausgeliefert” als Einflüssen, die von Anreizen ausgehen?

Ø  Anreize (äußerer Druck) und Triebe (innerer Druck) beeinflussen beide Motivation für bestimmtes Verhalten. Aber äußeren Anreizen kann man leichter aus dem Weg gehen, als inneren. Je länger man innere Triebe aufschiebt, desto stärker wird der Druck.Hieraus entsteht das Dampfkesselmodell: Triebe bauen eine innerorganische Energie auf, die sich (unbewusst) anstaut. Die Abfuhr dieser Energie ist unausweichlich, damit man von einem negativen zu einem neutralen Zustand zurückkehren kann.Anreize bleiben konstant und sind bewusst, der neutrale Zustand ist schon gegeben- also ist das Ausweichen von Anreizen eher möglich (e.g. durch Abwendung)

Erläutern Sie Auswirkungen von Triebzuständen auf das Denken und Handeln mithilfe der Begriffe Primär- und Sekundärprozess. Welcher Prozess folgt dem Lustprinzip und welcher dem Realitätsprinzip?

Ø  Mit Primärprozess ist eine direkte, unbewusste, befriedigungsorientierte Steuerung von Verhalten und Denken gemeint; dieser Prozess folgt dem Lustprinzip.Sekundärprozesse beinhalten bewusstes Aufschieben, Planen und Ersatzhandlungen (Vermittlung duch Ich) und folgen somit dem Realitätsprinzip.

1.        Erläutern Sie die Katharsis-Hypothese und ihre empirische Überprüfung in der Studie von Geen, Stonner & Shope (1975). Warum führt aggressives Verhalten häufig zu noch mehr Aggression?

Ø  Die Katharsis Hypothese besagt, dass das Ausleben von Triebimpulsen den Triebdruck reduziert („physische Reinigung“). Diese Hypothese wurde in der Studie von Geen, Stonner & Shope (1975) empirisch überprüft. Die Studie war so aufgebaut, dass es zwei UVs gab: UV1: VPn erhält als Schüler Shocks oder nicht; UV2: VPn verabreicht als Lehrer E-Shocks (Katharsis), beobachtet wie die Shocks verabreicht werden oder beobachtet keinen Shock (nur Signal).Die AV war die Intensität der BEstrafug mit Shoks in einer weiteren Phase als Lehrer, sowie physiologische Maße (wie Blutdruck).Das Ergebnis war gegenteilig zur Katharsis-Hypothese: die Probanden mit Katharsis-Möglichkeit wurden am aggressivsten (gaben die größte Shockstärke); zwar sank der Blutdruck bei der Katharsis (konsistent mit Hypothese), aber dies zeigte sich nicht im Verhalten.Evidenz gegen Katharsis Hypothese: Umleiten/Ausleben hilft nicht; die Katharsis tritt in Form von Belohnung auf (durch Entspannung und gutem Gefühl durch Blutdrucksenkung), aber das aggressive Verhalten wird durch Verstärkerlernen noch verstärkt. à Aggressives Verhalten kann zu noch mehr Aggression führen, weil sich positive Gefühle einstellen können, die Lust auf mehr machen, die Hemmschwelle sinkt, man das Verhalten erlernt und als vertretbar betrachtet.

Welche Beobachtungen haben dazu geführt, dass das Triebkonzept in die Lerntheorie eingeführt wurde?

Ø  Die Beobachtungen von Webb und Meryman: es wurde eine Studie mit Ratten durchgeführt und es wurde beobachtet, dass Satte Tiere schlechter lernen als hungrige, bzw. das gelernte Verhalten seltener zeigen à Triebreduktion als Verstärker. Zielgerichtetes Verhalten wird von Trieben energetisiert und von Gewohnheiten gelenkt. Ohne Defizitmotivation keine Verhaltensaktivierung (Wichtiger Lernfaktor!)

Wie werden Triebzustände in der Lerntheorie aufgefasst und wie werden sie operationalisiert?

