BiBu


K. S.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Grundlagen des Jahresabschlusses, insbesondere für Kapitalgesellschaften. Sie decken Themen wie die Buchführung, Bilanzierung, Inventur, und die Behandlung von Wirtschaftsgütern sowie steuerliche Aspekte ab. Besonders nützlich sind sie für Studierende und Berufstätige in den Bereichen Finanzen und Rechnungswesen, die sich auf Prüfungen oder die praktische Anwendung im Berufsalltag vorbereiten.
Karten
110
Lernende
19
Sprache
Deutsch
Kategorie
Finanzen
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
01.10.2014 / 21.11.2023

Lernkarten

Welches der folgenden Wirtschaftsgüter ist eine Betriebsvorrichtung?

 

ACHTUNG! Antwort selber finden

a) Förderband in einer Fabrik
b) Lastenaufzug

c) Personenaufzug
d) Klimaanlage in einem Kaufhaus
e) Fabrikschornstein

Wie sind nicht eingeforderte ausstehende Einlagen auf die Stammeinlage bei einer GmbH bilanziell auszuweisen?

Der Betrag ist auf der Passivseite der Bilanz vom gezeichneten Kapital offen abzusetzen

Wo wird ein Agio, das bei der Ausgabe junger Aktien erzielt wurde, in der Bilanz ausgewiesen?

Das Agio ist in die Kapitalrücklage einzustellen

Welche Gesellschaften müssen gesetzliche Gewinnrücklagen bilden?

Zur Bildung von Gewinnrücklagen sind die AG und UG (haftungsbeschränkt) gesetzlich verpflichtet

Wie wird der Erwerb eigener Anteile bilanziell dargestellt?

Zurückerworbene eigene Anteile sind auf der Passivseite der Bilanz in der Vorspalte des Postens „Gezeichnetes Kapital“ offen abzusetzen. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag und den Anschaffungskosten ist mit den frei verfügbaren Rücklagen zu verrechnen. Etwaige Anschaffungsnebenkosten sind als laufender Aufwand zu berücksichtigen

Muss eine große Kapitalgesellschaft aktive latente Steuern ausweisen?

Hinsichtlich der aktiven latenten Steuern besteht ein Aktivierungswahlrecht

Welche Ausnahme gibt es für das handelsrechtliche Saldierungsverbot?

Es muss eine Saldierung der zu passivierenden Verpflichtung aus Altersversorgungsverpflichtungen und vergleichbaren Verpflichtungen mit Vermögensgegenständen, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen, vorgenommen werden

In welchen Fällen muss ein Verzeichnis nach § 5 Abs. 1 Satz 2 EStG erstellt werden?

Die Ausübung der von der Handelsbilanz abweichenden steuerrechtlichen Wahlrechte setzt voraus, dass die Wirtschaftsgüter, die nicht mit dem handelsrechtlich maßgeblichen Wert in der steuerlichen Gewinnermittlung ausgewiesen werden, in besondere, laufend zu führende Verzeichnisse aufgenommen werden

In welchem GuV-Verfahren kommt die Position Materialaufwand vor?

Die Position Materialaufwand ist nur in einer GuV zu finden, die nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt wurde

Was ist unter der Position „andere aktivierte Eigenleistungen“ auszuweisen?

Andere aktivierte Eigenleistungen sind selbst erstellte Vermögensgegenstände des Anlagevermögens. Über eine Buchung im Haben auf dem Konto „andere aktivierte Eigenleistungen“ erfolgt quasi eine Neutralisierung des Aufwands in der GuV

Wann sind Lohnaufwendungen unter der Position „Materialaufwand“ zu erfassen?

Hier sind externe Aufwendungen für die Herstellung bzw. Be- oder Verarbeitung eigener Erzeugnisse (sog. Lohnveredelung) zu erfassen

Wie ergibt sich das „Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit“?

