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Kartei Details
| Zusammenfassung | Diese Lernkarten behandeln Angststörungen auf universitärem Niveau. Sie decken Symptome, Diagnostik, Therapieansätze wie EMDR und KVT, sowie Ätiologie und Prävalenz ab. Besonders relevant sind die Differenzialdiagnosen und Komorbiditäten, die für die Behandlung von Patienten mit Angststörungen entscheidend sind. Die Lernkarten richten sich an Studierende und Fachleute in der Psychologie, die ein tiefes Verständnis der Angststörungen und deren Therapie erlangen möchten. |
|---|---|
| Karten | 88 |
| Lernende | 5 |
| Sprache | Deutsch |
| Kategorie | Psychologie |
| Stufe | Universität |
| Erstellt / Aktualisiert | 13.02.2018 / 11.02.2020 |
| Weblink |
https://card2brain.ch/box/20180213_angststoerungen
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ZS
Kulturelle und Geschlechtsspezifische Besonderheiten
Kulturelle Besonderheiten
- Zwangsstörungen treten weltweit auf
- Jedoch kann der kulturelle Einfluss die Symptomatik beeinflussen
Geschlechtsspezifische Besonderheiten
- Beginn der ZS bei Männern früher als bei Frauen
- Bei Männern sind komorbide Tic-Störungen wahrscheinlicher
- Frauen haben häufiger Reinigungszwänge
- Männer häufiger Gedanken und Symmetriezwänge
ZS
Komorbidität
> 76% à Angststörungen
> 61%àDepressive oder bipolare Störungen
> 30% à Tic-Störung
> Beginn der Zwangsstörung liegt für gewöhnlich nach Beginn der meisten komorbiden Angsstörungen
— Ausnahme: Trennungsangst und Depression
ZS
Behaviorales Erklärungsmodell
> Angstvermeidung
- Zwei-Faktoren Theorie nach Mowrer > Klassische und Operante Konditionierung
- Entlastung als Negative Verstärkung > Aufrechterhaltung der Zwangssymptomatik
> Kritische Lebensereignisse
— Beeinflussen Bewertungen, Gedanken und Zwänge
Entsprechende Dispostion > Einfälle und Gedankeninhalte wird abnorme Bedeutung zugeschrieben und fehlinterpretiert
„wenn ich diesen oder jenen Gedanken nicht beachte oder eine daraus sich ergebende Handlungsfolge nicht durchführe, wird etwas Schlimmes passieren“
Focussed attention
ZS
Therapie
Grundsätzlich eher schwierig
Psychoedukation = Wissen + Verständnis
- Einbezug der Familie
- Da Stress die Zwangssymptome deutlich verstärken kann, stellen Entspannungstraining und Stressmanagement eine wichtige Rolle in der Therapie dar.
Kognitiv > Dysfunktionale Überzeugungen
Behavioral > ERV (Verhinderung/Habituation)
>>> KVT
- Konfrontation mit zwangsbezogenen Stimuli
- Graduell gestuft vs. „flooding“
- In vivo oder in sensu
- Zwangsbezogene Handlungen und neutralisierende Gedanken sollen unterlassen werden
- Erfahrungen machen, dass Befürchtungen nicht eintreten
> genaue Planung
> Schritt für Schritt steigern
Dysfunktionale Überzeugungen im Fokus
- Im sokratischen Dialog hinterfragen
- Beweise und Gegenbeweise sammeln
- Ziel: Angemessene Neubewertung
PTBS
Diagnose Kriterien
A: Konfrontation mit tatsächlichem oder drohenden Tod, ernsthafter Verletzung oder sexueller Gewalt.
B: Vorhandensein von Symptomen des Wiedererlebens (Intrusionen), die auf das traumatische Ereignis bezogen sind.
C: Anhaltende Vermeidung von Reizen, die mit dem traumatischen Ereignis verbunden sind.
D: Negative Veränderung von Kognitionen und der Stimmung
> Dissoziative Amnesie, negative Überzeugungen, Entfremdung
E: Deutliche Veränderung des Erregungsniveaus und der Reaktivität.
> Reizbarkeit, riskantes Verhalten, Hypervigilanz, Schreckreaktion
F: Das Störungsbild dauert länger als 1 Monat.
G: Das Störungsbild verursacht Leiden oder Beeinträchtigungen.
