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Lernende 4 Lernende
Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 01.08.2019 / 01.09.2019
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502. Standards für Evaluationen (aus den Richtlinien des Joint Committee on Standards for Educational Evaluation)

Nutzenstandards („utility standards“)

  • fordern, dass mit den Ergebnissen von Evaluationen ein aktueller Wissensbedarf befriedigt werden kann
    • Evaluationsberichte sollen informativ und zeitgenau zur Verfügung gestellt werden

Machbarkeits- oder Durchführbarkeitsstandards („feasibility standards“)

  • legen Regeln fest, nach denen das Design einer Evaluationsstudie an die Erfordernisse der natürlichen Umgebung angepasst werden muss

Standards für Anstand und ethisches Vorgehen („propriety standards“)

  • garantieren den Schutz individueller Rechte

Genauigkeitsstandards („accuracy standards“)

  • beziehen sich vor allem auf den Begründungszusammenhang von Evaluationen und sollen sichern, dass eine Evaluation aufseiten der Abnehmer verwertbare Informationen liefert
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503. Definition pädagogisch-psychologischer Diagnostik

  • Der Einsatz von pädagogisch-psychologischer Diagnostik soll bei der Lösung praktischer pädagogischer, schulischer oder bildungsbezogener Probleme und Fragestellungen helfen
  • Pädagogisch-psychologische Diagnostik bezieht sich auf einzelne Merkmalsträger, in der Regel Personen
  • Von den Merkmalsträgern werden Ausprägungen interessierender Merkmale und Konstrukte gemessen
    • Hierzu werden unterschiedliche Verfahrensklassen (Leistungstests, Fragebögen, Interviews, demographische Angaben etc.) eingesetzt
  • Die gewonnene Information wird mit möglichst transparenten, nachvollziehbaren und problemadäquaten Methoden zu einem Urteil verdichtet
  • Starke Orientierung auf Fragen der Veränderbarkeit
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504. Diagnostische Ziele - Taxonomie nach Pawlik

  • Status- versus Prozessdiagnostik

 

  • Selektions- versus Modifikationsdiagnostik

 

  • kriteriums- versus normorientierte Diagnostik
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505. Statusdiagnostik

  • Ausprägung der interessierenden Eigenschaft zum gegebenen Zeitpunkt

 

  • Die untersuchten Merkmale sind dabei nicht direkt beobachtbar, sondern führen im Sinne einer Verhaltensbereitschaft dazu, dass Personen in ähnlichen Situationen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ähnlich handeln

 

  • Somit wird in der Statusdiagnostik eine wenigstens mittelfristige zeitliche und situative Stabilität der untersuchten Merkmale vorausgesetzt
    • Beispiel: Untersuchung von Studienplatzbewerbern bezüglich der Eignung für ein bestimmtes Hochschulstudium
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506. Prozessdiagnostik

Beurteilung spontaner oder gezielt herbeigeführter Veränderungen über einen Zeitraum

  • Beispiel: Untersuchung der Veränderung sprachlicher Denkleistungen eines Schulkindes, das an einer Lese-Rechtschreib-Schwäche leidet, während des Therapieverlaufs

Methodisch spielen hier insbesondere Aspekte der Einzelfallanalyse und der Veränderungsmessung eine deutlich größere Rolle als bei der Statusdiagnostik

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507. Selektionsdiagnostik

Auswahl von geeigneten Personen oder Bedingungen mit dem Ziel der Optimierung eines Kriteriums (z.B. berufl. Leistung)

  • Personenselektion: Auswahl geeigneter Kandidaten für die Zulassung zu sehr beliebten Studiengängen
  • Bedingungsselektion: z.B. Berufsberatung
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508. Modifikationsdiagnostik

Veränderung des Erlebens/Verhaltens oder der Bedingungen

  • Verhaltensmodifikation: Veränderung der Person (z.B. Auswahl klinischer Interventionen)
  • Bedingungsmodifikation: Ziel = Optimierung der Bedingungen (z.B. Arbeitsplatzgestaltung)

Während einer Verhaltenstherapie eines Grundschulkindes, bei dem eine Rechenschwäche
(Dyskalkulie) diagnostiziert wurde, steht die Modifikation des Verhaltens im Vordergrund

  • Während der Therapie werden häufige Fehlerquellen beim Lösen von Rechen- und Sachaufgaben aufgezeigt.
  • Der Therapeut erarbeitet in Zusammenarbeit mit dem Kind und seinen Eltern in verschiedenen Übungen adäquate Strategien, die das Ausmaß und die Auswirkungen der Rechenschwäche mildern sollen
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509. Kriteriumsorientierte Diagnostik

Man spricht von kriteriumsorientierter Diagnostik, wenn die Leistung der jeweiligen Person im Vergleich zu einem definierten Kriterium bewertet wird

  • z.B. beim Führerschein

Hier geht es also primär um die Frage, welche Personen das festgelegte Kriterium erreichen oder überschreiten