3424 - Arbeitspsychologie
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Kartei Details
| Zusammenfassung | Diese Lernkarten behandeln die Grundlagen der Arbeitspsychologie auf Universitätsniveau, wobei der Fokus auf der Analyse von Arbeitsbedingungen, Tätigkeiten und deren Auswirkungen auf den Menschen liegt. Sie decken Themen wie Arbeitsgestaltung, Gesundheitsmanagement, Umweltschutz und die Vermeidung von Belastungen ab. Besonders nützlich sind sie für Studierende und Fachleute, die sich mit der Optimierung von Arbeitsprozessen und der Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz beschäftigen. |
|---|---|
| Karten | 207 |
| Lernende | 10 |
| Sprache | Deutsch |
| Kategorie | Psychologie |
| Stufe | Universität |
| Erstellt / Aktualisiert | 09.08.2019 / 29.08.2025 |
| Weblink |
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188. Unternehmensbezogene Ziele
- Ökonomie: Kosten & Effizient
- Qualität
- Kundenzufriedenheit
- Flexibilität
- Systemsicherheit
- Arbeitssicherheit
- Umweltschutz
- Aspekte der Verteilungsgerechtigkeit
189. 3 Grundannahmen humaner Arbeitsgestaltung (Ulich/ Baitsch)
- Autonomieprinzip: Arbeitstätigkeiten als relative autonomes Subjekt der eigenen Handlungen. —> Forderung nach HAndlungsspeilraum & Autonomie-/Beteiligungsorientierter Arbeitsgestaltung
- Entwicklungsprinzip: 4 Aspekte für Persönlichkeitsentwicklung
- Inhalt der Arbeitstätigkeit
- Anforderungen die sich aus Tätigkeit ergeben
- zur Erfüllung der Anforderungen erforderliche Ausbildung
- gesellschaftliche Bewertung der Arbeitstätigkeit
- —> Forderung nach dynamischer Arbeitsgestaltung
- Differentialprinzip: Berücksichtigung interindividueller Differenzen in der Arbeitsgestaltung. —> Forderung nach differentieller Arbeitsgestaltung/Angebot alternativer Arbeitsstrukturen & Anforderungen
190. Grundlegende Strategien der Arbeitsgestaltung
- korrektiv: Identifikation von Mängeln im Nachhinein & Abmilderung durch nachträgliche Maßnahmen
- kompensierund: z.B. Auszahlung von Lärmzulagen
- präventiv: Erfassung möglicher negativer Auswirkung & Vermeidung durch entsprechende Gestaltungsmaßnahmen. —> projektierende Arbeitsgestaltung
- Prospektiv: Schaffung von Arbeitsstrukturen die sich förderlich auf Gesundheit/Persönlichkeit auswirken
191. Konzept der vollständigen Aufgabe
- Hacker
- Durch Aufgabe sollen alle Handlungsebenen und mehrere Zyklen gefordert sein
- zyklische Vollständigkeit: Innerer Zusammenhang von Vorbereitungs-/ Organisation-/ Ausführungs-/ Kontrollkomponenten einer Handlung
- hierarchische Vollständigkeit: neben Ausführungsprozessen werden auch Wahrnehmungs-/ Vergleichsprozesse-/ Entscheidungs-/Denkprozesse in Aufgabe integriert
Merkmale vollständiger Aufgaben
- Das selbstständige Setzen von Zielen, die in übergeordnete Ziele eingettet werden können
- Selbständige Handlunsvorbereitungen im Sinne der Wahrnehmung von Planungsfunktionen
- Auswahl der Mittel einschließlich der erforderlichen Interaktionen zur adäquaten Zielerreichung
- Ausführungsfunktionen mit ablauffeedback zur Handlungskorrektur
- Kontrolle mit Resultfeedback und der Möglichkeit, Ergebnisse der eigenen Handlungen auf Übereinstimmungen mit den gesetzten Zielen zu überprüfen
192. Tätigkeitsspielraum-Konzept
- Ulich
- nimmt auf Freiheitsgrade bei der Arbeit Bezug
- ursprüngliche Dimension: Entscheidungsspielraum, Tätigkeitsspielraum, Interaktionsspielraum
- derzeitige Version des Tätigkeitsspielraums: Entscheidungsspielraum, Gestaltungsspielraum, Handlungsspielraum
- Dimensionen: Autonomie, Variabilität, Flexibilität
193. Gruppenarbeitskonzept
Handlungs-/ Tätigkeitsorientiert
194. MTO-Ansatz
- Strohm/ Ulich
- Soziotechnische Systemgestaltung
195. Job characteristics Model
- Hackman & Oldham
- motivationstheoretischer Ursprung
- Motivationspotential = [(Anforderungsvielfalt + Ganzheitlichkeit + Bedeutung)/3] * Autonomie * Rückmeldung
- die ersten drei Merkmale können sich kompensieren
- Autonomie & Rückmeldung sind zwingend erfolgreich, damit MP ungleich null ist.
