Lernkarten

Karten 38 Karten
Lernende 1 Lernende
Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 23.01.2020 / 27.01.2020
Lizenzierung Keine Angabe
Weblink
Einbinden
0 Exakte Antworten 38 Text Antworten 0 Multiple Choice Antworten
Fenster schliessen

Was ist nach Toates der Unterschied zwischen automatischen Reaktionen mit denen, die volle Aufmerksamkeit verlangen? Nennen Sie zusätzlich je ein Beispiel, das einen a) unfreiwilligen unbewusste Prozesse veranschaulicht und b) eines für ein Verhalten das entweder mit voller Aufmerksamkeit oder c) vollständig automatisch ausgeführt werden kann.

  • automatische Reaktionen: schnell und unbewusst (ohne Aufmerksamkeit oder drüber nachzudenken) evolutionär wichtig (Schutz, z.B. Hand von einer heißen Platte wegziehen), würde wertvolle Gehirnkapazität verbrauchen, wenn wir bewusst drüber nachdenken müssten und wir würden wertvolle/wichtige Zeit verlieren + riskieren ernsthafter Verletzungen, getriggert von externem Stimulus
  • z.B Reflexe Hand wegziehen, wenn wir auf heiße Platte fassen, Pupillenrefle
  • --> Unfreiwillig unbewusst: Reflex
  • bewusste Aufmerksamkeit (genaues Gegenteil): langsamer, verbraucht Gehirnkapazität, Einbeziehung u.a. von Erfahrungen
    • in fremder Umgebung, man will Weg finden
  • b) eines für ein Verhalten das entweder mit voller Aufmerksamkeit oder c) vollständig automatisch ausgeführt werden kann: 
  • Berg hochgehen und dabei sprechen (läuft eigentlich automatisch ab, ohne dass wir uns drauf konzentrieren müssen, außer es wird irgendwie uneben)

 

 

 

Fenster schliessen

2.Wie wirken Amygdala, der Nucleus Accumbens und der Orbitofrontale Kortex zusammen? Was bedeutet das für die Informationsaufnahme und -verarbeitung für partnerschaftswahlrelevante Merkmale? Geben Sie ein Beispiel. (S.12)

  • Amygdala: Teil des limb. Systems, arbeitet automatisch, reagiert auf emotionale und motivationale Stimuli, leitet in den Ncl. Accumbens weiter
  • OFC: leitet auch in den Ncl. Accumbens, auf höherer kognitiver Ebene (Bewusstseinsebene), Bewertung, zusätzliche Infos (wie kulturelle Infos einbezogen und stellt andere Infos über Körperzustände zurück und schaut ob ein bestimmter Stimulus in einer Situation angemessen ist
  • Ncl. A: Infos aus Amygdala (schneller, motivational/emotional) und OFC (kognitiv bewusst)à integriert sie à also vermittelt zwischen Amygdala und OFC, Teil des dopaminergen Belohnungssystems/Basalganglien, inhibiert oder verstärkt bestimmte Stimuli in unserem Gehirn

Informationsaufnahme und -Verarbeitung für Partnerschaftsrelevante Merkmale: 

Amygdala: Sexuelles Verlangen

OFC: Evaluiert und bezieht Erfahrungen mit ein

à Die Bewertung eines Partnerschaftswahl relevanten Anreizes passiert bei jedem individuell., je nach Erfahrung

Fenster schliessen

.Was ist im Kontext der Evolution mit einer „funktionalen Erklärung für ein Verhalten“, „Design“, „Fitness“ und was mit „parental investment“ gemeint? (S.17)

-Funktionale Erklärung: Jedes Verhalten hat einen bestimmten Zweck und die Funktion die Gene fortzutragen

Erklärung, dass das Verhalten der Weitergabe der eigenen Gene dient

-Design: Design eines Gehirns ist evolutionär adaptiv an die Umwelt und dient der Weitergabe der Gene

-Fitness: Wie gut angepasst man an die Umwelt:  Maß für den Erfolg der genetischen Aufrechterhaltung (unter genetischem Selektionsdruck)

Höher wenn man mehr lebensfähige Nachkommen produziert; ungleich mit physischer Fitness

-Parental investment: bezieht sich auf die Kosten/den Einsatz/die Ressourcen, um Nachkommen zu produzieren à höhere Kosten für Frauen, da ihr Reproduktionssystem über 9 Monate außer Kraft ist, muss den Fötus versorgen; für den Mann ist es nur die Zeit, die er mit der Paarung verbringt

Fenster schliessen

4.Was meint Toates mit „low level“ vs. „high level“ wenn er über die Organisation des Gehirns redet? Geben Sie ein Beispiel

