Kosten- und Leistungsrechnung

Bilanzbuchhalter-Niveau

Bilanzbuchhalter-Niveau


J. P.
Diese Lernkarten bieten eine umfassende Einführung in die Kosten- und Leistungsrechnung, geeignet für Fortgeschrittene. Sie decken zentrale Begriffe wie Kosten, Gemeinkosten, und Kostenträger ab, sowie Methoden zur Ermittlung von Stückkosten und Deckungsbeitrag. Die Karteikarten sind ideal für Studierende und Berufstätige in der Finanzabteilung, die ihre Kenntnisse in der Kostenanalyse und -kontrolle vertiefen möchten.
Karten
132
Lernende
5
Sprache
Deutsch
Kategorie
Finanzen
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
23.09.2014 / 13.01.2024

Cartes-fiches

Wodurch unterscheiden sich die Herstellkosten der Erzeugung von den Herstellkosten des Umsatzes?

Herstellkosten der Erzeugung
abzgl. Bestandserhöhung unfertige/fertige Erzeugnisse
zzgl. Bestandsminderung unfertige/fertige Erzeugnisse
= Herstellkosten des Umsatzes

Nennen Sie je drei Beispiele für maschinenabhängige Fertigungsgemeinkosten und Restgemeinkosten.

Maschinenabhängige Fertigungsgemeinkosten: kalkulatorische AfA, Zinsen bzgl. der Maschine, Energiekosten.
Restgemeinkosten: Gehälter, Hilfslöhne, betriebliche Steuern.

 

Wie wird der Maschinenstundensatz bzw. der Restgemeinkostenzuschlagssatz ermittelt?

Maschinenstundensatz =

maschinenabhängige Fertigungsgemeinkosten / Maschinenlaufzeit

Restgemeinkostenzuschlagssatz =

(Restgemeinkosten / Fertigungslöhne) × 100

Was versteht man unter Normalkosten?

Normalkosten ergeben sich aus dem Durchschnittswert der Istkosten für mehrere vergangene Abrechnungsperioden

Erläutern Sie, wann eine Kostenüber- bzw. eine Kostenunterdeckung entsteht.

Istkosten < Normalkosten → Kostenüberdeckung


Istkosten > Normalkosten → Kostenunterdeckung

Definieren Sie den Begriff Kostenträger.

Als Kostenträger kann eine Produkteinheit, ein Auftrag, eine Charge, ein Produkt oder eine Produktgruppe bestimmt werden.

Wodurch unterscheiden sich die einstufige und die mehrstufige Divisionskalkulation?

einstufig: Einproduktbetrieb ohne Bestandsveränderungen

(Produktionsmenge = Absatzmenge)

mehrstufig: Einproduktbetrieb mit Bestandsveränderungen

(Produktionsmenge ≠ Absatzmenge)

Was versteht man unter Sortenfertigung?

Sortenfertigung liegt bei Unternehmen vor, die mehrere, jedoch gleichartige Produkte herstellen.

Beschreiben Sie die Ermittlung der Selbstkosten mithilfe der Äquivalenzziffernkalkulation.

  • Bestimmung der Äquivalenzziffern

    (Bezug auf Standardsorte mit ÄZ = 1)

  • Umrechnung in gleichwertige Recheneinheiten

    (Produktionsmenge × ÄZ)

  • Ermittlung der Kosten je Recheneinheit

    (Gesamtkosten / Summe Recheneinheiten)

  • Berechnung der Stückkosten je Sorte

    (Kosten je Recheneinheit × ÄZ)

  • Ermittlung der Gesamtkosten je Sorte

    (Stückkosten × Produktionsmenge)

     

Wann wird im Rahmen der Kuppelproduktion die Restwertmethode und wann die Verteilungsmethode angewandt?

Restwertmethode:

Kuppelproduktion → 1 Hauptprodukt, 1 oder mehrere Nebenprodukte

Verteilungsmethode:

Kuppelproduktion → mehrere Hauptprodukte

Nennen Sie drei Punkte, die beim Handelskalkulationsschema beachtet werden müssen.

  • Gewinndimensionierung muss am Markt durchsetzbar sein

  • Kundenskonto/Vertreterprovision/Kundenrabatt: Rechnung im Hundert

  • Umsatzsteuer bleibt außen vor, da erfolgsneutraler Posten

     

Wann wird in Handelsbetrieben die Vorwärts-, die Rückwärts- bzw. die Differenzkalkulation angewandt?

