Privatkundenberater-Lehrgang

Fineo - Banking - Bankwirtschaft FL Kapitel Geld - Vom Tauschhandel zum Buchgeld

Fineo - Banking - Bankwirtschaft FL Kapitel Geld - Vom Tauschhandel zum Buchgeld


A. S.
Diese Lernkarten behandeln die Grundlagen des Bankwesens in der Schweiz und richten sich an angehende Privatkundenberater. Sie decken Themen wie das Bankkundengeheimnis, Einlegerschutz, wichtige Gesetze und Vereinbarungen sowie die Rolle der Grossbanken ab. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Personen, die sich auf die Prüfung zum Privatkundenberater vorbereiten oder ihr Wissen über das Schweizer Bankensystem vertiefen möchten.
Flashcards
48
Students
5
Language
German
Category
Finance
Level
Other
Created / Updated
06.04.2017 / 15.07.2025

Flashcards

Geld als Wertmassstab

Weil Güter und Leistungen einen Preis in Geldeinheiten haben, lassen sich deren Werte problemlos addieren. Gäbe es das Geld nicht, müssten in einem Fruchtladen sprichwörtlich Äpfel und Birnen zusammen

Geld als Wertaufbewahrungsmittel

Güter sind häufig (aber nicht immer) mit einem bedeutenden Problem verbunden: Sie sind vergänglich. So verfault beispielsweise ein nicht konsumierter Apfel und verliert dadurch seinen Wert. Wenn also im Sommer und Herbst das Obst geerntet wird, kann es in

Problem der Inflation

Die Funktion von Geld als Wertaufbewahrungsmittel wird zerstört, wenn in einer Volkswirtschaft eine hohe Inflation herrscht. Inflation bedeutet, dass das Preisniveau steigt und die Kaufkraft des Geldes verloren geht. Kurz gesagt ist das Geld morgen wenige

was ist der Naturaltausch?

was ist das Problem dabei?

Aber auch schon bei unseren Vorfahren spezialisierten sich Menschen auf eine Tätigkeit: Fischen, Körbe flechten, Beeren sammeln, Jagen usw. Die arbeitsteilige Wirtschaft war deshalb zunächst notwendigerweise eine Tauschwirtschaft, in der die Menschen ihre Waren und Dienstleistungen untereinander austauschten.

Die Schwierigkeit dabei war, immer gerade diejenige Person zu finden, deren Tauschwunsch genau dem eigenen in Art und Umfang entsprach (Suchproblem).

Was ist der Naturaltausch .. Probleme des Tauschgeschäfts

Zum anderen war auch der unterschiedliche Wert der Waren ein Problem: Wie tauscht man ein ganzes Mammutfell gegen einen Korb Beeren (Bewertungsproblem)? Auch musste die Ware häufig über eine grössere Distanz transportiert werden (Transportproblem), was nicht nur aufgrund der Grösse der Ware, sondern auch aufgrund deren Verderblichkeit problematisch war (Lagerungsproblem).

Warengeld

Bestimmte Tauschgüter erwiesen sich mit der Zeit als vorteilhaft, weil sie bekannt, anerkannt und nicht verderblich waren und selten vorkamen. Deshalb wurden diese Waren als eine Art Zwischentauschmittel eingeführt (Warengeld).

 

 

Metallgeld

- Probleme von Münzen

Die Entstehung von Münzen hat den Handel zwar sehr erleichtert, nach wie vor gab es aber unterschiedliche damit verbundene Probleme:

  • Um einen hohen Wert zu erhalten, mussten viele Kilogramm an Münzen transportiert werden. Vielleicht kann man sich dies am besten vorstellen, wenn man an Piratenfilme denkt, bei denen Piraten immer riesige Fässer mit Goldmünzen auf ihren Schiffen mitführten.
  • Die grossen Mengen an Münzen waren umständlich zu zählen.
  • Jeder Herrscher prägte seine eigenen Münzen. Deshalb gab es innerhalb einer kurzen Zeit unheimlich viele unterschiedliche Münzen mit verschiedenen Prägungen und Werten.

