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Sprache Deutsch
Stufe Grundschule
Erstellt / Aktualisiert 05.06.2013 / 02.06.2017
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Wie korrigieren Eltern die Sprache ihrer Kinder? Welche Schlüsse können daraus für das Korrekturverhalten gegenüber Sprachverwendung im Klassenzimmer von jungen Lernern gezogen werden?

Die Eltern korrigieren oftmals nicht die grammatikalischen Fehler ihrer Kinder, sondern Unwahrheiten, Nonsens, Unhöflichkeiten, welche die Kinder erzählen. Die Eltern korrigieren eher den Sinn des Gesagten an Stelle der Grammatik. Dies hat zur Konsequenz, dass die Kinder kein Feedback betreffend der Basisstrukturen von Sprache bekommen. Glücklicherweise ist es beim Erwerb der Muttersprache nicht zwingend notwendig (wenig bis kein korrektives Feedback notwendig).

Als Konsequenz für die Sprachverwendung kann man daraus ableiten, dass ein korrektives Feedback à la: "Das heisst..." nicht nötig ist. Dies ist demotivierend für die Kinder und kann bewirken, dass sie sich nicht mehr zu reden trauen --> Sprachbarriere. Wie oben beschrieben lernen die Kinder von alleine, ohne korrektives Feedback. Zwingend notwendig ist es jedoch, dass die Lehrperson sich bemüht, eine korrekte und klare Sprache zu pflegen. Dies ist noch viel wichtiger, wenn die Kinder in der Schule eine Zweitsprache erlernen.  In diesem Fall oder bei fremdsprachigen Kindern, welchenicht ständig mi der Sprache konfrontiert werden, kann ein vorsichtig und konstruktives Fehlerfeedback sinnvoll sein.

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Nennen Sie drei Sprachlehrmethoden oder -ansätze und ordnen Sie diese chronologisch. Beschreiben Sie die drei Lehrmethoden oder -ansätze anhand von je mindestens drei Hauptmerkmalen.

Grammar-Translation Method (18./19. Jh.)

  • Grammar is taught deductively
  • Instruction is given in the mother tongue
  • Practicing grammar by translating isolated sentences
  • Einfüllen von korrekten, grammatikalischen Wörten in Lückentexte

 

Audio-lingual Method (ALM)  (ca. 1950)

  • Drilling of sentence patterns
  • Die Methode gründet auf dem Behaviorismus
  • Die Priorität liegt bei der spoken language
  • Fehlerfreiheit ist wichtig
  • Repetition of dialogues

 

Total Physical Response (TPR) ( ca. 1960)

  • Die LP gibt einen Input in Form eines Kommandos
  • Das Kommando muss eine Bewegungsaktivität beinhalten
  • Die Lerner müssen erst sprechen, wenn sie dazu bereit sind
  • Der Fokus liegt beim Verstehen, nicht beim Sprechen
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Beschreiben Sie eine Sprachlehrmethode oder einen –ansatz (E2.2) und diskutieren Sie deren/dessen Verbindung zu zugrunde liegenden Theorien des Fremdspracherwerbs (E2.1).

Audio-lingual Method
Dieser Ansatz wurzelt im Behaviorismus. Der Input kommt von einer CD, der Output vom Lerner, der genau das wiedergibt, was ihm die CD vorspricht. Learning by imitating. Bei ALM wird wie beim Behaviorismus auch stark darauf geschaut, dass Fehler sofort korrigiert werden und womöglich gar nicht erst auftreten. Denn Fehler werden als „ansteckend“ angesehen. Bei beiden Theorien wird dem Lerner keine Möglichkeit gegeben, selbst zu denken und auf kreative Weise Sätze zu bilden. Es gibt nur eine richtige Lösung, nämlich der vorgegebene Input muss genau so wieder als Output hervorkommen. Dann ist es richtig.

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Was gab Anstoss zu Veränderungen von Sprachlehrmethoden oder –ansätzen? Schauen Sie sich die Sprachlehrmethoden oder -ansätze an, welche Sie in der Veranstaltung erlebt haben, und verwenden Sie bitte die Begriffe Schriftlichkeit – Mündlichkeit – Kommunikation –Problemlösung in Ihrer Erklärung

Schlussendlich ist es wichtig, dass Kinder möglichst viel von dem behalten, was sie gelernt haben und das Gelernte auch gebrauchen können. Das ist womöglich am meisten der Fall, wenn sich der Stoff auch auf die Lebenswelt der Kinder bezieht. Man soll ihnen die Gelegenheit geben mitzudenken und sich aktiv beim Problemlösen zu beteiligen. Die ersten Methoden legten den Fokus nur auf die Schriftlichkeit, die nächsten auf die Mündlichkeit und Kommunikation. Die neueste Methode vereint alle drei Bereiche in einem, nämlich im Problemlösen. Man möchte hierbei möglichst nahe an der Alltagswelt des Lerners sein und ihn in allen drei Bereichen ansprechen und fordern. Sach- und Fachwissen wird mit Sprache gekoppelt und so wird die Sprache nebenbei auf möglichst natürliche Weise gelernt. Die Methode die diesen Ansatz vertritt nennt sich CLIL (= Content and Language Integrated Learning).