- Erfassung des MP mitttels Job Diagnostic Survey
196. Merkmale Motivations-/ Persönlichkeits-/ Gesundheitsförderlicher Aufgabengestaltung:
- Zeitelastizität & stressfreie Regulierbarkeit
- Lern-/ Entwicklungsmöglichkeiten
- Anforderungsvielfalt
- Autonomie
- Möglichkeiten sozialer Interaktion
- Ganzheitlichkeit
- Sinnhaftigkeit
197. Arbeitsgestaltung durch Veränderung der Aufbau-/ Ablauforganisation: Technikorientiert
- Operateure übernehmen nicht-automatisierte Resttätigkeiten
- Zentrale Kontrolle: Keine Handlungs-/ Gestaltungsspielräume für Operatuere
- Zentralisierte Steuerung durch vorgelagerte Bereiche
- Uneingeschränkter Zugang zu Informationen nur auf Steuerungsebene
- Regulation der Arbeit durch Spezialisten
198. Arbeitsgestaltung durch Veränderung der Aufbau-/ Ablauforganisation: Arbeitsorientiert
- Operateure übernehmen ganzheitliche Aufgaben
- Lokale Kontrolle: definierte Handlungs-/ Gestaltungsspielräume
- Dezentralisierte Steuerung im Fertigungsbereich
- Informationen über Systemzustände vor Ort
- Regulaion der Arbeit durch Operateure mit Eigenverantwortung (für Programmier-/ Feinplanungs-/ Überwachungs-/ Kontrolltätigkeiten
199. Arbeitsgestaltung durch Veränderung der Aufbau-/ Ablauforganisation: 3 Aspekte
- vollständige Aufgaben sind wegen höherer Komplexität meist nur als Gruppenaufgaben realisierbar
- Konzept der vollständigen Aufgabe erfordert Einbeziehung von produktionsnahen/ indirekten produktiven Funktionen
- Restrukturierung von Arbeitsaufgaben lässt sich nicht separiert behandeln —> Einbindung in unternehmensweiten Restrukturierungsprozess
Umgebungs-/ Ausführungsbedingungen und auf sie gerichtete Maßnahmen zur optimalen Gestaltung können Belastungen reduzieren. —> notwendige/ nicht
hinreichende Voraussetzung für humane Wirkung
200. 2 Gruppen von Tätigkeitsmerkmalen als Motivationsquellen
- Vielfalt & Wechsel in den Anforderungen
- Tätigkeitsspielraum und damit eigenständige Zielsetzung
201. Ebenen & Fehlstellen im betrieblichen
Sicherheitsgeschehen
- Management: Fehlerhafte Entscheidungen
- Planer/ Konstrukteure: Latente Versäumnisse
- Personalwesen/ Vorgesetzte: Psychische Vorbedingungen
- Arbeitsgruppe/ Mitarbeiter: Fehlerhafte, riskante Handlungen
- Schutzmaßnahmen:Technische Schutzmaßnahmen (PSA)
202. Arbeits-/ Umweltschutz und Gesundheitsmanagement: Forschungsschwerpunkte
- menschliches Versagen vs. Systemfehler
- Verschiebung des Schwerpunktes in Richtung Arbeits-/ Prozesssicherheit
- betrieblicher Gesundheitsschutz entwickelt sich zu eigenständigem Forschungs-/ Praxisfeld
203. Gesundheits-/persönlichkeitsförderliche Tätigkeiten
- Hacker
- beidseitig positive Wirkung ist von Gestaltung entsprechender Arbeitsaufgaben abhängig
- in Gesundheitspsychologie häufig weder der Betrieb noch die Arbeitstätigkeit als potentiell gesundheitsstabilisierender/ fördernder Effekt
204. Betriebliches Gesundheitsmanagement
- großes, potentielles Praxisgebiet für Arbeitspsychologen
- Frage nach individuellen Verhaltensänderungen & Notwendigkeit zur Veränderung betrieblicher Abläufe & Strukturen —> Verhältnisänderung
- Stichwort: Health Care Management
205. Transparenz & Konsequenz