Metallgeld

- Entstehung der ersten Banken

Die Unterschiedlichkeit der Münzen führte zu einer neuen Einrichtung: Den Geldwechslern. Diese stellten ihre Tische (ital.: Tisch = Banca) auf den Marktplätzen auf und tauschten die Münzen der unterschiedlichen Händler. Die erste Bank war entstanden.

Notengeld

- Entstehung von Banken

Das mit den Münzen verbundene Transport- und Zählproblem führte mit der Zeit zur Entstehung von Banknoten.

Banknoten waren für viele Menschen der damaligen Zeit sicherlich sehr ungewohnt und auch mit Misstrauen verbunden: Während alle bisher genutzten Zahlungsmittel (Vieh, Salz, Metalle...) auch einen materiellen Wert besassen, war das bedruckte Papier eigentlich wertlos. Der Wert wurde lediglich durch den damit verbundenen Herausgabeanspruch auf einen bestimmten Betrag in Gold oder Silber begründet.

Buchgeld

Nur noch ein Bruchteil unserer heutigen Zahlungen wird tatsächlich mit Münzen oder Banknoten abgewickelt. Dies wird uns bewusst, wenn wir uns überlegen, wie viele Zahlungen wir mit Hilfe von Einzahlungsscheinen oder Debit- und Kreditkarten durchführen. In diesen Fällen handelt es sich nicht um Bargeld, sondern um Buchgeld.

 

 

Buchgeld - Vorteile

Vorteil von Buchgeld ist, dass sich grössere Mengen an Geld über weite Entfernungen problemlos und sicher von einem Konto zum anderen übertragen lassen. Zudem ist es auf einem Bankkonto sicher aufgehoben und vor Diebstahl oder Zerstörung geschützt.

 

Die Sicherheit und Einfachheit des Buchgeld haben auch zu einem starken Bedeutungszuwachs des bargeldlosen Zahlungsverkehrs und gleichzeitigem Rückgang des Bargeldumlaufs geführt: In den 1960er Jahren war der Bargeldumlauf im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt fast noch doppelt so hoch wie heute.

Elektronisches Geld

= EMoney

Wert in Form einer Forderung gegen die ausgebende Stelle, der..

-auf einem Datenträger gespeichert ist,

-gegen Entgegennahme eines Geldbetrages ausgegeben wird, und

-von anderen Unternehmen als der ausgebenden Stelle als Zahlungsmittel akzeptiert wird.

 

Tipp! : Zu Formen des eMoneys gehören Zahlungssysteme wie PayPal, Bezahlungen mit dem Handy oder die Geldkarte, bei der ein bestimmter Gegenwert auf einem Chip gespeichert ist und an Automaten oder in der Mensa zur Bezahlung eingesetzt werden kann.

Schweizerisches Münz und Notenwesen

- was ist die Geldhoheit

 

Bei der Geldhoheit handelt es sich um das alleinige Recht, gesetzliche Vorschriften über das Geldwesen zu erlassen und Zahlungsmittel herzustellen.

Grundsätzlich ist die Geldhoheit in der Schweiz Sache des Bundes.

Schweizerisches Münz- und Notenwesen

- Art. 99 BV: Geld- und Währungspolitik

  1. Das Geld- und Währungswesen ist Sache des Bundes; diesem allein steht das Recht zur Ausgabe von Münzen und Banknoten zu.
  2. Die Schweizerische Nationalbank führt als unabhängige Zentralbank eine Geld- und Währungspolitik, die dem Gesamtinteresse des Landes dient; sie wird unter Mitwirkung und Aufsicht des Bundes verwaltet.
  3. Die Schweizerische Nationalbank bildet aus ihren Erträgen ausreichende Währungsreserven; ein Teil dieser Reserven wird in Gold gehalten.
  4. Der Reingewinn der Schweizerischen Nationalbank geht zu mindestens zwei Dritteln an die Kantone.

Bezüglich der Geldhoheit müssen jedoch das Münzregal und das Banknotenmonopol unterschieden werden:

Bis zum Jahr 1848 waren in der Schweiz ungefähr 860 verschiedene Münzsorten im Umlauf. Wenn man dazu noch die verschiedenen Prägebilder und ausländischen Münzen berücksichtigt, waren es sogar mehr als 8'000 Münzen. Mit der Bundesverfassung 1848 wurde die Münzhoheit, auch Münzregal genannt, dem Bund übertragen.

