Lernkarten

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Lernende 40 Lernende
Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 07.07.2018 / 12.02.2020
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Nenne und beschreibe 2 Studien zum Thema Nutzungsdefizit beim Erwerb von Lernstrategien

 

Naumann et al., 2008: mehrstündiges Training von Lernstrategien zum Lernen mit Hypertext

  • Experimentalgruppen: kognitive Strategien (Mnemotechniken, strukturierende Strategien) vs. metakognitve Strategien
  • Vermittlung von Hintergrundwissen, kognitives Modellieren, Übungsphasen
  • Ergebnis:
    • Positive Trainingseffekte nur bei hoher AG-Kapazität
    • Bei negative AG-Kapazität --> Nutzungsdefizit!
  • Anlaoge Effekte auf Lernerfolg und Navigationsverhalten 

Leopold und Lauter (2003): Befragung von 200 Schüler*innen an Gymnasien und Realschulen zu Lernstrategien beim Lesen eines Lehrtexts, 5. bis 11. Klasse --> Ergebnisse:

  • spontane Nutzung von Oberflächenstrategien (einfache Mnemostrategien) nimmt über die Zeit leicht ab
  • Nutzung metakognitiver und Tiefenverarbeitungsstrategien (Elaboration, Organisation) bleibt gleich 
  • ab Klasse 7: Moderat positive Zusammenhänge zwischen Tiefenverarbeitungsstrategienund Lernerfolg
  • sowie: positive Korrelationen von metakognitiven Strategien und Lernerfolg (Nutzungsdefizit!)
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Lassen sich Lernstrategien trainieren?

Ja, meist auch mit beachtlichem Erfolg

  • Metaanalyse Hattie, Biggs & Purdie zu metakognitiven Strategien: Abnehmende Trainingseffekte von Grundschule bis hin zu berufstätigen Erwachsenen 
  • stärkste Trainingseffekte bei Lerner(innen) mit durchschnittlicher Intelligenz 
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Beschreibe das Prozessmodell der Selbstregulation von Schmitz 

--> Unterscheidung von Handlungsphasen (analog zum Rubikonmodell)

Selbstregulierender Lernprozess wird in 3 Phasen unterteilt:

  1. Präaktionale Phase: Motivationale Prozesse --> Setzung von Lernzielen, metakognitive Planung des Lernprozesses, (implizite) Enscheidung ob und in welchem Ausmaß Selbstregulation erforderlich ist ("Filter")
  2. Aktionale Phase: Einsatz von Lernstrategien, Überwachung des Lernfortschritts, volitionale Prozesse (Regulation von Anstrengung und Konzentration, Abschirmung gegenüber konkurrierenden Handlungstendenzen)
  3. Postaktionale Phase: Bewertung von Lernergebnissen, emotionale Reaktionen, Attributionsprozesse --> entscheidend für motivationale Prozesse und metakognitive Planung nachfolgender Lernaktivität

 

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Beschreibe das "Schichtenmodell" von Boekarts

 

Modell nimmt verschiedene eingebettete Regulationsebenen an (von außen nach innen)

  • Regulation des Selbst: Wahl von Zielen und Ressourcen, motivationale/volitionale Regulation, Zielsetzung, Überwachung 
  • Regulation der Lernprozesse: Nutzung metakognitiven Wissens und Fähigkeiten, um das eigene Lernen zu steuern - metakognitive Überwachung
  • Regulation der Prozessmodi und Wahl der kognitiven Strategien: Auswahl spezifischer Strategien
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Wie sind die Rahmenmodelle der Selbsregulation zu bewerten?

  • plausibel und praktisch wie heuristisch wertvoll, aber schwer überprüfbar
    • Indikation, dass kognitive Lernstrategien, metakognitive Strategien und motivationale Haltungen/Prozesse gemeinsam trainiert werden sollten
  • Welche Lernstrategie (wirklich) sinnvoll ist, hängt ab von
    • Lernziel
    • Lernermerkmalen (Vorwissen, AG-Kapazität)
    • Art des Lernmaterials
    • Randbedingungen (z.B. verfügbare Lernzeit)

Am besten ist es also eigentlich, ein breites Repertoire an Lernstrategien und metakognitiven Wissens zu haben 

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Welche Aufgaben wählen Erfolgsmotivierte? Welche Aufgaben wählen Misserfolgsmotivierte?

Erfolgsmotivierte: Mittelschere Aufgaben, weil Balance zwischen Erfolgswahrscheinlichkeit und Erfolgsanreiz ideal ist 

Misserfolgsmotivierte:

  • sehr leichte Aufgaben, weil Chance von Misserfolg sehr gering ist
  • sehr schwere Aufgaben, weil Misserfolg zwar wahrscheinlich ist, aber dann auf die Schwere der Aufgaben attribuiert werden kann (nicht auf eigene Fähigkeit)