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist der Saldo aus dem Betriebs- und Finanzbereich vor Berücksichtigung des außerordentlichen Ergebnisses und des Steueraufwands

Welche Steuern werden unter der Position „sonstige Steuern“ ausgewiesen (drei Nennungen)?

Kfz-Steuer, Stromsteuer und Versicherungssteuer

Wer ist verpflichtet, einen Anhang zu erstellen?

Die gesetzlichen Vertreter einer Kapitalgesellschaft ebenso wie die von Personenhandelsgesellschaften im Sinne des § 264a HGB haben ihren Jahresabschluss um einen Anhang zu erweitern

Wie ermittelt sich der Cashflow nach der indirekten Methode?

Jahresüberschuss
+ Abschreibungen
- Zuschreibungen
+ Erhöhung von Rückstellungen
- Verminderung von Rückstellungen
= Cashflow

Welche drei Bereiche hat eine Kapitalflussrechnung?

Eine Kapitalflussrechnung hat folgende Bereiche: Laufende Geschäftstätigkeit, Investitionsbereich und Bereich der Finanzierungsaktivitäten

Können steuerliche Wahlrechte unabhängig von der Handelsbilanz ausgeübt werden?

Dies ist gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1 letzter Halbsatz EStG seit Inkrafttreten des BilMoG möglich

Was versteht man unter dem „wirtschaftlichen Eigentümer“?

Wirtschaftlicher Eigentümer ist nach § 246 Abs. 1 Satz 2 HGB bzw. § 39 Abs. 2 Nr. 1 AO derjenige, der die tatsächliche Sachherrschaft über ein Wirtschaftsgut in der Art und Weise ausübt, dass der zivilrechtliche Eigentümer keinen wirtschaftlichen Zugriff auf das Wirtschaftsgut und keinen oder nur einen faktisch bedeutungslosen Herausgabeanspruch hat

Wann liegt Finanzierungsleasing im Sinne des sog. Leasingerlasses vor?

Voraussetzung ist, dass der Leasingvertrag über eine bestimmte Grundmietzeit abgeschlossen ist und durch die Leasingraten während der Grundmietzeit mindestens die Anschaffungskosten (inklusive Nebenkosten) und die Finanzierungskosten des Leasinggebers gedeckt werden

Wie werden Gründungskosten einer Kapitalgesellschaft in deren Handelsbilanz berücksichtigt?

Gründungskosten dürfen nach § 248 Abs. 1 Nr. 1 HGB nicht aktiviert werden und stellen somit sofort abzugsfähige Aufwendungen dar

Hinsichtlich welches Bilanzpostens besteht ein handelsrechtliches Aktivierungswahlrecht?

Für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens besteht nach § 248 Abs. 2 HGB ein Aktivierungswahlrecht

Auf welche Zeit ist ein Geschäfts- oder Firmenwert steuerrechtlich abzuschreiben?

Der Abschreibungszeitraum beträgt nach § 7 Abs. 1 Satz 3 EStG 15 Jahre

Was versteht man unter dem Begriff „Praxiswert“?

Der Praxiswert ist der Mehrwert, den ein freiberufliches Unternehmen über den Gesamtwert aller materiellen und immateriellen Wirtschaftsgüter hinaus hat

Wie hoch ist der steuerliche Abzinsungssatz bei der Ermittlung einer Pensionsrückstellung?

Der Abzinsungssatz beträgt nach § 6a Abs. 3 Satz 3 EStG 6%

Aus welcher Vorschrift ergibt sich, dass eine Pensionszusage an einen Mitunternehmer einer Personengesellschaft zu einer Sonderbilanz führt?

Dies ergibt sich aus § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG

Was versteht man unter einem schwebenden Geschäft?

Ein schwebendes Geschäft liegt vor, wenn das Verpflichtungsgeschäft abgeschlossen ist und das Erfüllungsgeschäft noch nicht erfolgt ist

Unter welchen Voraussetzungen ist eine Rückstellung für unterlassene Instandhaltungen zu bilden?

