Yoga - Philosophie - Sanskritausdrücke
Veda, Upaniṣad, Sāṃkhya, Yoga Sūtra, Buddhismus, Bhagavad Gītā, Vedānta, HYP / Tantra
Veda, Upaniṣad, Sāṃkhya, Yoga Sūtra, Buddhismus, Bhagavad Gītā, Vedānta, HYP / Tantra
-
- 1 / 110
-
Lernkarten
tanmātra (5xD)
(Sāṃkhya)
Feinstoffliche Elemente (Masse):
Klang (śabda)
Berührung (sparśa)
Form (rūpa)
Geschmack (rasa)
Geruch (gandha)
mahābhūta (5xD)
(Sāṃkhya)
Grobstoffliche Elemente (Gewordenes):
Äther / Raum (ākāśa)
Luaft / Wind (vāyu)
Feuer (tejas)
Wasser (āpas)
Erde (pṛthivī)
kaivalya
(Sāṃkhya)
Isolation / Losgelöstheit, wenn der puruṣa sich vom liṅga (Merkmal = inneres + äusseres Instrument), Ende des Leidens, von den acht Seinsweisen (bhāvas) existiert nur noch das Wissen (jñāna). Meint auch die Ablösung des puruṣa von prakṛti, d.h. Rückkehr der reinen Bewusstheit zu sich selbst.
darśana
(Sāṃkhya)
Ansicht, Philosophie / philosophisches System.
6 āstika (Bejahung der Individualseele) = Sāṃkhya / Dualismus, Yoga / Praxis, Nyāya / Logik, Vaiśeṣika / Empirismus, Mimāṃsā / Untersuchung des Veda, Vedānta / Weitere Untersuchung des Veda.
3 nāstika (Verneinung der Individualseele) = Cārvāka / Skeptizismus / Materialismus, Jainismus / Erlösung durch moralisches Handeln, Buddhismus / Erlösung durch Meditation.
Īśvarakṛṣṇa
(Sāṃkhya)
Autor der Schrift sāṃkhyakārikā (Genaue Auseinandersetzung mit Sāṃkhya), der frühesten und wichtigsten Schrift des Sāṃkhya, die mehrmals kommentiert wurde. Der ehemals in Sanskrit verfasste Text aus dem 4. od. 5. Jahrhundert wurde aus dem Chinesischen ins Latein und von daher in andere Sprachen übersetzt.
sūtra
(Yoga Sūtra)
Seil, (Leit-) Faden, Merksatz. Einzelne Sätze oder ganze Werke, d.h. eine Literaturgattung (Lehrtexte).
pāda
(Yoga Sūtra)
Fuss, Bein, Säule, ein Kapitel (von insgesamt vier Kapiteln beim Yoga Sūtra).
citta
(Yoga Sūtra)
das Wahrgenommene, Denken, Fühlen, der Wille, Verstand; Geiststoff, die innere Welt.
vṛtti
(Yoga Sūtra)
Drehung, Strudel, Welle, Bewegung, Tätigkeit, Vorgang.
5 vṛtti = pramāṇa (Wahrheit) viparyaya (Irrtum) vikalpa (Vorstellung) nidrā (Schlaf) smṛti (Erinnerung)
kleśa (5xS)
(Yoga Sūtra)
kleśa = Bedrängnis, Pein, Qual, Leid.
avidyā - Unwissenheit
asmitā - Ich-Wahrnehmung
rāga - Zuneigung
dveṣa - Abneigung
abhiniveśa - Lebensdrang
avidyā
(Yoga Sūtra)
Nichtwissen / Unwissenheit, erste und ursächliche der fünf kleśa.
abhyāsa
(Yoga Sūtra)
Unaufhörliches Üben, konstante Praxis. Bedingung zur Stilllegung der geistigen Bewegungen.
vairāgya
(Yoga Sūtra)
Leidenschaftslosigkeit und Weltabgewandtheit. Bedingung zur Stilllegung der geistigen Bewegungen.
kriyāyoga (3xS)
(Yoga Sūtra)
tapas - Askese, Disziplin
svādhyāya - (Selbst-) Studium, Wachsamkeit
īśvarapraṇidhāna - Selbstlose Hingabe
īśvara
(Yoga Sūtra)
Herr, Prinz, König, Gott, höchstes Wesen. - Persönliche Gottheit.