Ø  Triebe werden als unspezifische Antriebsquellen des Verhaltens gesehen. Als Defizitmotivation sind sie ein unbefriedigendes Bedürfnis, das zu einer Verhaltensaktivierung führt. Ohne Defizitmotivation hat man auch keine Verhaltensaktivierung. Die Triebreduktion wirkt als Verstärker für Verhalten, es kann gelernt werden, dass bestimmte Verhaltensweisen zur Reduktion von Trieben führen.Die Richtung eines Verhaltens wird durch gelernte Verhaltensweisen festgelegt, eine Verhaltensgewohnheit spiegelt die Verstärkunggeschichte eines Verhaltens in einer Situation wieder.Die Operationalisierung erfolgt durch die Beobachtung des Verhaltens des Tieres nach Deprivation; je mehr Anstrengung das Tier zur Befriedigung übernimmt, desto größer ist die Triebstärke.

Welche Implikationen ergeben sich aus der multiplikativen Verknüpfung von Trieb und Habit in der Theorie von Hull?

Ø  Das multiplikative Modell besagt, dass D*H=E (also Trieb*Gewohnheit=Reaktionspotenzial). Trotz der einfachen Konzeption, gibt es einen hohen empirischen Gehalt: Triebe sind beliebig substituerbar, die Verhaltensstärke sollte monoton steigen mit D bzw. H und wenn H oder D = 0, dann gibt es kein Reaktionspotential

Durch welche experimentelle Evidenz konnte das Postulat der multiplikativen Verknüpfung von Trieb und Habit belegt werden? Schildern Sie Aufbau und Ergebnisse der Studie

Ø  Durch die Studien von Williams (1938) und Perins (1942). Hypothese: Anzahl Verstärkungen und Dauer der Deprivation beeinflussen die Löschungsresistenz.Aufbau: Ratten lernen Hebel zu drücken, um mehr Futter zu bekommen, später bekommen sie kein Futter mehrUV1: Anzahl der vorherigen Verstärkungen (Stärke des Habits, H)UV2: Länge der Deprivation (3 Stunden vs 22 Stunden, D)AV: Löschungsresistenz des Hebeldrückens.Ergebnisse: Löschungsresistenz am geringsten, wenn wenig Verstärkung und kurze Deprivation; am höchtsen bei zahlreicher Verstärkung und langer Deprivation (aber nicht linear, sondern asymptotische Annäherung). Löschungsresistenz steigt mit der Entzugsdauer und der Anzahl der vorherigen BekräftigungenDies ist ein Beleg für die Interaktion von Trieb (D) und Habit (H).

Schildern Sie die Untersuchung von Meryman (1952) zum Nachweis, dass Triebe unspezifisch Verhalten energetisieren. Welcher Ergebnisaspekt passt nicht so gut zu den Annahmen?

Ø  Versuch von Meryman (1952): Messung der Startle-Response Amplitude bei Ratten in Abhängigkeit von unterschiedlichen Triebzuständen.Idee: Triebzustand wiess nicht wie er entstanden ist, also kann er jedes beliebige Verhalten energetisieren. 4 Gruppen: (1): ängstlich+hungrig, 46h (2), ängstlich+nicht-hungrig, 1h, (3) nicht ängstlich+hungrig, 46h, (4) nicht ängstlich + nicht hungrig, 46h.Messung der Schreckreaktionsamplitudeo    Nicht-ängstlich, nicht hungrig à geringste Responsivitäto    Nicht ängstlich, hungrig: höhere Responsivitäto    Ängstlich, nicht hungrig: deutliche Repsonsivitäto    Ängstlich, hungrig: stärkste ResponsivitätEs gibt also eine unspezifische Verhaltensenergetisierungen, aber die Verhaltensaktivierung ist stärker bei passender Triebquelle, denn, dass Gruppe 1 und 2 am stärksten reagieren passt zur Theorie, aber 2 und 3 müssten eigentlich gleich sein

 Schildern Sie Aufbau und Ergebnisse der Untersuchung von Crespi (1942) zum Nachweis von Anreizeffekten. Warum können diese Anreizeffekte mit der ursprünglichen Theorie von Hull nicht erklärt werden?