H: Das Störungsbild ist nicht Folge der physiologischen Wirkung einer Substanz oder eines medizinischen Krankheitsfaktors.
Unterscheidung zwischen:
> PTSD mit Dissoziativen Symptomen: 1. Depersonalisation
2. Derealisation> PTSD mit Verzögertem Beginn:
— Alle diagnostischen Kriterien erst nach mind. 6 Monaten erfüllt.
Zugehörige Merkmale zur Diagnosesicherung
- Entwicklungsregressionen (z.B. Sprachverlust)
- Ich-Störungen (z.B. Stimmen, paranoide Gedanken)
- Probleme mit der Emotionsregulation und dem Aufrechterhalten zwischenmenschlicher Beziehungen
PTBS
Prävalenz
- 12-Monats-Prävalenz Erwachsener in den USA à 3,5%
- niedriger in Europa, Asien, Afrika, Lateinamerika à zwischen 0,5 – 1%
- Raten sind höher unter Kriegsveteranen und anderen Gruppen, deren Beruf ein höheres Risiko mit sich bringt, etwas traumatisches zu durchleben (z.B. Polizei, Notaufnahme)
PTBS
Entwicklung und Verlauf
- Störung kann ab dem 1. Lebensjahr auftreten
- Klinisches Bild der Symptome variiert: „Vermeidungsverhalten“
- Jüngere Kinder: Eingeschränktes Spiel oder Erkundungsverhalten
- Schulkinder: Reduzierte Teilnahme an neuen Aktivitäten
- Jugendliche: Widerwillen gegen das Ausprobieren von alterstypischen Aktivitäten
- Remission:
- 50% der Betroffenen erleben eine vollständige Remission nach 3 Monaten
- Bei vielen bleiben die Symptome länger als 12 Monate bestehen
- 30% leiden an einer chronischen PTSD
PTBS
Risiko und Prognostische Faktoren
1. Prätraumatische Faktoren: Faktoren, die bereits vor dem Trauma vorliegen
- Emotionale Probleme in der Kindheit
- Junges Alter
- Widrige Umstände in der Kindheit (z.B. Verlust eines Elternteils)
- Vorbestehende Störungen
- Weibliches Geschlecht
- Niedrige Intelligenz und Bildungsstand
- Zugehörigkeit zu einer Minderheit
- Niedriger Sozioökonomischer Status
2. Peritraumatische Faktoren: Merkmale, zum Zeitpunkt der Traumatisierung
Schwere des Traumas (führt ja nicht immer zu einer PTBS, die empfundene Lebensbedrohung, die erlittenen Verletzungen, die zwischenmenschliche Gewalt
z.B. Angehöriger des Militärs: zum Täter werden, Feinde töten, Gräueltaten beobachten
3. Traumaschwere (v.A. Man-Made Typ II) und Peritraumatisches Erleben
4. Posttraumatische Faktoren: Soziale und Psychische Prozesse, die die Bewältigung des Traumas erschweren oder erleichtern.
- Coping
- Soziale Unterstützung
- Negative Bewertung, inadäquate Bewältigungsstrategien und die Entwicklung einer akuten Belastungsreaktion.
- wiederholtes Auftreten von Situationen, die an das Trauma erinnern. Nachfolgende belastende Lebensereignisse. Finanzielle oder andere Trauma assoziiert.
>> Soziale Unterstützung (und stabile familiäre Verhältnisse (insbesondere bei Kindern) sind ein protektiver Faktor und können den Verlauf nach einem Trauma abmildern.
PTBS
Differentialdiagnose
> Anpassungsstörung:
- Belastung ist nicht von aussergewöhnlichem oder katastrophalem Ausmass oder nicht alle Kriterien der PTSD sind erfüllt.
> Akute Belastungsstörung:
- Symptommuster lässt innerhalb von 3 Tagen bis zu 1 Monat nach dem traumatischen Ereignis nach.
> Angststörungen:
- Oftmals nicht auf ein traumatisches Erlebnis zurückzuführen.
> Depressive Störungen:
- Eine depressive Episode enthält weder B- noch C-Kriterien der PTSD.
> Schädel-Hirn Trauma:
- Intrusionen und Vermeidungsverhalten treten nicht auf, dafür andauernde Orientierungsstörungen und Verwirrtheit.