Gemäß § 249 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB sind Rückstellungen für im Geschäftsjahr unterlassene Aufwendungen für Instandhaltungen zu bilden, wenn diese im folgenden Geschäftsjahr innerhalb von drei Monaten nachgeholt werden

Wie wird ein gezahltes Damnum in der Handelsbilanz behandelt?

Handelsrechtlich besteht nach § 250 Abs. 3 HGB ein Aktivierungswahlrecht

Wie ist ein aktiviertes Damnum aufzulösen?

Handelt es sich um ein Fälligkeitsdarlehen, erfolgt die Auflösung linear. Bei einem Tilgungsdarlehen wird dagegen die degressive Auflösung nach der Zinsstaffelmethode bevorzugt

Wie ist ein Zoll zu behandeln, der beim Import einer Handelsware anfällt?

Der Zoll ist als Anschaffungsnebenkosten im Sinne des § 255 Abs. 1 Satz 2 HGB zu aktivieren

Wie sind steuerliche Verlustvorträge bei der Berechnung latenter Steuern zu berücksichtigen?

Steuerliche Verlustvorträge sind nach § 274 Abs. 1 Satz 4 HGB bei der Ermittlung aktiver latenter Steuern zu berücksichtigen, sofern sie sich innerhalb der nächsten fünf Jahre voraussichtlich ausgleichen

Wenn ein Vermögensgegenstand in der Handelsbilanz zu einem höheren Wert als in der Steuerbilanz bewertet wird, entstehen ...

... passive latente Steuern

Wie ist das Risiko, aus einer Bürgschaftsverpflichtung in Anspruch genommen zu werden, zu berücksichtigen?

Diese Eventualverbindlichkeit ist nach § 251 HGB unterhalb der Handelsbilanz auszuweisen

Wie sind die Sanierungskosten eines erworbenen, nicht im betriebsbereiten Zustand befindlichen Gebäudes zu berücksichtigen?

Die Kosten werden als Anschaffungskosten im Sinne des § 255 Abs. 1 Satz 1 HGB aktiviert

In welchen Fällen zählt die entrichtete Vorsteuer zu den Anschaffungskosten?

Entrichtete Vorsteuerbeträge sind nach § 9b Abs. 1 EStG immer dann als Anschaffungskosten zu erfassen, wenn bzw. soweit der Unternehmer nicht vorsteuerabzugsberechtigt ist

Wie ermitteln sich die Anschaffungskosten eines im Rahmen eines Tauschs erworbenen Wirtschaftsguts?

Die Anschaffungskosten sind nach § 6 Abs. 6 Satz 1 EStG mit dem gemeinen Wert des hingegebenen Wirtschaftsguts anzusetzen

Welche Pflichtbestandteile umfasst der handelsrechtliche Herstellungskostenbegriff?

Gemäß § 255 Abs. 2 Satz 2 HGB sind Materialkosten, Fertigungskosten und Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist, zu aktivieren

Wie sind Forschungs- und Entwicklungskosten bei der Aktivierung eines selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstands zu berücksichtigen?

Nach § 255 Abs. 2a HGB zählen Entwicklungs- jedoch nicht Forschungskosten zu den Herstellungskosten des Vermögensgegenstands

Unter welchen Voraussetzungen ist ein Vermögensgegenstand mit dem niedrigeren beizulegenden Wert anzusetzen?

Nach § 253 Abs. 3 HGB ist die Abwertung zwingend vorzunehmen, wenn die Wertminderung voraussichtlich von Dauer ist

Was ist umsatzsteuerlich im Rahmen der Forderungsbewertung veranlasst, wenn ein Kunde Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt hat?

Die Umsatzsteuer gilt nach A 17.1 Abs. 15 Satz 1 UStAE als uneinbringlich und ist zu korrigieren

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