Ø  Versuch von Crespi (1942): Messung der Laufgeschwindigkeit von Ratten hin zu einer Futterquelle; unterschiedliche Futtermengen (3 Konditionen) zu Beginn. Bei Wechsel der Futtermenge: je nach gewohnter Futtermenge (habit) sind 16 Futterpellets für die einen ein Verstärker (vorher 1) für andere jedoch nicht (vorher 256).Die Verstärkung beeinflusst nicht nur die Habitstärke, sondern auch die Anreizvariable, da sich sonst keine Veränderung in der Performanz ergeben würde. Nach der Umstellung laufen die, die vorher 256 hatten viel langsamer, die die einen hatten viel schneller und die die 16 hatten konstant. Man hat also keine monotone Steigung wie durch Hull postuliert. Kontrasteffekte können nicht durch Änderungen des Triebniveaus oder der Gewohnheitsstärke erklärt werden, das Belohnungssystem beruht auf vergleichen.

Wie lautet die Formel zur Berechnung der Verhaltensstärke im erweiterten Motivationsmodell von Hull? Erläutern Sie jede Komponente der Formel (inklusive Operationalisierung)

Ø  Die Formel von Hull lautet: D*H*K=E (Trieb*Habit*Anreiz=Reaktionspotential. Triebe als Druckkräfte und Anreize als Zugkräfte energetisieren im Verbund gelernte Reaktionen/Verhalten zum Reaktionspotential

Erklären Sie den Unterschied zwischen der revidierten Formel zur Berechnung der Motivationsstärke nach Hull und dem Alternativvorschlag von Kenneth Spence

Ø  Formel nach Hull: D*H*K=EFormel nach Spence: (D+K)*H=E à nach Spence ist der Trieb als Energiequelle nicht mehr notwendig, da Summenbildung

 Nennen Sie kritische Einwände gegen Triebtheorien. Inwieferm sprechen die Ergebnisse von Sheffield, Wulff & Baker (1951) gegen die Triebreduktionshypothese?

Ø  Frage, ob man Triebenergiekonzept überhaupt braucht (Alternativerklärungen über bedürfnisabhängige Reize); Frage woherdie Tiere wissen, wo sich welche Belohnung findet (fragmentarisch antizipatorische Zielreaktinen; kognitive Erklärung über Erwartung); Einwände gegen belohnende Trieberregungsabfuhr (e.g. Risikosuche und Explorationsverhalten); Aversion gegen zu geringe Stimulation (Reizentzug) und intrakranielle SelbststimulationDie Ergebnisse sprechen gegen die Triebreduktionshypothese, wenn nicht die Reduktion der Spannung belohnend wirkt sonder die sexuelle Erregung an sich. Die Tiere laufen schneller (obwohl keine Belohnung durch Reduktion). Das heisst die sexuelle Stimulation (Aufbau des Triebes) und nicht ihre Reduktion (Triebreduktion) wirkt hier belohnend. Nach Theorie müsste Frust aufkommen, da kein Orgasmus

Erläutern Sie Yerkes-Dodson Gesetz der Motivation. Inwiefern sind die hier beschreibenen Zusammenhänge wichtig für Verhaltensvorhersagen auf der Basis trieb- oder aktivationstheoretischer Ansätze?