Vorwärtskalkulation:

Ermittlung des Listenverkaufspreises – von oben nach unten

Rückwärtskalkulation:

Ermittlung des Listeneinkaufspreises – von unten nach oben

Differenzkalkulation:

Ermittlung des Gewinns – Differenz zwischen SK und BVP

 

Welche Voraussetzung muss erfüllt sein, damit die Kennzahlen Kalkulationszuschlag, Kalkulationsfaktor und Handelsspanne sinnvoll angewandt werden können?

Die Prozentsätze bezüglich Handlungskosten und Gewinn sowie die Verkaufskonditionen müssen über einen längeren Zeitraum konstant bleiben.

 

Grenzen Sie die kumulative von der differenzierenden Zuschlagskalkulation ab.

kumulativ: Verrechnung der gesamten Gemeinkosten über einen einzigen

Zuschlagssatz auf die Kostenträger.

 

differenzierend: Verteilung der Gemeinkosten auf die funktional gegliederten

Kostenstellen über eine differenzierte Ermittlung von Gemeinkostenzuschlagssätzen.

 

Welchen Vorteil hat die Zuschlagskalkulation mit Maschinenstundensatzrechnung?

Die Zuschlagskalkulation mit Maschinenstundensatzrechnung führt zu einer wesentlich verursachungsgerechteren Verteilung der maschinenabhängigen Gemeinkosten auf die Kostenträger.

 

Was zählt zu den Kosten eines Arbeitsplatzes? Nennen Sie drei Beispiele.

  • Personalkosten, z. B. Lohnkosten

  • Instandhaltungskosten, z. B. Wartungs- und Reparaturkosten

  • Raumkosten, z. B. Miete

     

Welche Aufgaben hat die betriebliche Erfolgsrechnung?

  • Ermittlung der Selbstkosten

  • Darstellung von Kostenstruktur und -entwicklung

  • Betriebsergebnisermittlung

  • Bestimmung des Produktanteils an den Gesamtkosten bzw. dem Betriebsergebnis

  • < >

 

Beschreiben Sie die Betriebsergebnisermittlung nach dem Gesamtkostenverfahren.

Gegenüberstellung von Gesamtleistung (= Umsatzerlöse, aktivierte Eigenleistungen, Bestandsveränderungen) und Gesamtkosten einer Abrechnungsperiode.

 

Wodurch unterscheidet sich das Umsatzkostenverfahren auf Vollkostenbasis vom Umsatzkostenverfahren auf Teilkostenbasis?

Vollkostenbasis: Berücksichtigung der Selbstkosten der Absatzmenge.
Teilkostenbasis: Berücksichtigung der variablen Kosten der Absatzmenge, die fixen Kosten gehen als „Block“ in die Betriebsergebnisermittlung ein.

 

Was versteht man unter einem Kostenträgerblatt?

In einem Kostenträgerblatt werden die gesamten Kosten auf die einzelnen Kostenträger verteilt und somit die Selbstkosten eines jeden Kostenträgers ermittelt. Bei Erweiterung des Kostenträgerblatts um die Umsatzerlöse wird der Beitrag eines Kostenträgers zum Betriebsergebnis ersichtlich.

Erläutern Sie den Unterschied zwischen Umsatzergebnis und Betriebsergebnis.

Umsatzergebnis: Kostenträgerblatt mit Normal-Gemeinkosten
Betriebsergebnis
: Kostenträgerblatt mit Ist-Gemeinkosten
Differenz zwischen Umsatz- und Betriebsergebnis = Kostenüber-/-unterdeckungen.

 

Wie wird die Wirtschaftlichkeit berechnet und welche Aussagekraft hat sie?

Wirtschaftlichkeit = Leistungen / Kosten
Aussagekraft: Entwicklung der Wirtschaftlichkeit im Zeit- und Produktvergleich

 

Beschreiben Sie das System der Vollkostenrechnung sowie der Teilkostenrechnung.

Vollkostenrechnung: Verrechnung sämtlicher Kosten auf die Kostenträger.
Teilkostenrechnung: Verrechnung lediglich der Einzel- oder variablen Kosten auf die Kostenträger, Übernahme der Gemein- oder fixen Kosten als Block in die Betriebsergebnisrechnung.

 

Welches Ziel verfolgt die Break-even-Analyse?

Mithilfe der Break-even-Analyse kann die Absatzmenge ermittelt werden, bei der die Gesamtkosten durch die Gesamterlöse gerade gedeckt sind, also ein Betriebsergebnis von Null erzielt wird.