Auch heute noch ist das Prägen von Münzen Sache des Bundes und wird von der in Bern ansässigen swissmint, der offiziellen Münzstätte der Schweizerischen Eidgenossenschaft, besorgt. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihrerseits setzt im Auftrag des Bundes die Münzen über ihr Bankstellennetz in Umlauf.

Banknotenmonopol : Erst ca. 40 Jahre später (1881) wurden auch einheitliche Banknoten in der Schweiz eingeführt. Bis dorthin waren 36 Banken für die Ausgabe von Noten zuständig. Seit 1905 wird das Banknotenmonopol von der Schweizerischen Nationalbank ausgeübt: Sie verfügt über das ausschliessliche Recht zur Ausgabe von Banknoten in der Schweiz. Sie versorgt die Wirtschaft mit Noten, die hohen Qualitäts- und Sicherheitsansprüchen genügen.

Schweizer Banknoten und Münzen heute

 aktuelle Notenserie:

10er: Le Corbusier: Architekt, Städtebauer, Maler

  • 20er: Arthur Honegger: Komponist
  • 50er: Sophie Taeuber-Arp: Malerin der klassisch-modernen Kunst
  • 100er: Alberto Giacometti: Plastiker (Bildhauer)
  • 200er: Charles Ferdinand Ramuz: Schweizer Schriftsteller
  • 1000er: Jacob Burckhardt: Kulturhistoriker

--> Tipp: Gut zu wissen:

  • Die Herstellung einer Banknote, d.h. die Entwicklung, Papier, Druck kostet auf die einzelne Banknote herunter gerechnet CHF 0.30.
  • Eine Banknote hält im Durchschnitt drei Jahre, bevor sie vernichtet wird: Grosse Scheine leben länger, während die häufig benutzten 10er, 20er und 50er eher eine kürzere Lebenserwartung haben.
  • Im Durchschnitt sind in der Schweiz ca. 290 Mio. Banknoten im Umlauf.
  • Die Schweizerische Nationalbank setzt im Jahresdurchschnitt fast 100 Tonnen neue Banknoten in Umlauf.

Euro-Note  und Münzen

 

 

Seit 2001 gibt es innerhalb der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWU) eine einheitliche Währung: den Euro. Obwohl die Schweiz weder zur EWU gehört, noch den Euro als Zahlungsmittel einsetzt, ist diese Entwicklung für sie relevant, da sie mit dem Eurogebiet eine recht starke aussenwirtschaftliche Verknüpfung besitzt: 60% aller Exporte aus der Schweiz gehen in Euro-Länder, bei den Importen stammen rund 80% aus diesem Gebiet. Aus diesem Grund sind stabile Wechselkurse und eine konstante wirtschaftliche Entwicklung der EWU eine wichtige Voraussetzung für das Wirtschaftswachstum in der Schweiz.

--> der Schweizer Franken in Krisenzeiten und Zeiten der allgemeinen Verunsicherung = als sicherer Hafen genutzt wird.

Ablauf der Gelder

1. Naturalgeld

2. Warengeld

3. Metallgeld

4. Notengeld

5. Buchgeld

6. Elektronisches Geld

Banken und Ihre Geschäftsfelder

- Was ist eine Bank?

 

Der Name " Bank" ist aus dem italienischen Wort "banca" abgeleitet - der Tisch, den die Geldwechsler in Italien auf den Marktplätzen aufstellten, um ihrer Tätigkeit nachzukommen (Metallgeld). Dieser Begriff hat sich für alle Unternehmen etabliert, die Bankgeschäfte betreiben.

BankV Art. 2a: Als Banken im Sinne von Artikel 1 Absatz 1 des Gesetzes gelten Unternehmen, die hauptsächlich im Finanzbereich tätig sind und insbesondere:

  1. gewerbsmässig Publikumseinlagen entgegennehmen oder sich öffentlich dafür empfehlen, um damit auf eigene Rechnung eine unbestimmte Zahl von Personen oder Unternehmen, mit denen sie keine wirtschaftliche Einheit bilden, auf irgendwelche Art zu finanzieren, oder
  2. sich in erheblichem Umfang bei mehreren nicht massgebend an ihnen beteiligten Banken refinanzieren, um damit auf eigene Rechnung eine unbestimmte Zahl von Personen oder Unternehmen, mit denen sie keine wirtschaftliche Einheit bilden, auf irgendwelche Art zu finanzieren.