Ø  Das Yerkes-Dodson-Gesetz beschreibt einen nicht-linearen Zusammenhang von Aktivierungsniveau und Leistung: umgekehrte U-Funktion: hohes und niedriges Arousal führen zu schlechterer Leistung und moderates Arousal fördert die beste Leistungsfähigjeit.In Abhängigkeit von der Aufgabenschwierigkeit: bei leichten Aufgaben ist die Leistung am höchsten, wenn das Aktivierungsniveau (arousal) eher hoch ist; bei moderat-schwierigen Aufgaben ist die Leistung am höchsten, wenn das Aktivierungsniveau moderat ist; bei schwierigen Aufgaben ist die Leistung am höchsten, wenn das Aktivierungsniveau niedrig ist.Leistung kann dann am besten abgerufen werden, wenn ein optimales Aktivierungsniveau vorherrscht. Triebreduktion spielt eine weniger wichtige Rolle.Unterscheidung zwischen Verhaltensstärke und Aufgabenschwierigeit, einführen einer interaktiven Komponente (Unterschied zu Triebtheorien)

 Warum heißt Lewins Motivationstheore „Feld“-Theorie?

Ø  Lewin geht von syhcologischen Kräftefeldern aus (analog zu physikalischen Kräftefeldern). Die Gesamtheit der inneren und äußeren Kräfte, die auf eine Person einwirken sind die psychologischen Kräftefelder.Es handelt sich um eine dynamische Teorie; Verhalten und Erleben als Resultate von verschiedenen, zu einem Zeitpunkt wirksamen, gerichteten Kräften

Was versteht Lewin unter dem „Lebensraum“ einer Person?

Ø  Lebensraum einer Person ist die aktuelle, subjektive Wahrnehmung der inneren und äußeren Situation einer Person

Erläutern Sie strukturelle und dynamische Elemente des Personenmodells von Kurt Lewin

Ø  Strukturelle Komponenten sind Bereiche einer Person (Bedürfnisse, Motive, Quasibedürfnisse), Lage von Bereichen (je zentraler, desto grundlegender), Nachbarschaft von Bereichen (je näher, desto ähnlicher das Bedürfnis) und Grenzwände und Durchlässigkeit von Bereichen (Substitution und Ersatzhandlung.)Dynamische Komponente ist die Spannung: gespannte Systeme innerhalb der Person, die auf Spannungsausgleich drängen. Spannung besteht solange, bis das Bedürfnis befriedigt bzw. das Ziel erreicht ist. Sannung nimmt Einfluss auf die Wahrnehmung (Afforderungscharakter von Dingen, die zur Bedürfnisbefriedigung taugen), Einfluss auf das Gedächtnis (erhöhte Zugänglichkeit von zielbezogenen Inhalten) und Einfluss auf das Handeln (Aktivierung zielbezogener Verhaltensweisen)

Beschreiben Sie die Auswikrungen gespannter Bereiche in der Person auf Handeln und Kognition anhand eines Beispiels

Ø  Wenn das Bedürfnis nach Anerkennung gespannt ist und das Ziel berufliche Karroiere aktiviert hat, kann eine Person die Vornahme haben, eine geschriebene Bewerbung in den nächsten Briefkasten zu werden. Sie wird nun Orte aufsuchen, an denen sie Briefkästen vermutet, eine sensibilisierte Wahrnehmung für die Farbe Gelb und Kästen entwickeln und darüber nachdenken, wo der nächste Briefkasten wohl zu fidnen sein mag, wozu ihr Gedächtnis für diesen spezifischen Inhalt sensibilisiert wird

Was ist nach Lewin eine Ersatzhandlung? Geben Sie ein Beispiel. Wie erklärt man Ersatzhandlungen?

Ø  Ersatzhandling ist Verhalten durch Substitution, dass anstatt eines eigetnlichen Verhalten gezeigt wird, aber trotzdem die gleichen oder ähnliche Bedürfnisse befriedigt und somit innere Spannung aufgebaut wird.Wenn die Grenzen der Zonen durchlässig sind, kann die Spannung zum benachtbarten Bereich übergreifen, wenn sie nicht direkt abbaubar ist à stellvertredenter Abbau in benachtbarten Bereichen, auf die sich die Spannung überträgt.Bsp: Niederlage im Fusball, man kletter auf einen Baum: möglich weil „körperliche Geschicklichkeit“ gezeigt wird