aṣṭāṅga
(Yoga Sūtra)
Acht Glieder (des Yoga)
yama (5xS)
(Yoga Sūtra)
ahiṁsa - Gewaltlosigkeit
satya - Wahrhaftigkeit
asteya - Nicht-Stehlen
brahmacarya - Enthaltsamkeit, "wandeln in Gott"
aparigraha - Anspruchslosigkeit, Nicht-Ergreifen
niyama (5xS)
(Yoga Sūtra)
śauca - Reinheit
saṁtoṣa - Zufriedenheit
tapas - Askese, Eifer, Selbstdisziplin
svādhyāya - (Selbst-) Studium, Wachsamkeit, Rezitation
īśvarapraṇidhāna - Ergebenheit - Hingabe an Gott, Annehmen des Schicksals
āsana
(Yoga Sūtra)
das Sitzen, der Sitz, die Niederlassung, die Wohnstätte
prāṇāyāma
(Yoga Sūtra)
Bewahren der Lebensenergie, des Atems
pratyāhāra
(Yoga Sūtra)
Rückzug von Truppen, Zurücksziehen der Sinne von der Aussenwelt, Zurücknehmen von Geschaffenem, Auflösung der Welt.
dhāraṇā
(Yoga Sūtra)
Behalten, Erinnerung, Gedächtnis; innere Sammlung, Konzentration des Geistes.
dhyāna
(Yoga Sūtra)
Gedanke, Überlegung, Meditation, Versenkung, Kontemplation.
samādhi
(Yoga Sūtra)
Vereinigung, Einheit, Vollendung, Harmonisierung, Sammlung des Geistes.
ekāgratā
(Yoga Sūtra)
Punktgenaue Konzentration, ungestörte Aufmerksamkeit, Einspitzigkeit des Geistes.
siddhi
(Yoga Sūtra)
Vollendung, Erfüllung, Erfolg, Zielerreichung, Erlangen übernatürlicher Kräfte. (Ziel des Jainismus).
hīnayāna
(Buddhismus)
Kleines Fahrzeug über den Ozean des Leidens (d.h. Platz für eine Person), ältere Schulen (z.B. Therāvadins und Mahāsāṃghikas). Ausbreitung über Sri Lanka nach Südostasien. Berühmteste Form ist die Vipassanā-Meditation. Wichtigster Text ist das Mahāsatipaṭṭhāna-Sutta (Lehrrede über die Aufrichtung der Achtsamkeit). Ideal des Heiligen oder arhants.
mahāyāna
(Buddhismus)
Grosses Fahrzeug über den Ozean des Leidens (Platz für mehrer Personen). Ausbreitung: Ab dem 1. Jh. v. Chr. von Indien aus nach Tibet, China und Japan. Ideale der Nächstenliebe (maitrī), des Mitgefühls (karuṇā) und deren Vereinigung in der Person des Boddhisattva, d.h. Erleuchtungswesens.
vajrayāna
(Buddhismus)
Diamantfahrzeug über den Ozean des Leidens, auch tantrayāna, Lamaismus oder esoterischer Buddhismus genannt. Padmasambhava soll die Lehren des Tantra und des Yogacara nach Tibet gebracht haben. Teilt die philosophische Grundlage des mittleren Weges mit dem Mahāyāna und dessen Ziel, alle Lebewesen aus dem Kreislauf des Leidens zu befreien, jedoch mit anderen Mitteln, z.B. tantrische Praktiken, Mahamudra, Dzogchen.
nirvāṇa
(Buddhismus)
Ausblasen, Erlöschen, Erleuchtung, Erlösug. Ziel des achtgliedrigens Wegs, beschrieben als Glück, Friede, Stille, Sicherheit, Zuflucht, Reinheit, Wahrheit, Gesundheit, Höchstes, Ewiges, Ungeschaffenes, Unendliches, Gutes, Beständiges, Zerstörung des Lebenswillens und Abwesenheit der drei Grundübel: Begehren, Hass und Verblendung.