PTBS
Prävalenzen
12-Monats Prävalenz Erwachsener
— in den USA: 3,5%
— Europa, Asien, Afrika, Lateinamerika: 0,5 – 1,0%
> Höhere Raten bei Lateinamerikanern, Afroamerikanern und amerikanischen Indianern.
> Niedrigere Raten für US-Bürger asiatischer Herkunft
> Risiko in kulturellen Gruppen variiert aufgrund
— Unterschiedlicher Formen der Traumas, unterschiedliche Bedeutungen, soziokulturelle Kontexte
PTBS
Geschlechter Besonderheiten
Über die gesamte Lebensdauer häufiger bei Frauen als bei Männern (Verhältnis ca. 2:1)
> Dauer der PTSD bei Frauen länger
> Weshalb häufiger bei Frauen?
— Grösseres Risiko für bestimmte traumatische Ereignisse — Z.B. Vergewaltigung, zwischenmenschliche Gewalt
PTBS
Komorbidität
Allgemein besteht eine um 80% erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass die Kriterien für mindestens eine andere psychische Störung erfüllt sind. (depressiv, bipolar, Angst, Substanzstörungen).
Komorbide Substanzkonsumstörungen und die Störung des Sozialverhaltens kommen bei Männern häufiger vor als bei Frauen. Auch Kinder mit einer PTBS weisen meistens eine zusätzliche Diagnose auf. (Oppositionelles Trotzverhalten und die Störung mit Trennungsangst)
> 1/3 der komorbiden Störungen treten vor der PTSD auf >>> Erhöhte Vulnerabilität
> 2/3 der komorbiden Störungen sind sekundär zur posttraumatischen Belastungsstörung
> Art der komorbiden Störungen:
— Angststörungen
— Substanzkonsumstörung
— Affektive Störungen
PTBS
Ätiologie
Grundannahme: Sensorische und emotionale Momente eines traumatischen Ereignis konsolidieren sehr stark. Kontextinformationen sind weniger elaboriert und konsolidiert
> Gedächtnisveränderung steht im Zentrum
1. Emotionsverarbeitungstheorie
- Fehlende emotionale Verarbeitung als Grund für PTSD
- Furchtgedächtnis: Hoch assoziatives Netzwerk, welches emotional aufgeladene Informationen des Traumas beinhaltet
- Vermeidungsverhalten führt zu kurzfristiger Reduktion einer Angstreaktion, aber nicht zur langfristigen Veränderung der Struktur
>>> Dort setzt die Therapie an!
2. Kognitives Modell der chroischen PTBS
- Traumagedächtnis: starkes Priming, primär perzeptuelle Verarbeitung, geringe Elaboration und Kontextualisierung
- Dysfunktionale Interpretation erschweren die Verarbeitung des Traumas
- Aufrechterhaltung des Bedrohungsgefühls und der Symptome & Auslösung von Emotionalen Reaktionen
- Emotionale Reaktionen implizieren Vermeidung und Sicherheitsverhalten
>>Teufelskreis der Aufrechterhaltung
1. Traumagedächtnis wird nicht verändert
2. Negative Interpretationen werden nicht hinterfragt und modifiziert
3. Sicherheitsverhalten führt dazu, dass der Betroffene in seinen Überzeugungen bestärkt wird
PTBS
Therapie - KVT
KVT
- Klassifikatorische Diagnostik, Status und Verlaufsdiagnostik mittels Fragebogen
- Therapeutische Beziehung und Rahmenbedingung
- Vermittlung eines Störungs- und Veränderungsmodells
- Problemanalyse: Traumagraphiken, Hot-Spot Analyse
- Angstmanagement
- Konfrontation mit den schlimmsten Momenten bzw. der Furchtstruktur
- Triggeranalyse und Diskriminationslernen
- Rückfallprophylaxe
- > Konfrontation in Vivo: Extinktion von Furchtreaktion auf Externe Reize.