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Wie ist Erstsprache definiert? Kann ein Kind mehrere Erstsprachen haben?

Erstsprache (L1):
Die Erstsprache wird auf natürliche Weise gelernt, wobei sie ein Dialekt und/oder Standardsprache sein kann. Es ist diejenige Sprache, welche zuerst erlernt wird. Wichtig ist der Kontakt zu ein oder mehreren Bezugspersonen, welche das Kind umgeben und mit ihm interagieren. Im Zusammenhang mit der Erstsprache stehen zwei Ansätze:

  • der chronologische Ansatz: Wenn Menschen im Laufe der Zeit noch mehr Sprachen erlernen, werden diese als Zweit-, Dritt-, … Sprache bezeichnet.
  • die Dominanztheorie: Die starke Sprache wird als Erstsprache bezeichnet, nicht diejenige, welche zuerst erworben wurde. Die individuelle, gesellschaftliche Funktion sowie die Beherrschung der Sprache bestimmen, welche Sprache die Erstsprache ist.
Ja, ein Kind kann mehrere Erstsprachen haben, wenn man den chronologischen Ansatz ausklammert und nur an die Dominanztheorie denkt, ist es möglich, dass ein Kind, welches bilingue aufwächst zwei gleich dominante Sprachen spricht. (bspw. französisch zu Hause und deutsch in der Schule oder wenn der Vater und die Mutter beide andere Sprachen sprechen kann es auch sein, dass das Kind mehrere Erstsprachen hat.)
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Erklären Sie den Begriff « primäre Zweisprachigkeit» versus « sekundäre Zweisprachigkeit ».

Primäre Zweisprachigkeit:
Wenn die beiden Elternteile je eine unterschiedliche Sprache sprechen, dann wächst das Kind mit zwei Erstsprachen gleichzeitig auf. Beide Sprachen sind zuerst da (chronologisch zum gleichen Zeitpunkt) und beide sind gleich dominant.

 

Sekundäre Zweisprachigkeit:
Die Zweitsprache wird ausserfamiliär erlernt. Wenn das Kind aus dem familiären Umfeld herauskommt, zum Beispiel in den Kindergarten oder die Schule, muss es lernen in einer anderen Sprache zu sprechen als in seiner Erstsprache. Es ist auch möglich, dass das Kind die Zweitsprache dann besser beherrscht als die Erstsprache, da es in der Schule auch die Grammatik und Schrift der Zweitsprache beherrschen muss.

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Definieren Sie die Begriffe Zweitsprache (L2) und Fremdsprache. Zählen sie vier Unterschiede zwischen der Zweitsprache L2 und der Fremdsprache auf.

Die Zweitsprache (L2)
Die Zweitsprache wird chronologisch nach der Erstsprache erlernt. Meistens ist dies die Alltagssprache ausserhalb des familiären Umfeldes (--> sekundäre Zweisprachigkeit). Sie wird gebraucht, um in der Gesellschaft funktionieren und kommunizieren zu können. Es ist also notwendig sie sprechen zu können. Vor allem bei Kindern mit Migrationshintergrund ist genau dies der Fall und oftmals sprechen sie dann die Zweitsprache besser als die Erstsprache. Nach der Dominanztheorie wird so die Zweitsprache zur Erstsprache.

 

Die Fremdsprache
Die Fremdsprache wird als Standardsprache in einem schulischen Umfeld oder während eines begrenzten Zeitraumes in einem Fremdsprachenaufenthalt geführt und systematisch erlernt. Im Gegensatz zu L1/L2 wird sie seltener verwendet.

 

 
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Definieren Sie die Interimsprache, indem Sie acht typische Merkmale aufzählen und diese erklären.

  • Um eine Zielsprache zu erlernen, konstruiert der Lernende eine Art individuelle Sprache, welche Elemente und Strukturen der schon beherrschten Sprachen und der Zielsprache enthält = Interimsprache
  • Von der Interimsprache existieren verschiedene Stadien. Der Lernende korrigiert Fehler und verbessert seine Interimsprache laufend. Man stelle sich eine Treppe vor, der Lernende nähert sich durch das Durchlaufen von mehreren Stadien der Zielsprache an, welche zuoberst steht.
  •  Jedes Stadium entspricht einer Interimsprache
  • Wenn der Lernende in einem Stadium stehen bleibt und sich nicht weiter der Zielsprache annähern kann, spricht man von Fossilisierung
  • Die Interimsprachen sind aber immer noch fehlerhaft und unkorrekt verglichen mit der Zielsprache
  • Die Interimsprache ist dynamisch und veränderbar
  • Sie wird laufend strukturiert und umstrukturiert
  • Wenn Elemente aus der L1 übernommen werden spricht man von Transfers von der Erstsprache.

Wenn Elemente aus der Zweitsprache oder von Fremdsprachen übernommen werden, spricht man von Annäherung (approche)