- Anerkennung des betrieblichen Gesundheitsmanagements ist abhängig ob es die Ziele erreicht, die zuvor messbar definiert wurden
- Durchführung von Analysen & Rückmeldung der Analysenergebnisse als gewaltige Veränderungen innerhalb der Organisation
206. Umweltschutz
- nicht originär betriebliches Thema
- zunächst gesamtgesellschaftliches Problem
Zu Beginn der Forschung: Umweltbewusstsein war eine Frage von Einstellungen/ Werten nicht aber eine Frage des Zusammenspiels von organisationalen/
technischen/ personalen Voraussetzungen
- bisherige Ergebnisse: betrieblicher Umweltschutz/ umweltgerechtes Verhalten von Mitarbeitern hängt im Wesentlichen davon ab, welche Handlungsbereitschaft betriebliche Entscheider zeigen
- Das Instrument Umweltmanagementsystem kann durchaus zu Förderung von umweltorientierten Verhalten beitragen
207. Dimensionen des Umweltschutz
1. Berücksichtigung der Vorgaben
- Verfahrens-/ Prozessbeschreibung
- Umweltschutz als Auftragsbedingung
2. Erkennen von Umweltrelevanz
- Erweiterung der Handlungsspielräume
- Integration des umweltgerechten Verhaltens in Aufgabe/ Auftragsbedingungen
3. Fordern & Fördern (wie 2)
4. Vorbild
- Soziale Normen
- Umweltschutz als Auftragsbedingungen
1. Konflikt zwischen Eigensinn & Sozialer Anpassung
Arbeitgeber: Krankheitskosten, Fehlzeiten, innere Kündigung, mangelnde Leistung, Engagement
Arbeitnehmer: zerstörte Lebensträume, Burnout, gesundheitliche Beeinträchtigungen, zunehmende Angst vor Arbeitsplatzverlust, erhöhter Anpassungsdruck
2. Bedeutung von Arbeit (Anlehnung an Jahoda)
- Existenzsicherung/ Lebenssicherung
- Aktivität & Kompetenz
- Zeitstrukturierung
- Kontakt & Kooperation
- Sozialer Status/ Anerkennung
- persönliche Identität
3. Arbeit & Persönlichkeit
Wechselseitiger Einfluss:
- Entwicklung von Werthaltungen
- Entwicklung der intellektuellen Leistungsfähigkeit
- Entwicklung der intellektuellen Flexibilität
4. Erwerbstätigkeit mit restriktiver Arbeit
- negativ getönte emotionale Zustände aller Art
- negative motivationale Orientierung
5. Erwerbstätigkeit mit hinreichend Entscheidungs-/
Handlungsspielräumen
- psychische Gesundheit
- Intelligenz
- soziale Kompetenz
- Kontrollüberzeugung
6. Arbeitskraftunternehmer
Beschreibt Risiken einer Subjektivierung von Arbeit im Sinne einer freiwilligen Selbstausbeutung
7. Arbeitsgestaltung
- jegliche Form der Gestaltung von Arbeit
- Problem der Anpassung des Menschen an die Arbeit, sowie der Arbeit an den Menschen
- spezielle Interventionsform
8. Ansatzpunkte der Arbeitsgestaltung
- Person: Selektion & Sozialisation
- Arbeit: Aufgabe & Umfeld
9. Zielgrößen der Arbeitsgestaltung
- Ökonomie
- Humanität
10. Kennzeichen der Forschung ser Arbeitspsychologie
- mindestens eine Variable ist psychologische Größe
- mindestens eine Variable beschreibt Arbeit/ Organisation
11. Ingenieurspsychologie - Normative Gestaltungsansätze
Anwendung (In Arbeitspsychologie geht es mehr um die Entwicklung)
- konkrete Planung
- Gestaltung & Veränderung von Aufgaben/ Produkten/ Soziotechnischen Systemen
12. DIN EN ISO 10075: Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastung
Festlegung von…
- Anforderungen an Verfahren, die zu er Erfassung/ Messung psychischer
Belastung/ Beanspruchung/ Folgen konzipiert werden.
