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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 25.06.2019 / 29.06.2019
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Globalisierung nach Osterhammel/Petersson?

„Globalisierung“ sollte verstanden werden als Aufbau, Verdichtung und zunehmende Bedeutung weltweiter Vernetzung. Durch dieses Verständnis verliert der Begriff seinen statischen Charakter als Gegenwartsbeschreibung und lenkt den Blick auf die historischen Dimensionen.

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Ist die Familie ein autonomer Mikrokosmos ohne umfassende gesellschaftliche Zusammenhänge?

Scholarisierung und Säkularisierung = zunehmende Möglichkeit der Individualisierung.

Funktionsentlastung = ausserfamiliale ökonomische Absicherung alter Menschen durch Sozialstaat

Die Familie ist nicht ein autonomer Mikrokosmos, innerhalb dessen die Formen des Zusammenlebens allein vom guten Willen und von frei getroffenen Entscheidungen der ihr angehörenden Personen abhängen. Sie ist viel mehr in umfassende gesellschaftliche Zusammenhänge eingeordnet, von deren Veränderungen im Großen die Veränderungen im Kleinen wesentlich mitbestimmt sind. Der Rahmen dieses determinierenden Umfelds weitet sich aus, wird zunehmend unübersichtlich und für die Gestaltungsmöglichkeiten des einzelnen unerreichbar. Um Lebensbedingungen von Familien zu verbessern, erscheint es erforderlich, in die Ordnungen dieses gesellschaftlichen Makrokosmos einzugreifen und auf umfassende gesellschaftliche Entwicklungstendenzen Einfluss zu nehmen, die - mehr oder minder vermittelt - für das Zusammenleben in der Kleingruppe entscheidend sind.

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Was heisst bürgerlich?

vor allem die Mittelschichten. Gegen oben grenzen sie sich gegen die Eliten ab, gegen unten gegen die Arbeiterschaft. Wobei die oberen Bürgerschichten auch Elitefunktionen wahrnehmen (Grossbürgertum).

Das Bürgertum lebt vom Gegenwert der eigenen Arbeit, es gehört nicht zum bodenbesitzenden Adel, aber auch nicht zu den besitzlosen Lohnempfänger (Proletarier).

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(Gesellschafts-) Schicht?

Stand?

Klasse?

Elite?

Schicht konstituierende Merkmale (z.B. Beruf, Einkommen, Bildung, Ansehen, Lebensführung). Soziale Schichten können in aller Regel vertikal angeordnet werden (Oberschicht, Mittelschicht, Unterschicht). Schichten stellen per se auch keine Interessengemeinschaften dar.

Ständische Gesellschaft eine durch Geburt bestimmte Gesellschaftsordnung im vormodernen Europa, hierarchisch abgestuft; Adel, Klerus, Dritter Standes.

Die Mitglieder einer Klasse zeichnen sich durch eine strukturell gleiche Stellung im Wirtschaftsprozess und damit durch eine ähnliche soziale Lage, durch gemeinsame Interessen und unter bestimmten Bedingungen durch ein gemeinsames Bewusstsein dieser Lage aus.

Elite ist eng mit dem Aufkommen der Bürgerlichen Gesellschaft im späten 18. und frühen 19. Jh. verbunden (Bürgertum). Sie entsprang dem Bedürfnis der aufsteigenden bürgerl. Schichten, ihren sozialen Status gegenüber dem Adel mit besonderen Leistungen und Tugenden, mit Bildungs- und Fachwissen zu legitimieren.

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Soziale Milieus und Subgesellschaften?

bestimmen die Subgesellschaften und umgekehrt.

beinhalten soziale Gruppen, unterteilt in  subkulturellen  und substrukturellen Ebenen.

Subgesellschaften selber stellen ideologische und organisatorische Untergesellschaften in einer Gesellschaft dar, ein bestimmtes soziales Milieu, ein Teilmilieu von dieser Gesellschaft mit eigenen Schwerpunkten.

