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Kartei Details

Karten 67
Sprache Deutsch
Kategorie Recht
Stufe Andere
Erstellt / Aktualisiert 29.11.2025 / 29.11.2025
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Welche Ausweise muss ein Anmeldender mitbringen, um einen Eintrag im Grundbuch zu erwirken?

Den Ausweis über das Verfügungsrecht und den Ausweis über den Rechtsgrund (z. B. öffentlich beurkundeter Veräusserungsvertrag).

Welche Rechte stehen dem Eigentümer zu?

Der Eigentümer hat die absolute Verfügungsmacht: Er kann die Sache verkaufen, verschenken, belehnen oder zerstören etc.

Beschreiben Sie den Umfang des Grundeigentums.

Horizontal ergibt sich der Umfang aus den Grenzen, wie sie durch die Grundbuchpläne und die Abgrenzungen auf dem Grundstück (Zäune etc.) bestimmt werden (Art. 668 Abs. 1 ZGB). Vertikal erstreckt sich das Eigentum nach oben und unten auf den Luftraum und das Erdreich, soweit für die Ausübung des Eigentums ein Interesse besteht (Art. 667 Abs. 1 ZGB). Sodann erstreckt sich das Eigentum aufgrund des Akzessionsprinzips auf alle fest verbundenen Bauten (z. B. Art. 671 Abs. 1 ZGB), auf alle Bestandteile (Art. 642 ZGB) und Früchte (Art. 643 ZGB).

Nennen Sie drei Unterschiede zwischen Gesamteigentum und Miteigentum.

Jeder Miteigentümer ist Eigentümer einer bestimmten Quote; das Recht des Gesamteigentümers geht hingegen auf die ganze Sache. Jeder Miteigentümer kann über seinen Anteil verfügen; Gesamteigentümer können nur gemeinsam über die Sache verfügen. Jeder Miteigentümer kann die Aufhebung des Miteigentums verlangen; beim Gesamteigentum besteht kein Anspruch auf jederzeitige Aufhebung.

Welche Arten von Immissionen kennen Sie?

Materielle (Rauch, Staub, Russ, Lärm, Strahlung), negative (Entzug von Luft, Licht, Aussicht) oder ideelle Immissionen (das psychische Empfinden störend); vgl. Art. 684 ZGB.

Gemeinsamkeit und Unterschied zwischen Vorkaufs-, Kaufs- und Rückkaufsrecht?

Alle drei Rechte beschränken das Eigentum und gehen auf den käuflichen Erwerb einer Sache. Sie unterscheiden sich jedoch durch den Zeitpunkt der Ausübung: Das Vorkaufsrecht kann nur im Vorkaufsfall ausgeübt werden, während beim Kaufsrecht und Rückkaufsrecht der Berechtigte den Zeitpunkt der Ausübung alleine bestimmen kann.

Was ist ein Grundstück?

Grundstücke bilden Gegenstand des Grundeigentums. Als Grundstücke im Sinne des Zivilgesetzbuches gelten (i) Liegenschaften, (ii) die in das Grundbuch aufgenommenen selbständigen und dauernden Rechte, (iii) Bergwerke und (iv) die Miteigentumsanteile an Grundstücken (Art. 655 ZGB).

Was ist eine Liegenschaft?

Eine Liegenschaft ist eine bebaute oder unbebaute Parzelle. Zu beachten ist jedoch, dass die Liegenschaft stets ein Körper, d. h. eine dreidimensionale Einheit und nicht bloss eine zweidimensionale Fläche ist. Auch private Gewässer können zusammen mit dem Seeboden als Liegenschaften qualifiziert und ins Grundbuch aufgenommen werden.

Heidi möchte ihrem Freund nach Kanada folgen. Sie ist jedoch nicht sicher, ob die Beziehung hält oder sie nach einem Jahr zurückkommt. Was schlagen Sie ihr in Bezug auf das in ihrem Eigentum stehende Einfamilienhaus vor?

Heidi könnte mit dem Käufer ein Rückkaufsrecht vereinbaren und sich damit das Recht sichern, während maximal 25 Jahren das Grundstück zurückzukaufen. Der entsprechende Vertrag muss zwingend öffentlich beurkundet werden und kann überdies im Grundbuch vorgemerkt werden (vgl. Art. 216 f. OR).