 

Wie wird die Gewinnschwellenmenge in einem Einproduktbetrieb ermittelt?

Gewinnschwellenmenge = 

\(bep=K_f/db \)

 

 

 

Wie wird die Gewinnschwellenmenge in einem Einproduktbetrieb ermittelt?

Gewinnschwellenmenge = 

\(bep=K_f/db \)

 

 

 

Was versteht man unter einer Deckungsbeitragsumsatzquote?

Die Gewinnschwellenmenge sinkt, da bei einem höheren Verkaufspreis ein größerer Stückdeckungsbeitrag erwirtschaftet wird.

 

Was versteht man unter einer Deckungsbeitragsumsatzquote?

Die Deckungsbeitragsumsatzquote drückt den prozentualen Anteil des Stückdeckungsbeitrags vom Verkaufspreis bzw. des Gesamtdeckungsbeitrags von den Umsatzerlösen eines Produktes aus.

 

Wodurch unterscheidet sich der absolute vom relativen Deckungsbeitrag?

Absoluter Deckungsbeitrag = Verkaufspreis – variable Stückkosten

Relativer Deckungsbeitrag = absoluter Stückdeckungsbeitrag / Engpassbeanspruchung

Was versteht man unter einem optimalen Produktionsprogramm?

 „optimal“ = Betriebsergebnismaximierung
„Produktionsprogramm“
= Produktionsmengen der verschiedenen Produkte
„Optimales Produktionsprogramm“
= Ausrichtung der Produktionsmengen der verschiedenen Produkte mit dem Ziel,
das maximale Betriebsergebnis zu erzielen

 

Wonach richtet sich die Ermittlung des optimalen Produktionsprogramms bei Vorliegen eines betrieblichen Engpasses?

Die Höhe des relativen Deckungsbeitrags der Produkte ist entscheidend.

Was versteht man unter „direct costing“?

 „direct costing“ = einstufige Deckungsbeitragsrechnung
Abzug der fixen Kosten als Block von der Summe der Deckungsbeiträge

In welche Stufen können Fixkosten aufgeteilt werden?

  • erzeugnisfixe Kosten

  • erzeugnisgruppenfixe Kosten

  • kostenstellenfixe Kosten

  • bereichsfixe Kosten

  • unternehmensfixe Kosten

     

Nennen Sie je ein Beispiel zu den verschiedenen Fixkostenstufen.

  • erzeugnisfixe Kosten – Lizenzkosten für ein bestimmtes Produkt

  • erzeugnisgruppenfixe Kosten – kalk. AfA einer Kühleinrich- tung, in der eine bestimmte Produktgruppe gelagert werden muss

  • kostenstellenfixe Kosten – Raumkosten einer Kostenstelle

  • bereichsfixe Kosten – Gehalt eines Bereichsdirektors

  • unternehmensfixe Kosten – Kosten der zentralen Lohnbuchhaltung

     

Was versteht man unter einem Zusatzauftrag?

Zusatzauftrag: Annahme eines zusätzlichen Auftrags zu einem Preis unterhalb des regulären Verkaufspreises

 

Beurteilen Sie kritisch die Annahme eines Zusatzauftrages.

Pro: Kapazitätsauslastung, Betriebsergebnisverbesserung, Kundenzufriedenheit, evtl. größerer Kundenkreis

Contra: Evtl. Verärgerung bisheriger Kunden, da neuer Kunde günstigeren Preis bekommt, evtl. verlangt neuer Kunde weiterhin günstigere Preiskonditionen

 

Wonach richtet sich die optimale Maschinenauswahl, wenn in einem Unternehmen für die Fertigung eines Produktes bereits verschiedene Maschinen mit ausreichender Kapazität vorhanden sind?

Die Fertigung des Produktes sollte auf der Maschine erfolgen, welche die geringsten variablen Stückkosten verursacht.

 

Wie wird die kritische Produktionsmenge im Zusammenhang mit einer Erweiterungs- bzw. Ersatzinvestition ermittelt?

Aufstellen und Gleichsetzen der Kostenfunktionen der Investitionsalternativen.

Beurteilen Sie, inwieweit die Höhe der Fixkosten bei der Ermittlung der optimalen Maschinenbelegung relevant ist.

Die fixen Kosten bleiben bei dieser Entscheidung außen vor.

 

Nach welchem Kriterium richtet sich die Entscheidung bezüglich der Aufnahme neuer Produkte in das Produktionsprogramm?

Freie Kapazitäten: db absolut
Kapazitätsengpass: db relativ

 

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