 

 

Banken und Ihre Geschäftsfelder

-Effektenhändler

Effektenhandelsgeschäft: In der Schweiz betreiben die meisten Banken neben dem eigentlichen Bankgeschäft (Zinsdifferenzgeschäft) auch das Effektenhandelsgeschäft. Dazu benötigen sie von der FINMA je eine separate Bewilligung als Bank und als Effektenhändler.

Nicht-Banken-Effektenhändler: Wie man dem Dokument entnehmen kann, ist es der Regelfall, dass Banken auch die Bewilligung als Effektenhändler besitzen. Es gibt jedoch auch einige Effektenhändler, die keine Bank sind, diese werden als Nicht-Banken-Effektenhändler bezeichnet. Genauso gibt es einige wenige Banken, die kein Effektenhändler sind.

Arten von Effektenhändlern: Insbesondere werden fünf Kategorien von Effektenhändlern unterschieden:

  • Eigenhändler: Dabei handelt es sich um natürliche oder juristische Personen, die für eigene Rechnung mit Effekten handeln und das Ziel verfolgen, aus Veränderungen von Kursen oder Zinsen kurzfristig Gewinne zu erzielen.
  • Emissionshäuser: Diese übernehmen Effekten von Dritten und bieten diese auf dem Primärmarkt an.
  • Derivathäuser: Sie schaffen selbst Derivate und bieten diese für eigene oder fremde Rechnung öffentlich auf dem Primärmarkt an.
  • Market Maker: Sie handeln auf eigene Rechnung kurzfristig mit Effekten und stellen öffentlich dauernd oder auf Anfrage Kurse für einzelne Effekten.
  • Kundenhändler (Broker): Sie handeln im eigenen Namen auf Rechnung ihrer Kunden mit Effekten und führen zur Abwicklung der Geschäfte entweder Konten für ihre Kunden bei Dritten oder bewahren die Effekten in eigenem Namen bei Dritten auf.

BEHG Art. 2a: Effekten

 

Effekten: vereinheitlichte und zum massenweisen Handel geeignete Wertpapiere, nicht verurkundete Rechte mit gleicher Funktion (Wertrechte) und Derivate

Fungibilität

Wertpapiere, Wertrechte und Derivate sind fungibel, wenn sie in gleicher Struktur und Stückelung öffentlich angeboten werden und jedes Stück die gleichen Rechte verkörpert, so dass sie untereinander ausgetauscht werden können.

BEHG Art. 2d: Effektenhändler

Effektenhändler: natürliche und juristische Personen und Personengesellschaften, die gewerbsmässig für eigene Rechnung zum kurzfristigen Wiederverkauf oder für Rechnung Dritter Effekten auf dem Sekundärmarkt kaufen und verkaufen, auf dem Primärmarkt öffentlich anbieten oder selbst Derivate schaffen und öffentlich anbieten; (siehe Arten von Effektenhändleer)

Geschäftsfelder von Banken

 

Eine typische Schweizer Bank, die sowohl eine Bank- als auch Effektenhändlerlizenz besitzt, kann demzufolge Geschäfte in drei unterschiedlichen Geschäftsfeldern tätigen:

  • Zinsdifferenzgeschäft
  • Indifferentes Geschäft (Dienstleistungsgeschäft)
  • Eigenhandel

Geschäftsfelder von Banken

-Retail Banking

Geschäftsbereich der sich auf die Basiskunden konzentriert.

- Privatkunden

-kleinere Unternehmungen

-Standartdienstleistungen (Konto, ZV, SK, Kredite)

 

 

Geschäftsfelder von Banken

- Private Banking und Asset Management

 

Dieser Bereich beschäftigt sich mit der Betreuung des Vermögens wohlhabender Privatkunden (Private Banking) oder grösseren Firmenkunden (Asset Management). Dazu gehören vor allem die Anlageberatung oder Vermögensverwaltung für diese Kunden.