psychische Belastung
- Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse die von aussen aus den Menschen psychisch einwirken
Psychische Beanspruchung
- Unmittelbare Auswirkung der psychischen Belastung im Individuum
Beanspruchungsfolgen
- Langfristige Ausweitungen dauerhafter psychischer Beanspruchung
13. Kriterien für humane Arbeitsgestaltung (Rohmert - Hacker & Richter, Ulich)
Rohmert
- Ausführbarkeit
- Erträglichkeit
- Zumutbarkeit
- Zufriedenheit
Hacker & Richter
- Ausführbarkeit
- Schädigungslosigkeit
- Beeinträchtigungsfreiheit
- Persönlichkeitsförderlichkeit
Ulich
- Schädigungsfreiheit
Beeinträchtigungsfreiheit
Persönlichkeitsförderlichkeit
Zumutbarkeit
14. Aktuelle Themen
- Analyse/ Bewertung/ Gestaltung von Arbeitstätigkeiten/ -strukturen
- Entwicklung theoretischer Konzepte zur Beschreibung/ Erklärung/ Vorhersage bestimmter Arbeitshandlungen
- Wirkungen von Arbeit
- Entwicklung vpn präventiven Arbeits-/ Gesundheitsschutzkonzepten
- Gestaltung von Arbeitsorganisationsformen
- Entwicklung von arbeitsimmanenten Konzepten zur Aus-/ Weiterbildung von Mitarbeitern
15. Zukünftige Themen
- Neue Informations-/ Kommunikaitonstechnologien
- Anwachsen der Dienstleistungstätigkeiten
- Internationalisierung & Globalisierung
- Veränderungsmanagement & Implementierungsstrategien & Evaluation
- zunehmende Flexibilisierung
- Organisationsdiagnostik als Organisationsintervention
16. Arbeit
- typische Merkmale der Erwerbsarbeit
- typische Wesensmerkmale: bewusste, zielgerichtete Tätigkeit, die als antizipiertes Produkt des gegenständlichen Handelns an der Verwirklichung eines bestimmten Ziels ausgerichtet ist
- Aufzählung von Merkmalen, die im historischen Kontext & in Wertungen zur Arbeit deutlich werden
17. Arbeitstätigkeit
operationale Definition: Tätigkeiten haben Arbeitscharakter, sind raum-zeitlich dimensioniert, äußern sich in typischen Verhaltensweisen, sind psychisch reguliert
18. Aufgabe
Schnittstellen, an denen ein übergeordneter Handlungszusammenhang die konkreten Personen trifft & an sie Handlungsanforderungen stellt.
Voraussetzung für das Vorliegen einer Aufgabe: überindividueller Zusammenhang, aus dem sich die Notwendigkeit ergibt, ein bestimmtes Ergebnis unter (…) Bedingungen zu erreichen —> Aufgabenerfüllung ist prinzipiell sanktionierbar
19. Arbeitspsychologische Theorien
einfache Belastungs-Beanspruchungs-Modelle: Behavioristische Ansätze. Verwendung in Ergonomie. Stimulus führt zu Beanspruchung (Reaktion)
moderne Belastungs-Beanspruchungs-Modelle: Beanspruchung als Funktion aus Zusammenspiel von Kontext-/ Personvariablen: —> Beeinflussung der Beanspruchung durch Reduktion der Belastung &
Förderung der Personenkompetenz
20. Handlungstheoretische Ansätze
- erforderlich bei Tätigkeiten mit vermehrtem intellektuellen Tätigkeitsanteilen & komplexeren Handlungszyklen
- Anwendung wo einfache Stimulus-Response-Ansätze keine adäquaten Zugänge bieten
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