OM 1.
OM 1. Semester
OM 1. Semester
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Flashcards
Erkläre Stücklisten
- Auch: Produktstruktur, Erzeugnisstruktur, Nomenklatur, Rezept
- Definiert die strukturelle Zusammensetzung eines Produkts:
- Endprodukt
- Komponenten:
- Zwischenprodukte, Halbfabrikate, Baugruppen / Teile, Rohmaterialien
Mengenkoeffizienten / Einbaumengen
Was versteht man unter der Fertigungsstufe einer Komponente?
Strukturstufen, auf welchen die Komponente in einer gegebenen Menge von Stücklisten vorkommt.
Bsp: A hat bezüglich der obigen beiden Stücklisten die Fertigungsstufen 1, 2
Was versteht man unter der Dispositionsstufe einer Komponente?
Unterste Fertigungsstufe, auf welcher die Komponente in einer gegebenen Menge von Stücklisten vorkommt.
Bsp: A hat bezüglich der obigen beiden Stücklisten die Dispositionsstufe 2
Erkläre Arbeitsplan
- Auch: Operationsplan
- Definiert die Arbeitsgänge (Operationen), durch die eine bestimmte Komponente aus ihren (Teil-)Komponenten hergestellt wird.
- Also: Für jede Komponente wird ein Arbeitsplan erstellt.
- Hauptangaben:
- Beschreibung der Arbeitsgänge (Operationen, Arbeitschritte)
- Bsp: A: Vorbereiten, B: Fräsen, C: Drehen, D: Polieren
- Zeitliche Abfolge der Arbeitsgänge
- Sequenz oder allgemeinere Präzedenzbedingungen
- Beschreibung der Arbeitsgänge (Operationen, Arbeitschritte)
Welche Angaben werden pro Arbeitsgang im Arbeitsplan gemacht?
- Vorgabezeiten:
- Rüstzeit, Bereitstellungszeit (i.a. pro Los/Batch)
- Bearbeitungszeit (i.a. pro Einheit)
- Bsp: Für Operation B:
"Rüstzeit = 30 Min.", "Bearbeitungszeit = 2 Min." Zeitbedarf für Los der Grösse 100: 30 + 100*2 = 230 Min.
- Zugeordnete Ressourcen:
- Arbeitsplätze, Maschinen, Personal, Kostenstellen, usw.
- Bsp.: Für Operation B:
"Maschine 0121", "Kostenstelle 300"
Was versteht man unter Layoutplanung?
Entscheide über die räumliche Anordnung von Arbeitsplätzen, Maschinen, Abteilungen, Werkstätten, Lagerplätzen, usw., innerhalb der Unternehmung
Welche Entscheide sind in der Layoutplanung assoziert?
- Dimensionierung (Fläche, Kapazität)
- Gänge, Wegführungen
- Zuordnung der Operationen zu Arbeitsplätzen
Nenne die Hauptdeterminanten der Layoutplanung
- Materialflüsse, Informationsflüsse → Materialfluss-Analyse, Informationsfluss-Analyse
- Kapazitäts- und Raumbedarfe
- Vorgaben / Bedingungen :
- Gebäude: Flächen, Zugänge, Hindernisse, max. Gewicht, ...
- Prozesse : Anlagen, Sicherheitsaspekte, Versorgung, ...
- Organisatorische und arbeitstechnische Aspekte
Was sind die Ziele der Layoutplanung?
- Rentabilität, Kostensenkung
- Qualität
- Geschwindigkeit / Durchlaufzeitsenkung
- Flexibilität
- Personalsicherheit und -zufriedenheit
Erläutere die allgemeinen Prinzipien der Layoutplanung
Einen Rahmenplan für das Layout erarbeiten und à jour halten, unter Berücksichtigung folgender Prinzipien:
- Strukturieren der Fabrik in „Unterfabriken“ (Fertigungszellen, -inseln)
- Leichter Zugang an der Peripherie für Wareneingang und Spedition, und so nahe wie möglich an den Hauptprozessen
- Produktorientierung: Unterfabriken, die hauptsächlich Komponenten einer Produktefamilie herstellen, nahe an Montage dieser Produkte.
- Unterfabriken, die gemeinsame Komponenten verschiedener Produktefamilien herstellen, zentral anordnen
- Fabrikfläche auf das Minimum begrenzen
- Zentrallager aufheben. Lagerbewirtschaftung in der Verantwortung der Unterfabriken
- Raumreserven für künftigen Bedarf vorsehen
- Peripherie für Ein- und Ausgangsprozesse reservieren, und nicht durch Büros behindern
- Flächen für Gänge und Lager minimal halten.
Nenne die beinden Typischen Problemstellungen der Layoutplanung
- Fertigungs-/Montagelinie: Abgleichprobleme, flexible Konfigurationen, gemischte Modelle
- Fertigungszellen: Bildungsprinzip
Erkläre die beiden Versionen von Abgleichsproblemen
Version 1: Bestimme die minimale Anzahl Arbeits-stationen (und die Zuordnung der Operationen zu diesen AS) bei vorgegebener Zykluszeit C, bzw. Produktionsrate 1/C.