- — Aufsuchen von Situationen, Aktivitäten welche Angst auslösen
- > Konfrontation in Sensu: Konfrontation mit internen Repräsentationen und die damit assoziierten sensorischen Reaktionen/Erfahrungen des Traumas
- — Wiederholtes, intensives Wiedererleben des Traumas
- — Änderung von Dysfunktionalen Interpretationen mittels kognitiven Methoden
- > Triggeranalyse: Patienten, lernen symptomauslösende Reize zu identifizieren
- > Diskriminationslernen: Lernen zu Unterscheiden zwischen objektiv bedrohlichen Reizen, sicheren Reizen und vermeintlich bedrohlichen Reizen, die lediglich Teil des Traumagedächtnisses sind
PTBS
Therapie - EMDR
> „Eye Movement Desensitization and Reprocessing“
> Kurzzeitig belastende Erinnerung hervorrufen
> Gleichzeitig bilaterale Stimulation (v.a. Augenbewegung)
> Hilft blockierte Verarbeitung belastender Erinnerungen zu aktivieren und zügig zu verarbeiten
> Ziel: Belastende Erinnerungen nicht mehr als problematisch erleben
Betrachtungsebenen
- Symptomatologische Kriterien
- Spontaneitätskriterien
- Zeitkriterien
- Frequenzkriterien
- Tempokriterien
- Schweregradkriterien
- Ausschlusskriterien
Grober Diagnoseablauf
- Verdacht auf Angststörung
- Anamnese des Patienten
- Abgrenzung zu organischen Ursachen
- Differentialdiagnose
- Behandlung
Nosolgisch-operationalisierte Diagnostik
Identifikation einer definierten Störung
vor allem Fremdeinschätzung
syndromale diagnostik
detaillierte Information zum schweregrad
selbst und fremd ratings
Symptom Kategorien
1.Vegetative Symptome
>> Schweissausbrüche
2.Symptome, die Thorax und Abdomen betreffen
>>Atembeschwerden
3.Psychische Symptome
>> Derealisation oder Depersonalisation
4.Allgemeine Symptome
>> Gefühllosigkeit oder Kribbelgefühle
5.Symptome der Anspannung (nur bei GAS)
>> Muskelverspannungen
6.Unspezifische Symptome (nur bei GAS)
>> Anhaltende Reizbarkeit
Panikattacke
Defnintion
- Eine Panikattacke ist eine plötzliche Anflutung intensiver Angst oder intensiven Unbehagens, die innerhalb von Minuten einen Höhepunkt erreicht, wobei in dieser Zeit vier (oder mehr) der folgenden Symptome auftreten: (Anflutung kann aus einem Ruhezustand oder einem ängstlichen Zustand heraus eintreten)
- Palipationen, Herzklopfen oder beschleunigter Herzschlag
- Schwitzen
- Zittern oder Beben
- Gefühl der Kurzatmigkeit oder Atemnot
- Erstickungsgefühle
- Schmerzen oder Beklemmungsgefühle in der Brust
- Übelkeit oder Magen-Darm-Beschwerden
- Schwindelgefühle, der Ohnmacht nahe sein
- Kälteschauer oder Hitzegefühle
- Parästhesien (Taubheit oder Kribbelgefühle)
- Derealisation (Gefühl der Unwirklichkeit)
- Oder Depersonalisation (s. von eigener Person losgelöst fühlen)
- Angst, Kontrolle zu verlieren oder verrückt zu werden
- Angst zu sterben (im Total 13 körperliche oder kognitive Symptome)
Panikattacke
Risikofaktoren
- Temperament — negative Affektivität, Angstsensivität
- frühere Angstanfälle
- Rauchen
- negative Ereignisse
- Drogenkonsum
Panikattacke
Verlauf
- Teufelskreis der Angst
- beginnt abrupt
- startet mit Körperlichen Symptomen
- danach Angst vor erneuter Attacke
- allein Vorstellung kann neue Attacke auslösen
Panikstörung
Diagnostische Merkmale
A. Symptomatik einer Panikattacke
B. Mind. ein Monat nach Attacke
- Anhaltende Besorgnis über weitere Attacken oder deren Konsequenzen
- Deutlich fehlangepasste Verhaltensänderung um weitere Anfälle zu vermeiden
C. nicht Folge physiologischer Wirkung einer Substanz oder medizinischen Faktors
D. Störungsbild kann nicht durch andere psychische Störung erklärt werden
Panikstörung
erwartet vs unerwartet
erwartete Panikattacke — offensichtliche Hinweisreize / Situationen
unerwartete Panikattacke — ohne Hinweisreize, aus heiterem Himmel, nächtliche Attacken
—> Notwendig für Diagnose!