Petra und Rolf haben einen wundervollen, gepflegten Garten. Ihr Nachbar lässt seinen Garten eher verwildern. In seinem Garten steht zudem eine zehn Meter hohe Linde. Diese wirft massiven Schatten auf Rolf und Petras Sitzplatz. Ausserdem landet im Herbst ein Grossteil des Laubes im Garten von Rolf und Petra. Können Rolf und Petra sich dagegen wehren?

Petra und Rolf können sich auf Art. 684 ZGB berufen: Danach ist jedermann bei der Ausübung seines Eigentums verpflichtet, sich aller übermässigen Einwirkungen auf das Eigentum der Nachbarn zu enthalten.

Was sind beschränkte dingliche Rechte?

Beschränkte dingliche Rechte sind (dingliche) Rechte, die dem Berechtigten nicht ein umfassendes Herrschaftsrecht an einer Sache, sondern nur eine begrenzte Zahl einzelner Herrschaftsbefugnisse gewähren. Beteiligt sind i. d. R. immer ein herrschendes und ein dienendes Grundstück.

In welcher Form treten beschränkte dingliche Rechte auf?

Als Dienstbarkeiten, Grundlasten oder Pfandrechte (Grundpfand- oder Fahrnispfandrechte).

Was kann Inhalt einer Dienstbarkeit sein?

Ein Dulden oder ein Unterlassen.

Was ist eine Personaldienstbarkeit?

Bei den Personaldienstbarkeiten fehlt ein herrschendes Grundstück. Berechtigt ist eine beliebige Person, die nicht Grundeigentümerin sein muss. Beispiele: die Nutzniessung (Art. 745 ff. ZGB), das Wohnrecht (Art. 776 ff. ZGB), das Baurecht (Art. 779 ff. ZGB), das Quellrecht (Art. 780 ZGB) sowie die sog. anderen Dienstbarkeiten (Art. 781 ZGB).

Worum handelt es sich bei einem Notwegrecht?

Hat ein Grundstück keine oder keine genügende Verbindung zu einer öffentlichen Strasse, so hat dessen Eigentümer gegen den Nachbarn von Gesetzes wegen (es handelt sich deshalb um ein sog. Legalservitut) und gegen volle Entschädigung einen Anspruch auf ein Wegrecht (Fahr- oder Fusswegrecht) über das Nachbargrundstück (Art. 694 ZGB).

Worin unterscheiden sich das Wohnrecht und die Nutzniessung?

Weder das Wohnrecht noch das Recht zu seiner Ausübung ist übertragbar, aufgenommen werden können höchstens Familienangehörige und Hausgenossen (Art. 777 Abs. 2 ZGB). Ist das Wohnrecht ausschliesslich, hat der Berechtigte für den gewöhnlichen Unterhalt aufzukommen (Art. 778 ZGB). Bei der Nutzniessung geht das Recht auf den Besitz, den Gebrauch und die Nutzung der Sache auf den Nutzniesser über (inkl. Bezug von Zinsen und Früchten, Art. 756f ZGB). Der Nutzniesser hat die Auslagen für den gewöhnlichen Unterhalt, die Steuern etc. zu tragen (Art. 765f. ZGB).

Welche Formerfordernisse sind für den Dienstbarkeitsvertrag vorgeschrieben?

Der Dienstbarkeitsvertrag muss öffentlich beurkundet werden (Art. 732 ZGB, Art. 781 Abs. 3 ZGB).

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit von einem selbstständigen und dauernden Recht gesprochen werden kann?

Selbstständig und dauernd ist ein Recht, das (i) weder zugunsten eines berechtigten Grundstücks noch ausschliesslich zugunsten einer bestimmten Person errichtet wurde (freie Übertragbarkeit) und (ii) für mindestens 30 Jahre begründet wurde (Art. 655 Abs. 3 ZGB).

Was bedeutet der Satz: «Das Baurecht durchbricht das Akzessionsprinzip»?

Gemäss Akzessionsprinzip ist der Eigentümer eines Grundstücks auch Eigentümer sämtlicher Bestandteile. Bestandteil einer Sache ist alles, was nach der am Orte üblichen Auffassung zu ihrem Bestande gehört und ohne ihre Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung nicht abgetrennt werden kann (Art. 642 Abs. 2 ZGB). Durch das Einräumen eines Baurechts erhält der Baurechtsnehmer das Recht, eine Baute, die in seinem Eigentum bleibt, auf fremden Boden zu errichten. Somit fallen Eigentum an Boden und Eigentum an der Baute auseinander.

In welchen Formen kann ein Grundpfandrecht errichtet werden?

Als Grundpfandverschreibung oder als Schuldbrief.