  • 2 Kontrolleinheiten in unserem Gehirn:
    • evolutionär altes „low level“-System, das automatisch reagiert und z.T. unbewusst agiert (spontane Reaktionen auf externe Reize), schnell, reagiert auf Ereignisse im Hier und Jetzt und verbraucht wenige Verarbeitungsressourcen.
    • das „high level system“ ist evolutionär gesehen neuer und agiert bewusst und strebt nach langfristig rationalen Zielen (z.B. harmonische Ehe), rational, langfristig, hohe Verarbeitungskapazität
      • z.B.: ich will abnehmen und sehe einen leckeren Kuchen à low will, high nicht; im Kindesalter überwiegt oft low, weshalb wir da zu implusiverem riskanterem Verhalten neigen, später überwiegt high
      • wenn wir gerade hohe Verarbeitungskapazitäten haben, überwiegt meist high, wenn Geringere low

- wenn man Person zum ersten Mal sieht, ist das auf low level Ebene, mit genauerer Auseinandersetzung schaut man, ob sich erster Eindruck bestätigt oder überdacht werden muss (high level)

Fenster schliessen

5.Was ist nach Toates der Unterschied zwischen Attraktivität und Attraktion?

- Attraktivität: Äußerliche Beurteilung von Schönheit; nicht gleichzusetzen mit sexueller Begierde kann ohne Verlangen sein, obwohl es damit assoziiert wird

- Attraktion: individuelle Anziehung, mehrere Ebenen: sexuell, Intelligenz, kann mich zu Person hingezogen fühlen, obwohl ich sie nicht attraktiv finde

- korrelieren miteinander, können aber auch unabhängig voneinander sein

Fenster schliessen
  1. Welche vier Axiome stellt die Sexual Economics Theorie nach Baumeister und Vohs (2004) auf?
  1. Das Verhalten von Individuen ist in Marktsystemen miteinander verbunden, in denen die individuellen Entscheidungen durch Kosten und Nutzen im Rahmen stabiler Präferenzen geprägt sind. à soziale Normen etc. beeinflussen uns (Sexualverhalten von Personen ist „interconnected“)
  2. Knappe, aber wertvolle Ressourcen werden durch Preisänderungen und andere Markteinflüsse verteilt. à Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis (für Sex)
  3. Verkäufer von Waren oder Dienstleistungen konkurrieren miteinander à Wettbewerb um Angebot der Ressource
  4. Menschen streben danach, ihren Profit zu maximieren. à Outcome maximieren (Kosten-Nutzen-Vergleich)
Fenster schliessen

2.Wann und warum wird nach Baumeister und Vohs (2004) (Sexual Economics Theorie) der Preis für Sex „erhöht“ oder „verringert“? Nennen und erläutern Sie je drei Beispiele aus dem Bereich „Individuelle Faktoren“ und „Markt Faktoren“

Individuelle Faktoren

Erhöht: Jungfräulichkeit, Treu, Ehrlichkeit, guter Ruf, bei Männern nicht à spricht für Sex als Ressource der Frau (hoher Wert)

Sexuelle Vorzüge à attraktiv, abhängig von der lokalen Kultur und Gemeinschaft (lokale Normen und Standards) à zB Kleidung, Make-Up. Figur, flirten, …

Niedrigerer Sexualtrieb der Frauen

Verringert:

Keine Jungfräulichkeit 

Geringere sexuelle Vorzüge: Attraktivität, Alter )

Höherer Sexualtrieb der Frauen

hoher Status 

Markt Faktoren

Erhöht:

mehr Männer in der Gesellschaft (hohe Nachfrage, wenig Angebot)

Monopol: künstliche Beschränkungen, um den Preis zu steigern à

Extra Punkt Frauen schließen sich zusammen, um den Preis hochzuhalten (müssten Druck aufeinander ausüben, um sexuelle Zurückhaltung auszuüben) à nicht der gl. Punkt wie Pornografie

Wenn Frauen nicht unbedingt Sex brauchen, um an Ressourcen zu kommen und auch so alle Recht und Privilegien der Männer haben

Verringert:

Mehr Frauen in der Gesellschaft (hohes Angebot, wenig Nachfrage)

Prostitution, Pornografie à Männer kommen für geringe Kosten an Sex, Nachfrage außerhalb sinkt oder wenn generell andere Frauen Sex für weniger geben

Wenn Sex der einzige Zugang für Frauen zu Ressourcen ist und zu einem guten Leben; wenn Männer Frauen in einer untergeordneten Rolle lassen

Fenster schliessen

Nach der Sexual Economics Theorie von Baumeister und Vohs (2004): Wie kommt competition zwischen Frauen zustande und wie erklären die Autoren, dass auch Frauen andere Frauen unterdrücken?

  • Solange die Nachfrage hoch ist à Wettbewerb zwischen Frauen indem sie ihre Schönheit/Vorzüge zeigen und ihren guten Ruf aufrechterhalten
  • Relevanter wenn das Angebot aber im Verhältnis zur Nachfrage (mehr Frauen, weniger Männer) hoch ist, müssen andere Wettbewerbsformen eingesetzt werden: Abwertung von Wettbewerbern indem man sich auf den Sexappeal eines Wettbewerbers (Attraktivität) und ihre „Exklusivität“ konzentriert à als unattraktiv darstellen oder als hätte sie viele Lover (indirekte Aggressivität)

à Jede Frau will zu gutem Preis einen Partner bekommen