Geschäftsfelder von Banken

- Investmentbanking

Dieser Geschäftsbereich umfasst vor allem die Beratung bei Unternehmenszusammenschlüssen (Mergers & Acquisitions), Börsengängen oder das Emissionsgeschäft (Emission von Aktien oder Obligationen).

Transformationsaufgaben  im Zinsdifferenzgeschäft

 

Im Rahmen des Zinsdifferenzgeschäfts erbringen Banken für ihre Kunden so genannte Transformationsaufgaben, durch die es gelingt, dass unterschiedliche Motive, Interessen und Möglichkeiten von Geldanbietern und -nachfragern zum Ausgleich gebracht werden.

Da Banken als Kapitalsammelstellen fungieren, sind sie in der Lage, viele kleine Einlagen (z.B. Spareinlagen von Kunden) in Form von wenigen grossen Krediten (z.B. Hypothekarkredite) zu vergeben und umgekehrt. Diese wichtige Aufgabe von Banken wird als Betrags-, Volumen- oder Losgrössentransformation bezeichnet.

Indifferentes Geschäft

- Anlageberatung und Vermögensverwaltung

Neben dem klassischen Bankgeschäft der Kapital- und Kreditvermittlung stammen die Einnahmen von Banken aber auch aus der Anlageberatung oder dem Vermögensverwaltungsgeschäft.

Im Rahmen dieser Geschäfte kaufen und verkaufen Banken Wertschriften, Devisen und Edelmetalle, bewahren sie auf und verwalten sie. Für diese Dienstleistungen stellen Banken ihren Kunden unterschiedliche Gebühren und Spesen in Rechnung, beispielsweise:

  • Depotgebühren
  • Kauf- und Verkaufgebühren
  • Beratungsgebühren
  • Verwaltungsgebühren

Auch Firmenkunden werden im Rahmen dieses Dienstleistungsgeschäfts bezüglich Unternehmenszusammenschlüssen, Börsengängen, Emissionen von Aktien oder Obligationen sowie Finanzierungen beraten (Investment Banking).

Im Unterschied zum Zinsdifferenzgeschäft finden diese Dienstleistungsgeschäfte keinen Niederschlag in der Bankbilanz, da diese Tätigkeiten auf Kommissionsbasis abgewickelt werden. Aus diesem Grund werden sie auch als indifferentes Geschäft bezeichnet.

Anlageberatung vs. Vermögensverwaltung:Im Gegensatz zur Anlageberatung, wo der Kunde seine Anlageentscheidungen selbst trifft, überträgt er bei einer Vermögensverwaltung die Verantwortung für diese Aufgaben an einen Vermögensverwalter. Dies wird schriftlich mit einem Verwaltungsauftrag geregelt.

Eigenhandel

Beim Eigenhandel (Eigen- oder Handelsgeschäft) handelt es sich um Wertschriftentransaktionen, die von einer Bank nicht wie beim indifferenten Geschäft auf Kommissionsbasis, sondern auf eigene Rechnung, d.h. für sich selbst, getätigt werden. Man bezeichnet sie deshalb häufig auch als Nostro-Geschäfte.

Im Rahmen des Eigenhandels kauft und verkauft die Bank Effekten, Devisen, Noten oder Edelmetalle, um Erträge zu erzielen. Ebenfalls unter diese Kategorie zählt der Kauf von Obligationen oder Aktien im Rahmen des Emissionsgeschäfts.

Die Eigengeschäfte der Bank schlagen sich in den Bilanzpositionen

  • Handelsbestände
  • Finanzanlagen und
  • Beteiligungen

nieder.

Bankbilanz

Bereits an mehreren Stellen im Verlauf dieser Lerneinheit wurde auf die Bankbilanz verwiesen. An dieser Stelle soll zwar keine detaillierte Besprechung der einzelnen Bilanzpositionen erfolgen, aber dennoch ein kurzer Überblick gegeben werden.

Artikel 6 des Bankengesetzes (BankG) legt fest, dass alle Banken pro Geschäftsjahr einen Geschäftsbericht veröffentlichen müssen, der die Jahresrechnung (Bilanz, Erfolgsrechnung, Anhang) und den Jahresbericht beinhaltet.