Was versteht man unter Wiederaufnahmetendenzen? Schildern Sie hierzu Ablauf und Ergebnis der Untersuchung von Ovsiankina und erklären Sie das Ergebnis auf der Basis der Feldtheorie

Ø  Wiederaufnahmetendenz: Tendenz, unterbrochene Handlungen wiederaufzunehmen.Untersuchung: Unterbrechung einer Aufgabenbearbeitung, entweder durch andere Aufgabe (80% wiederaufnahme) oder eine Zufallsunterbrechung (100% wiederaufnahme). Wiederaufnahme selbst wenn betont wurde, dass diese eher unwichtig ist, wenn diese untersagt wurde und selbst wenn die Aufgabe außer Sichtweite gerückt wurde.Beobachtungen: starke Tendenz zur Wiederaufnahme der unterbrochenen Tätigekit, Weigerung zur Unterbrechung und Beschäftigung mit Aufgabe dauert gedanklich an.Erklärung: Wiederaufnahmetendenz durch aufrecht erhaltene Spannung in diesem Aufgabenbereich, dessen Abschluss durch Unterbrechung verhindert wurde führt zu Aktivierung entsprechenden Verhaltens bei nächster GelegenheitUnfertige Aufgabe erzeugt innere Spannung, das Streben nach Fertigstellung der Aufgabe. Wiederaufnahme dient der Zielerreichung und Bedürfnisbefriedigung

 In den Untersuchungen von Lissner und Mahler konnte gezeigt werden, dass die Wiederaufnahmetendenz durch eingeschobene Aktivitäten reduziert werden kann. Wie erklärt man dieses Ergebnis? Welche Aktivitäten besitzen einen hohen Substitutwert, welche nicht?

Ø  Bei Einschub von ähnlichen Aufgaben deutlich reduzierte Wiederaufnahmetendenz. Ähnliche Aufgaben haben einen hohen Ersatzwert à stellvertretender Spannungsabbau.Inwiefern es ein passendes Substitut ist hängt von der funktionalen Äquivalenz der Bereiche ab. Störhandlungen befriedigt das Bedürfnis stellvertretend; subjektiv unähnliche Aufgaben, die anderes grundlegendes Bedürfnis aufweisen à keine Bedürfnisbefriedigung, kein Spannungsabbau, geringer SubstitutwertKriterien zur Reduktion: Ähnlichkeit der Ersatzaufgabe, Schwere der Aufgabe, Realitätsgrad, Valenz

Beschreiben Sie Ablauf und Ergebnisse der Untersuchungen von Zeigarnik (1927). Wie erklärt man das Ergebnis auf der Basis der Feldtheorie? Was ist der „Zeigarnik-Quotient“?

Ø  Untersuchung: VP sollen verschiedene Aufgaben bearbeiten, eine Hälfte der Aufgaben schließt VP erfolgreich ab, die andere Hälfte wird vom VL unterbrochen.Dann: wie viele Aufgaben werden erinnert? à mehr unerledigte als erledigte Aufgaben.Erklärung: Unterbrechung verhindert den Spannungsabbau im jeweiligen Bereich à höhere kognitive Zugänglichkeit der Inhalte aus der unerledigten Aufgabe im Gedächtnis. Unerledigte Aufgabe hinterlässt einen inneren Spannungszustand, der dazu führt, dass die zugehörigen Aufgaben stärker im Gedächtnis behalten werden, sodass man sie zur späteren Beendigung und damit zur Bedürfnisbefriedigung erinnern kannZeigarnik Quotient 2:1 bessere Erinnerung an unerledigte als an erledigte Aufgaben

Wie kann man mit der Feldtheorie erklären, dass in der Untersuchung von Marrow (1938) mehr abgeschlossene als unterbrochene Aufgaben erinnert wurden?