Version 2: Bestimme die minimale Zykluszeit C, bzw. die maximale Produktionsrate 1/C (und die Zuordnung der Operationen zu den AS) bei vorgegebener Anzahl Arbeitsstationen
Was versteht man unter Fertigungszellen?
- Fertigungszellen, -inseln (engl. manufacturing cells) :
- Fertigungseinheiten, welche Komponenten (Produkte, Werkstücke, ...) mit ähnlichen Operationen (Bearbeitungsschritten) herstellen
Wie werden Vertigungszellen gebildet?
- Zusammenfassen von Maschinen (bzw. Arbeitsstationen, Betriebsmittel, ...) und Komponenten in mehrere Gruppen, so dass möglichst wenig Interaktion (Materialfluss, Informationsfluss, ...) zwischen den Gruppen besteht
- Engl. Group Technology, Cellular Manufacturing, ...
Was ist das Ziel von Fertigungszellen?
- Ziel: Kombination der Vorteile von produkt- und prozessorientiertem Layout:
- Vorteil von produktorientiertem Layout: Produktivität
- Vorteil von prozessorientiertem Layout: Flexibilität
Erläutere das Verfahren von Sokal und Michener
- Ein einfacher Ansatz zur Bildung von Fertigungszellen (1958).
- Verfahren basiert auf Ähnlichkeitskoeffizienten:
- Ähnlichkeitskoeffizient: Wert zwischen 0 und 1, welcher die "Ähnlichkeit" von Maschinen bzw. Maschinengruppen beschreibt
- Hoher Ähnlichkeitskoeffizient bedeutet hohe Ähnlichkeit.
- Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Ähnlichkeitskoeffizienten zu definieren.
Was sind die Grenzen der Verfahren zur Bildung von Fertigungszellen?
Diverse produktionsrelevante Faktoren werden ignoriert:
- Reihenfolge und Bearbeitungszeiten der Operationen
- Produktionsmengen der Komponenten
- Maschinenkapazitäten
Erläutere Faktorenkapazität
Kapazität als zeitliche Verfügbarkeit (Faktorenkapazität):
- Definition: (Faktoren-)Kapazität einer Ressource: Zeitdauer, für welche die Ressource verfügbar ist in einem bestimmten Zeitraum
- Faktorenkapazität ist ein von Objekttypen (Produkten) unabhängiges Ersatzmass für die Kapazität
- Beachte: (Faktoren-)Kapazität einer Ressource entspricht dem zeitlichen Anteil (z.B. in %), zu welchem die Ressource verfügbar ist.
- Masseinheit der (Faktoren-)Kapazität: [Zeiteinheit / Zeiteinheit]
- Die Faktorenkapazität kann als Spezialfall des unter A) definierten Kapazitätsbegriffs aufgefasst werden: "maximaler Throughput ist gegeben als die maximale Anzahl Std., welche in einem bestimmten Zeitraum (in Std.) verfügbar sind"
- Typische Begriffe bei Verwendung der Faktorenkapazität: Anlagen-, Maschinen-, Personal Beschaffungs-, Transportkapazität
- Beispiele:
- 240 Betriebsstunden pro Woche von Maschine M (oder Maschinentyp M).
- 800 Arbeitsstunden pro Woche in der Montageabteilung
- Weitere Unterscheidung des Kapazitätsbegriffs in Abhängigkeit von:
- betrachtetem Produktionssystem
- betrachtetem Zeithorizont
- betrachtetem Leistungsvermögen
Was versteht man unter der Unterscheidung bzgl. Produktionssystem?
- Betrachtetes System (Ressource, Prozess) kann sein: Fabrik, Abteilung, Werkstatt, Arbeitsstelle, Maschine, usw
Was versteht man unter der Unterscheidung bzgl. Zeithorizont?
- Kapazität wird gemessen und geplant hinsichtlich verschieden langer Horizonte. Eine grobe Einteilung:
- Langfristig: 1 bis mehrere Jahre (Entscheide über: Fabriken, Anlagen, Personalaustattung, usw.)
- Mittelfristig: Monate, Quartale (Überstunden, Auswärtsvergabe, usw.)
- Kurzfristig: Monat bis Tag (Disposition von Personal, alternative Produktionsroutings, usw.)
Was versteht man unter der Unterscheidung bzgl. Leistungsvermögen?
- Theoretische vs. nutzbare Kapazität
- Theoretische Kapazität:
- Auch: Design-Kapazität, Grundkapazität, Maximalkapazität
- Maximaler (mittlerer) Throughput bei "idealem" Betrieb
- "idealer" Betrieb: maximale Verfügbarkeit ohne Berücksichtigung von Störungen
- Nutzbare Kapazität:
- Auch: Effektive Kapazität, Verfügbare Kapazität
- Maximaler mittlerer Throughput bei "normalem" Betrieb.