Bankbilanz

- Ausserbilanzgeschäft

Neben den in der Bilanz ausgewiesenen Geschäften existieren auch Ausserbilanzgeschäfte. Dazu gehören Geschäfte, dessen Zahlungsströme entweder noch fehlen, aufgeschoben wurden oder möglicherweise gar nicht anfallen. Insbesondere gehören dazu:

  • Eventualverpflichtungen (Bürgschaften, Garantien)
  • Unwiderrufliche Zusagen
  • Einzahlungs- und Nachschussverpflichtungen
  • Derivative Finanzinstrumente
  • Treuhandgeschäfte

Tipp! : Nicht verwechselt werden dürfen die Ausserbilanzgeschäfte mit den indifferenten Geschäften, die sich ebenfalls nicht in der Bankbilanz niederschlagen.

Erfolgsrechnung

Während die Bilanz einen Überblick über alle aktuell vorhandenen Forderungen und Verbindlichkeiten gibt, zeigt die Erfolgsrechnung, welche Gewinne oder Verluste eine Bank innerhalb eines Geschäftsjahres gemacht hat.

Anhand der ersten drei Positionen lassen sich die drei Geschäftsfelder von Banken noch einmal gut nachvollziehen:

  • Der Erfolg Zinsengeschäft berechnet sich aus allen Zinserträgen und Zinsaufwendungen, die im Rahmen des Zinsdifferenzgeschäfts angefallen sind.
  • Beim Erfolg Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft handelt es sich um die Gebühren und Provisionen, die im Rahmen des indifferenten Geschäftes erwirtschaftet wurden, d.h. Gebühren und Provisionen.
  • Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft bezieht sich analog auf die Gewinne oder Verluste, die im Eigenhandel des Instituts erzielt wurden.

Bedeutung des Finanzplatzes Schweiz

- Banken als Arbeitgeber und Steuerzahler

Als Arbeitgeber spielt der Bankensektor auf den ersten Blick nur eine untergeordnete Rolle: Lediglich knapp 3.1% der gesamten Erwerbstätigen arbeiteten 2013 in der Bankbranche. Dennoch muss diese Zahl relativiert werden: Zum einen beziehen sich die 3.1% lediglich auf Mitarbeiter von Banken - alle banknahen Bereiche, z.B. Versicherungen und andere Finanzdienstleister - sind in dieser Zahl nicht inbegriffen.

Zum anderen ist die Bankbranche auch ein sehr attraktiver Arbeitgeber: Die Löhne sind so hoch wie in keiner anderen Branche und damit spielen die 150'000 Bankmitarbeiter als wichtige Steuerzahler und Konsumenten eine grosse Rolle.

2013 waren es geschätzte CHF 18.3 Mrd., die durch die Erbringung von Bankdienstleistungen dem Fiskus zuflossen. Dies entspricht rund 14% der gesamten Fiskalerträge von Bund, Kantonen und Gemeinden

Bedeutung des Finanzplatzes

-Vermögensverwaltung

Die Vermögensverwaltung ist eigentlich das Kerngeschäft der Schweizer Banken. Auf dieses Geschäft entfällt ungefähr die Hälfte der Schweizer Bankenwertschöpfung.

Ungefähr die Hälfte der verwalteten Vermögen entfielen auf ausländische Kunden.

Die Schweiz ist deshalb auch ein wichtiger Offshore-Platz: Von allen Kundenvermögen, die ausserhalb des eigenen Landes angelegt werden (ca. USD 2'400 Mrd. im Jahr 2014), liegen ca. 25% in der Schweiz und ist damit Weltmarktführer in diesem Bereich. An zweiter Stelle liegen Singapur, Hongkong (16%) gefolgt von den Kanalinseln und Dublin (13%) sowie die Karibik, Panama (13%).

 

Bedeutung des Finanzplatzes

-Vermögensverwaltung

--> was bedeutet offshore ?

Der Begriff Offshore bedeutet übersetzt so viel wie "vor der Küste". Ein Offshore-Finanzplatz ist ein international ausgerichteter Finanzplatz, der von Reglementierungen weit gehend frei ist und für ausländische Anleger und finanzielle Institutionen besondere Vorteile bietet.