Wer hat Anspruch auf Eintragung eines gesetzlichen Pfandrechts?

a) Unmittelbares gesetzliches Grundpfandrecht: Die Eintragung in das Grundbuch ist in diesem Fall für die Entstehung des Pfandrechts nicht erforderlich.

Welche Arten von Schuldbriefen werden unterschieden?

Man unterscheidet den Register- und den Papierschuldbrief als auch den Inhaber- und den Namensschuldbrief.

Welches sind die Voraussetzungen, damit ein Bauhandwerkerpfandrecht eingetragen werden kann?

Die Errichtung eines Bauhandwerkerpfandrechts unterliegt grundsätzlich folgenden Voraussetzungen: (i) eine bestimmte Forderung eines Bauhandwerkers, (ii) ein bestimmtes Grundstück als Pfandobjekt und (iii) das Fehlen einer anderen hinreichenden Sicherheit (vgl. hierzu Art. 837 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB und Art. 839 ZGB).

Was versteht man unter dem Pfandstellenprinzip?

Jedes Grundpfandrecht hat einen bestimmten Rang, der ihm bei der Begründung gegeben wurde. Im Falle einer Verwertung der Pfandsache werden die Gläubiger gemäss den Rängen ihrer Pfandrechte befriedigt. Der Rang ändert sich grundsätzlich nicht. Wird eine grundpfandgesicherte Schuld zurückbezahlt, so bleibt das entsprechende Pfandrecht sowohl in der Höhe als auch im Rang bestehen und ist frei. An den Pfandrechten, die im Rang nachgehen, ändert sich nichts. Beim Freiwerden eines vorangehenden Ranges besteht demnach kein Anspruch darauf, in die Lücke nachzurücken (vgl. Art. 814 Abs. 1 ZGB).

Paul ist betagt und lebt in durchschnittlichen finanziellen Verhältnissen. Er hat keine lebenden Verwandten mehr. Er wohnt in seinem Einfamilienhaus. Einerseits möchte er dieses verkaufen, andererseits möchte er solange er noch kann, darin wohnen bleiben. Zeigen Sie ihm seine Möglichkeiten auf.

 

Paul kann sein Einfamilienhaus entweder mit einem Wohnrecht oder mit einer Nutzniessung belasten. Dabei kann er überlegen, ob er das ganze Haus belasten will, oder z. B. nur eine Etage. Das mindert zwar den Verkaufswert, aber es ermöglicht ihm, bis zu seinem Ableben im Haus weiter zu wohnen.

Naomi möchte auf ihrer Liegenschaft ein Haus bauen, jedoch fehlt das notwendige Kleingeld. Die Bank wäre bereit, bei genügend Sicherheit ein Darlehen zu geben. Das Haus in spe möchte Naomi nicht als Sicherheit bieten. Es besteht jedoch zulasten der benachbarten Parzelle ein Quellenrecht (Nutzung der Quelle für 45 Jahre). Kann dieses als Sicherheit dienen?

Wenn nichts anders vereinbart wurde, ist das Quellenrecht frei übertragbar (Art. 780 Abs. 2 ZGB). Ist das Quellenrecht selbstständig und dauernd, so kann es als Grundstück in das Grundbuch aufgenommen werden (Art. 780 Abs. 3 ZGB). Damit besteht auch die Möglichkeit, das Quellenrecht als Grundstück mit einem Grundpfand zu belasten.

Die Bau- und Beton AG hat für Ihren Mieter, Herr Klauser, vor drei Monaten die notwendigen Maurerarbeiten zur Erstellung des vom Eigentümer genehmigten Wellnessbereiches in der Mietwohnung abgeschlossen. Heute teilt Ihnen die Bau- und Beton AG mit, Herr Klauser habe die Rechnung nicht bezahlt. Sie droht Ihnen mit dem Eintrag eines Bauhandwerkerpfandrechts. Prüfen Sie, ob die Voraussetzungen erfüllt sind und zeigen Sie auf, wie sich der Eigentümer gegebenenfalls vor dem Eintrag schützen kann.

Bei der Bau- und Beton AG handelt es sich um einen Handwerkerbetrieb, der Material und Arbeit geliefert hat. Die Bau- und Beton AG hat noch einen Monat Zeit, um das Bauhandwerkerpfandrecht anzumelden (vier Monate ab Abschluss der Hauptarbeit). Gemäss Sachverhalt liegt die Zustimmung des Eigentümers ebenfalls vor. Somit scheinen die Voraussetzungen erfüllt (Art. 837 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB und Art. 839 ZGB).

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