śūnyatā
(Buddhismus)
Leere. Buddha gebrauchte das Wort gleichbedeutend mit anātman (Nicht-Selbst). Die Leere ist wichtig für die philosophischen Schulen des Mahāyāna. Sie ist ein uneingeschränktes Weder-Sein-noch-nicht-Sein.
skandha
(Buddhismus)
Haufen, 5 Anhaftungsgruppen der Wirklichkeit:
Form, Empfindung, Wahrnehmung, Neigung, Bewusstsein (rūpa, vedanā, saṃjñā, saṃskāra, vijñāna).
duḥkha
(Buddhismus)
Leid, Frustration. Erste der vier edlen Wahrheiten.
rāga-doṣa-moha
(Buddhismus)
Die drei Grundübel: Begehren, Abneigung, Verblendung. Symbolisiert durch Hahn, Schlange und Schwein. Sie sind die Wurzeln allen Wollens und damit Ursache für Karma.
Buddha
(Buddhismus)
Der Erwachte, ein Mensch der bodhi (das Erwachen) erfahren hat.
Der historische Buddha und Religionsstifter Siddharta Gautama.
Ein Wesen, das aus eigener Kraft sein volles Potenzial entfaltet hat.
dharma
(Buddhismus)
Gesetz, Recht und Sitte, ethische und religiöse Verpflichtungen.
Im Buddhismus beinhaltet Dharma als das vom Buddha erkannte und verkündete Daseinsgesetz die Lehre von den Vier Edlen Wahrheiten und bildet in der Zufluchtsformel „Ich nehme Zuflucht zu Buddha, Dharma und Sangha“ eines der Drei Juwelen. Darüber hinaus ist das Wort unter Buddhisten in seiner Pluralform „Dharmas“ als Sammelbezeichnung für die Gesamtheit aller Phänomene gebräuchlich.
saṅgha
(Buddhismus)
Versammlung, Gemeinschaft.
Je nach buddhistischer Tradition verschiedene Definitionen:
Gemeinschaft der buddhistischen Ordensangehörigen.
Gemeinschaft der buddhistischen Erwachten (Edle Sangha).
Die buddhistische Gemeinschaft, d.h. Laien + Mönche.
bodhisattva
(Buddhismus)
Erleuchtungswesen.
Im Mahayana-Buddhismus werden Bodhisattvas als nach höchster Erkenntnis strebende Wesen angesehen, die auf dem Wege der "Tugendvollkommenheit" (paramita) die „Buddhaschaft“ anstreben bzw. in sich selbst realisieren, um sie zum Heil aller lebenden Wesen einzusetzen. Diese Ausgangsmotivation wird "Erleuchtungsgeist" (bodhicitta) genannt.
zen
(Buddhismus)
jap. für chin. chan für sanskr. dhyāna = Meditation, Zustand meditativer Versenkung, "Glühen".
Zen ist eine in China ab etwa dem 5. Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung entstandene Strömung oder Linie des Mahayana-Buddhismus, die wesentlich vom Daoismus beeinflusst wurde. Der Zen-Buddhismus lässt sich seit der Song-Zeit durch die Zeilen charakterisieren: „Eine besondere Überlieferung außerhalb der Schriften, unabhängig von Wort und Schriftzeichen: unmittelbar des Menschen Herz zeigen, - die (eigene) Natur schauen und Buddha werden."
vipassanā
(Buddhismus)
Einsicht.
Bezeichnet im Buddhismus die Einsicht in die Drei Daseinsmerkmale Unbeständigkeit (anicca), Leidhaftigkeit bzw. Nichtgenügen (dukkha) und Nicht-Selbst (anatta). Der Übungsweg zur Entfaltung dieser Einsicht wird vipassanā-bhāvanā (Einsichtsmeditation) genannt. Sie ist ein Weg, um das durch Nichtsehen (avijjâ) und Verblendung (kilesa) verursachte Leiden (dukkha) zu überwinden bzw. im Leben die Befreiung des Nirwana zu erlangen. Der Weg wird auf einen Kommentar (Visuddhi-Magga) zu den im Pali-Kanon überlieferten Lehrreden des historischen Buddha zurückgeführt.