- "normaler" Betrieb: reale Verfügbarkeit unter Berücksichtigung von Störungen
- Verluste verursacht durch Störungen ("Störfaktoren"):
- Stillstandzeiten, Pausen, Reinigungsvorgängen, Pannen ("Breakdowns"), ungeplanten Personalabsenzen, ...
- Bestimmung der nutzbaren Kapazität häufig vereinfacht als: Nutzbare Kapazität = Theoretische Kapazität * Verfügbarkeitsfaktor
- z.B. Verfügbarkeitsfaktor = 85%
- Verfügbarkeitsfaktor: Empirisch im Betrieb zu ermitteln (schwierig!)
Erläutere die Strategische Kapazitätsplanung
- Langfristige Kapazitätsplanung
Zweck; Sicherstellen der Faktorenkapazitäten, so dass sie langfristig dem vorgesehenen Bedarf entsprechen
- in kostenoptimaler Weise
- zunehmende / abnehmende Skalenerträge
- global optimieren (Supply Chain)
- bei möglichst hoher Flexibilität
- möglichst agil auf Bedarfsänderung /Verschiebung reagieren können
Ein prinzipielles Vorgehen:
- Kapazitätsbedarfe vorhersagen
- Absatz prognostizieren und Produktionsziele bestimmen
- Bedarfe an Produktionsfaktorenkapazitäten ableiten
- Analyse der vorhandenen Faktorenkapazitäten, Identifizieren allfälliger Kapazitätserweiterungen/Reduzierungsalternativen
- Auswahl einer Alternative, um „optimale“ Harmonisierung der Kapazitäten an die Bedarfe zu erzielen
Was versteht man unter "Einfache Deduzierung"?
- „Einfache Deduzierung“ der Kapazitätsbedarfe aus den Produktionszielen und den Arbeitsplänen der Produkte
- Vergleich mit Verfügbaren Kapazitäten und Anpassungen
- „Einfache Deduzierung“ problematisch: berücksichtigt nicht
- Komplexität der Produktionsprozesse
- technische Produktionsabläufe eines Produkts
- Wechselwirkungen unter den Produkten, die auf denselben Anlagen hergestellt werden
- Abwägung mehrerer Ziele (höhere Kapazität <-> grössere Lager)
- gesamte logistische Kette
- zeitliche Dynamik und zufällige Einflüsse
- Komplexität der Produktionsprozesse
Nenne andere Ansätze zur Strategischen Kapazitätsplanung
- Simulation: detaillierte Nachbildung der Produktions-abläufe für verschiedene Szenarien (betreffend Produktionsprogramm und Kapazitäten)
- Mathematische Optimierungsmodelle
- Siehe nachfolgendes Bsp.
Was ist ein typischer Zielkonflikt (Trade-Off) bei Kapazitätsplanung?
Mehr Kapazität oder Höhere Lager
Erläutere Standortplanung
- Aufgabe: Festlegen der Standorte, bzw. der Standortverteilung der Unternehmung im geographischen Raum
- Gekoppelt mit Kapazitätsplanung!
Was sind mögliche Ansätze bei der Standortplanung?
- Klassische Standortanalyse (v.a. qualitativ)
- Standortfaktoren identifizieren
- Szenarien entwickeln und bezüglich der Standortfaktoren beurteilen
- Quantitative, mathematische Modelle
- Evaluationsmodelle,"What If?"
- Entwickeln von Szenarien (Alternativen), Berechnen der Konsequenzen
- Optimierungsmodelle, "What's best?"
- Beschreibung der zulässigen Lösungen (Lösungsraum) mit Bedingungen
- Evaluationsmodelle,"What If?"
Bestimmen von optimierten Lösungen mit Optimierungsalgorithmus
Wie funktioniert die klassische Standortanalyse?
- Quantitative Standortfaktoren: Transportkosten, Grundstückpreise, Personalkosten, Beschaffungskosten für Materialien, Finanzierungskosten, Fördermassnahmen der öffentlichen Hand, Grund- und Gewerbesteuer, Gewinnsteuern, Regionaler Produktkauf, etc.
- Qualitative Standortfaktoren: Grundstück (Lage, Form, etc.), Infrastruktur (Verkehrsnetze, Transportgewerbe, Beratungsdienste, etc.), Personalverfügbarkeit (Bevölkerungsstruktur, Ausbildung, etc.), Soziale und politische Faktoren, Lebensqualität am Ort, Umwelteinflüsse & Belastungsmöglichkeiten
- Diverse andere Systematiken verfügbare (siehe BWL-Literatur, z.B. [Thommen])
- Häufig auch Unterteilung der Standortfaktoren (Kriterien):
- Muss-Kriterien
- Wunsch-Kriterien
- Evaluation und Bewertung:
- mit klassischer Nutzwertanalyse (siehe nächste Seite)
- mit polaren Diagrammen
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