Panikstörung
Komorbidität
- tritt selten ohne andere Störungen auf
- erhöhte Prävalenz bei anderen Angststörungen, Major Depression und bipolarer Störung (auch Substanzkonsum)
- Bei Patienten mit Major Depression und PS tritt die PS meist zuerst auf
Panikstörung
Risikofaktoren
Temperament
- negative Affektivität
- Angstsensivität — Panikattacken und Sorgen über Panik
- Behavioral Inhibition
Umwelt
- sexueller und körperlicher Missbrauch in Kindheit
- Rauchen
- Belastungsfaktoren in den Monaten vor ersten Panikattacke
Genetische und Physiologische Faktoren
- Eltern mit Angst-, depressiven oder bipolaren Störung
- Respiratorische Beeinträchtigung in Kindheit — Asthma
Kognitive Faktoren
- Interpretations bias, attention bias, memory bias
- elterliche Modelle
Panikstörung
Prävalenz
- 12-Monatsprävalenz Erwachsene und Jugendliche 2-3%
- vor 14 Jahren <0.4%
- Prävalenz über 64 Jahre 0.7%
- Frauen sind häufiger betroffen
- Kulturelle Besonderheiten
- Lateinamerikaner, Afroamerikaner, Asiatische Amerikaner — niedrigere Prävalenz
- indianische Herkunft — signifikant höher
Panikstörung
Verlauf
- bei Kindern selten
- mittleres Erkrankungsalter — 20-24 Jahre
- beginn nach 45 untypisch
- ohne Behandlung chronisch, aber schwankend
- Komorbität verkompliziert oft Verlauf
Panikattacken
Therapie
Systematische Desensibilisierung
- Verhaltenstherapeutisch
- Erstellung Reizhierarchie
- Konfrontation gestuft
- in-sensu und in-vivo
- Entspannungstraining zur Meidung der Angst
- Medikamente können helfen
Expositions-Reaktions-Management
- Verhaltenstherapeutisch
- Konfrontation rasch und intensiv > Flooding
- in sensu und in-vivo
- Reaktions-Management Training > Eigenständiger Umgang wird trainiert > Habituation
- Medikamente behindern den Prozess eher
>> ERM als bevorzugte Therapiemethode
Welche drei kognitiven Biases sind ausschlaggebend für die Entstehung einer Panikstörung?
Interpretation bias, Memory bias, Attention bias
Wovon sollte man die Panikstörung abgrenzen und wie?
- Agoraphobie: Angst vor öffentlichen Plätzen; keine Flucht möglich > es gibt einen spezifischen Auslöser für die Panikattacken
- Spezifische Phobie: Spezifischer angstauslösender Reiz
- PTSD: folgt einem traumatischen Erlebnis
Agoraphobie
Diagnosekriterien
- Ausgeprägte Angst vor zwei oder mehr der folgenden Situationen
- Öffentliche Verkehrsmittel
- offene Plätze
- geschlossene öffentliche Räume
- Schlange stehen oder Menschenmengen
- Allein aus dem Haus
- Situationen werden gefürchtet / vermieden, weil Flucht / Hilfe schwierig sein könnte,
- Situationen rufen fast immer Furcht- oder Angstreaktion hervor
- Situationen werden aktiv vermieden, können nur in Begleitung aufgesucht werden oder werden nur unter intensiver Furch durchgestanden
- Furcht geht über ausmass der tatsächlicher Gefahr hinaus und ist unverhältnismässig
- Andauernd, typisch über 6 Monate
- Leiden oder Beeinträchtigungen in wichtigen Funktionsbereichen
- Kann nicht durch andere Störung erklärt werden
> Diagnose Agoraphobie wird unabhängig von Diagnose Panikstörung gegeben
Agoraphobie
Prävalenz
- 12-Monatsprävalenz
- Jugendliche und Erwachsene — 1.7%
- Personen über 65 Jahren — 0.4%
- Frauen doppelt so häufig wie Männer
- scheint über Kulturen hinweg nicht zu variieren
Agoraphobie
Verlauf Entwicklung
- 30% der Allgemeinbevölkerung & 50% der klinischen Patienten haben vor Diagnose Agoraphobie eine Panikstörung
- bei 2/3 der Patienten beginnt die Agoraphobie vor 35 Jahren (Durchschnittsalter 17 Jahre, ohne vorausgehende Panikattacke/-störung liegt es bei 25-29 Jahren)
- Verlauf ist typischerweise persistent und chronisch
- Kinder fürchten v.a. alleine aus dem Haus zu sein > Kognition: verloren gehen
- ältere Erwachsene fürchten sich v.a. vor Läden, in Schlangen zu stehen & allein auf offenen Plätzen zu sein > Kognitionen: panikartige Symptome zu haben, zu fallen
Agoraphobie
Komorbidität
- Fast 50% der Befragten haben im Laufe ihres Lebens mind. einmal eine psychische Störung > Komorbidität hoch
- 30% innerhalb der letzten 12 Monate
- Angststörungen treten am häufigsten auf, dann affektive Störungen und Substanzstörungen
- andere Angststörungen treten häufig vor der Agoraphobie ein
- andere psychische Störungen treten häufig nach Agoraphobie ein
- Substanzkonsumstörungen treten häufig nach Agoraphobie ein
Agoraphobie
Ätiologie - Vulnerabilitäts-Stress-Modell
- Vulnerabilitäts-Stress-Modell: geht von mehreren Faktoren aus
- genetische Faktoren: stärkster Anteil an Phobie-„Gen“ (Heritabilität ca. 61%)
- psychologische Faktoren: Verhaltenshemmung, neurotische Dispositionen, Angstsensitivität
- Umweltfaktoren: Tod eines Elternteils, Raubüberfall etc.