Teilmilieus = stimmen mit Grunddiskurs, der Grundideologie der umhüllenden Gesellschaft, bzw. des Sozialen Milieus überein.

Grundideologie bildet dabei die Grenze zu anderen sozialen Milieus und Gesellschaften.

Subgesellschaften aber eigene Identität konstruieren, eigene Netzwerke bilden, Teilmilieus der umfassenden Gesellschaft bilden.

beeinflussen die geographische  Region, die soziale Schichtung, verschiedene Generationen, Genderrollen die Bildung von Subgesellschaften.

Mitglieder eines sozialen Milieus müssen nicht zwingend aus der gleichen sozialen Schicht kommen. Katholiken haben einen gemeinsamen Nenner (die Konfession), aber aus unterschiedlichen sozialen Schichten. innerhalb des sozialen Milieus weitere Unterteilungen, wenn die die Mitglieder unterschiedliche Schwerpunkte legten. bei den Katholiken vier Subgesellschaften, davon waren die zwei «Extreme» mit den jeweiligen Zielen:

  • als Katholiken sich in die Gesellschaft zu integrieren und auch als Minderheit eine tragende Rolle zu spielen
  • den Katholizismus wieder als die einzige Religion in der gesamten Schweiz durchzusetzen.

Anhand des Beispiels der Sportbewegung zeigt sich, dass je nach Entwicklung des Umfeldes, sich ehemals konkurrierende Gruppierungen (hier der Arbeitersport versus der bürgerliche Sport mit unterschiedlichen Zielsetzungen) aneinander annähern bzw. ihre ehemaligen gegensätzlichen Grundsätze aufgeben

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Wie und warum hat sich die Sozialgeschichte als eigenständige historische Disziplin herausgebildet?

wollte sich vom traditionellen Historismus (wo Politik, Staat, wichtige Persönlichkeiten im Vordergrund standen, diese als für die Geschichtsbildung wichtig angesehen wurden) abgrenzen und neue Forschungsfelder aufgreifen.

traditionelle Historismus kam mit seinen Forschungsobjekten (v.a. nur wichtige Persönlichkeiten, Nationengeschichten) an seine Grenzen, er konnte den entstehenden sozialen Wandel aufgrund der Industrialisierung nur noch teilweise erklären und wiedergeben.

Gesellschaft und Kultur sollen stärker in den Mittelpunkt gerückt werden, die Sozialstrukturen und ihre Veränderungen sollten mehr berücksichtigt werden.

Auch die Nationalökonomie, aufgrund der Industrialisierung wird jetzt mehr eingebunden, auch vermehrt quantitative Forschungen, die auf Zahlen, Statistiken, Computerauswertungen beruhen, werden jetzt angewandt, v.a. ab Mitte 20. Jhr. Gegen Ende des 20. Jahrhundert erscheint auch dann noch die Geschichte von unten, die Alltags- und Kulturgeschichte.

Zuerst um 1900 bot Schweiz ein besonders günstiges gesellschaftliches und akademisches Umfeld für sozialhistorische Forschungen. Es herrschten bürgerlich-liberale Fortschrittsparadigmen, mit einer modernisierungsoffenen Grundlage. Daher auch in der Schweiz Ableger der Historischen Schule der Nationalökonomie, die die Institutionalisierung der Sozialwissenschaften beeinflusste und der entstehenden Sozialgeschichte den Weg bereiteten. Diese arbeiteten mit historisch-statistischen Methoden in  positivistischer Manier, um Theorien herbeileiten zu können, mit meist sozialreformerischen Anliegen. Frühe Schweizer Pioniere wie William Rappard (Wirtschaftsgeschichte) und Eduard Fueters der v.a. methodisch innovativ war, und strukturhistorische Ansätzie der Annales -Bewegungen und der Bielefelder Sozialgeschichte schon in den 1920er vorwegnahm.