Zukunft des Schweizerischen Finanzplatzes

 

In ihrem letzten Bericht aus dem Jahr 2011 fasst die Bankiervereinigung folgende Punkte zusammen:

Die Schweiz sieht sich mit einem anspruchsvolleren regulatorischen und steuerlichen Umfeld konfrontiert. Dazu gehören

  • Standards, wie die Eigenkapitalvorschriften (Basel III),
  • Vorgaben der FINMA,
  • Regulierungen aus dem Bereich des Konsumentenschutzes (z.B. MifID, Einlegerschutz) und
  • steuerliche Vorschriften (z.B. im Bereich der Amtshilfe oder in der Zusammenarbeit mit US-Kunden).

Für die einzelnen Geschäftsfelder bedeutet dies, dass die Erträge unter erschwerten Rahmenbedingungen generiert werden müssen, insbesondere was grenzüberschreitende Geschäfte betrifft. Gerade die Unsicherheiten bei internationalen Gesetzgebungen verhindern es jedoch momentan, dass sich Banken neu ausrichten können. Vielmehr muss momentan in vielen Bereichen zunächst abgewartet werden, wie sich einzelne Richtlinien und Gesetze entwickeln (z.B. die Abgeltungssteuer mit der EWU). Diese regulatorischen Anforderungen werden auch in Zukunft zu höheren Kosten der Banken führen. Dies verschärft in vielen Bereichen den Margendruck, der eh schon durch höheren Wettbewerb und grössere Preissensitivität der Kunden angestiegen ist.

Dennoch geht die Studie davon aus, dass die Erlöse in den nächsten Jahren um CHF 5.3 Milliarden anwachsen werden. Als Gründe werden beispielsweise genannt:

  • volkswirtschaftliches Wachstum
  • Zufluss privater Vermögen aus den Emerging Markets
  • Immigration vermögender Privathaushalte
  • Erholung des M&A- sowie Kapitalmarktgeschäfts

Grossbanken

Als Grossbanken werden die aufgrund ihrer Bilanzsumme grössten Banken eines Landes bezeichnet, die als Universalbank tätig sind, sich in privater Hand befinden und sich auch im Ausland stark engagieren.

Die zwei Schweizer Grossbanken haben unter den Schweizer Bankengruppen eine herausragende Bedeutung:

  • Ca. 53% der gesamten Bilanzsumme aller Banken entfällt auf die beiden Grossbanken.
  • Von allen 3'338 Schweizer Bankfilialen gehören 648 den beiden Grossbanken (ca. 20%).

Regionalbanken (RBA Holding, Clientis, Valiant )

Wie der Name schon sagt, beschränken sich Regionalbanken in ihrer Geschäftstätigkeit auf die jeweilige Region und werben mit ihrer Kundennähe sowie dem Einblick in die lokalen Verhältnisse.

Die Banken, die bei der SNB unter der Kategorie " Regionalbanken" geführt werden, weisen eine sehr uneinheitliche Struktur auf. Während einige Banken lediglich das Zinsdifferenzgeschäft betreiben, haben andere den Status einer Universalbank. Über alle Regionalbanken hinweg betrachtet, spielt jedoch das Zinsdifferenzgeschäft (ca. 80%) und dort vor allem das Hypothekargeschäft die grösste Rolle. Die beiden anderen Geschäftsbereiche haben im Durchschnitt der Regionalbanken eine sehr untergeordnete Rolle.

 

Raiffeienbank

Auch heute noch handelt es sich um ein Charakteristikum der Raiffeisenbanken, dass sie sich sehr kleinräumig auf einzelne Ortschaften konzentrieren. Das Hauptgeschäft der aktuell 390 Raiffeisenbanken ist das Zinsdifferenzgeschäft. Wenn man die Erträge der Raiffeisenbanken mit den Regionalbanken vergleicht, stellt man fest, dass sie einen sehr ähnlichen Fokus besitzen.

Innerhalb des Zinsdifferenzgeschäfts spielt vor allem das Hypothekargeschäft bei den Raiffeisenbanken eine grosse Rolle: Von allen vergebenen Hypothekarkrediten entfallen volumenmässig auf die Raiffeisenbanken rund 13% auf Raiffeisenbanken, bei der Anzahl der vergebenen Hypotheken sind es gar 23%. Von allen Spareinlagen entfallen 17% auf diese Bankengruppe.

 

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