Ø  VPn wurde gefragt, wen sie unterbrochen werden, machen sie die Aufgabe gut à subjektves Erfolgserleben; Bedürfnisbefriedigung. Probanden erinnerten mehr erledigte als unerledigte Aufgaben à subjektiv wahrgenommene Aufgabenerledigung entscheidend (Für Probanden waren erledigte Aufgaben unerledigte Aufgaben, also eigentlich nichts verändert).Erklärung: Unterbrechung ist ein erfolgreicher Spannungsabbau (Bedürfnisbefriedigung), keine Unterbrechung hält die Spannung aufrecht

Was ist mit einem Aufforderungscharakter von Umweltobjekten gemint? Wie wurde ein Aufforderungscharakter experimentell untersucht?

Ø  Auffordeungscharakter: Objekte haben einen Aufforderungscharakter aufgrund von inhaltlichen Bezügen zu Bedürfnissen und Quasi-Bedürfnissen durch innere Spannungen: Auswirkungen auf Wahrnehmung der Umwelt, stärkere Wahrnehmung, oder Aufmerksamkeit. Sie iegnen sich dann potenziell zur BedürfnisbefriedigungUntersuchung durch Wispe&Dramabarean (1953): Identifikation von kurzfristig dargebotenen Wörtern                UV1: Nahrungsdeprivation (0,10, 24h)                UV2: Bedürfnisrelevaz der Wörter (relevant vs irrelevant)                        Ergebnis: hungrige erkennen bedürfnisrelevante Inhalte besser; Deprivation senkt die Wahrnehmungsschwelle à                 Wörter über Nahrung habe einen Aufforderungscharakter

Warum wird die Umwelt in Lewins Modell als „hodologischer“ Raum bezeichnet?

Ø  Hodos, griechsich für Pfas. Hodologischer Raum: Identifizierung verschiedener möglcher Pfade (Wege) zu einem Zielobjekt.Man bewegt sich durch den hodologischen Raum wie auf einem Pfad von Teilschritten vom Start zu seinem Ziel.

Definieren Sie den Begriff der Valenz in Lewins Feldtheorie

Ø  Anreizwert/Bewertung eines Objekts: Zielbereiche der Umwelt erhalten durch ihre Relation zu den Quasi-Bedürfnissen der Person positive oder negative Valenz (Va=f(s,Z) à s:Bedürfnisspannung, Z:intrinsische Eigenschaften des Zielobjekts- je intensiver das Bedürfnis (s= und je zweckdienlicher die Eigenschaften für die Bedürfnisbefriedigung (Z), desto stärker ist die Valenz – Valenz wird zum Zentrum eines Kräftefeldes

Wie lautet Lewins Formel zu Berechnung der Kraft, die von einem Umweltobjekt auf eine Person wirkt?

Ø  K=Va/d =f(s,Z)/d à Kraft bezeichnet die Stärke der anziehenden bzw. abstoßenden Wirkung von positiven bzw. negativen Zielobjekten. D=Distanz zum Ziel, stärke der Kraft nimmt mir geringerer Entfernung zu. Va=Valenz.Die Kraft eines Zielobjekts entspricht dem Quotienten aus der Valenz des Objektes und der Distanz zum Ziel.

Wovon wird das Verhalten einer Person beeinflusst: von der positiven oder negativen Valenz, die ein Objekt oder eine Situation für eine Person besitzt, oder von der Kraft, die von diesem Objekt bzw. dieser Situation ausgeht? Welcher Zusammenhang besteht zwischen Valenz und Kraft?

Ø  Kraft wirkt motivierend, nicht Valenz. Kraft bestimmt Intensität und Richtung. Valenz allein bestimmt nicht unser Handeln, sondern muss immer noch mit der Distanz relativiert werden.Valenz spielt eine Rolle, da sich Kraft aus Valenz und Distanz des Objekts/Situation zusammensetzt.Das Verhalten wird von der Kraft in Abhängigkeit von der Valenz beeinflusst. Kraft bestimmt Intensität (Betrag) der psychologischen Lokomotion der Person; die Valenz bestimmt dabei die Richtung (Vorzeichen) des Verhaltens 

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