- Ressourcen: internal vs. external
- bei Agoraphobie (und anderen Angststörungen): Überempfindlichkeit des limbischen Systems
Agoraphobie
Ätiologie - Lerntheoretisch und Neurobiologisch
Lerntheoretisch
- Konditionierung
- Teufelskreis der Angst
Neurobiologisch
- Limbisches System — va. Amygdala
- Dysfunktion von Neurotransmittern
- Überempfindlichkeit
Agoraphobie
Therapie - Elemente und KVT
- Psychoedukation
- Symptomprovokationsübungen
- kognitive Umstrukturierung
- In-vivi-Exposition
- Einüben von Kompetenzen
- Neue Technologie
- kognitiv-verhaltenstherapeutisches Behandlungsprogramm (Margraf & Schnieder)
- Informationsvermittlung (Psychoedukation): dem Patienten wird ein glaubwürdiges Erklärungsmodell für Panikanfälle aufgezeigt, welches folgende Elemente enthält:
- Natur/Ursprung der Angst
- Teufelskreis der Angst
- Komponenten der Angst (physiologisch, kognitiv, behavioral)
- Genesemodell der Angst (Auslösefaktoren, Prädispositionen, aufrechterhaltende Faktoren)
- Information über den typischen Angstverlauf
- Vermittlung des Konfrontationskonzepts als Behandlungsprinzip
- Kognitive Interventionen: typische angstauslösende Gedanken, dysfunktionale kognitive Schemata sowie Fehlinterpretationen der körperlichen Symptome während eines Angstanfalls werden erarbeitet
- Konfrontation in vivo: häufig wird dazu eine Hierarchie der angstauslösenden Situationen erstellt und der Reihe nach abgearbeitet (massiert = von der schwersten zur einfachsten, graduell = von der einfachsten zur schwersten)
- Informationsvermittlung (Psychoedukation): dem Patienten wird ein glaubwürdiges Erklärungsmodell für Panikanfälle aufgezeigt, welches folgende Elemente enthält:
Agoraphobie
Risikofaktoren
Risiko- und prognostische Faktoren
Temperamentsfaktoren: Verhaltenshemmung („Behavioral inhibiton“) und neurotische Disposition (negativer Affekt, Neurotizismus) und Angstsensitvität sind eng mit Agoraphobie und anderen Angststörungen (phobische Störungen, Panikstörungen) assoziiert.
Umweltfaktoren: Negative Ereignisse in der Kindheit (Trennung, Tod) und belastende Ereignisse, sind mit dem Beginn einer Agoraphobie assoziiert. Personen beschreiben häufig ein Familienklima und Erziehungsverhalten, dass durch fehlende Wärme und Überbehütung ausgezeichnet ist.
Genetische und physiologische Faktoren: Heritabilität der Agoraphobie wird auf 61% geschätzt.
Unter verschiedenen Phobien à stärkste und spezifischste Assoziation mit genetischem Faktor
Kulturelle Besonderheiten
Frauen haben andere Muster komorbider Störungen als Männer. Männer haben höhere Raten an komorbiden Substanzkonsumstörungen.
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