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Stufe Andere
Erstellt / Aktualisiert 06.04.2016 / 08.04.2016
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Sackgassen Definition

Als Sackgasse bezeichnen Gouldings einen Punkt, an dem zwei oder mehr entgegengesetzte Kräfte aufeinanderstossen, einen festgefahrenen Ort, ein Patt. Jemand hat sich über das Geländer der Golden-Gate-Brücke geschwungen, hält sich jedoch noch fest. Er zögert und sagt: "aber ich will eigentlich gar nicht sterben". Ein anderer Teil in ihm sagt: "ich will doch sterben". So lange er in dem Konflikt schwankt, ob er loslassen will oder nicht, ist er in einer Sackgasse. Springt er dann, hat er den Patt überwunden. Springt er nicht, sondern entscheidet sich, nicht zu sterben, dann hat er die Sackgasse in Richtung aufs Überleben durchbrochen, mindestens für eien Zeitlang. (Gouldings sind mit solchen befristeten Lösungen, die gewöhnlich aus dem ER kommen, nicht zufrieden. Sie arbeiten darauf hin, dass sich das K-Ich neu entscheidet, sich weder jetzt, noch in Zukunft umzubringen.)

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Sackgasse 1°

= Konflikt zwischen EL-Ich (EL2)  und K-Ich (ER1) und geht auf die Antreiber zurück

Bsp. "Arbeite hart"

Der Vater sagt zum Sohn: "Jede Arbeit, die es wert ist, dass man sie macht, muss auch gut gemacht werden", "mach immer noch 10% mehr". Der kleine Junge will es dem Vater recht machen und möchte von ihm anerkannt werden; deshalb beschliesst der "kleine Professor" (ER1), hart zu arbeiten, um seinem Papa zu gefallen. Er arbeitet hart, bis er 55 ist, und es geht ihm - wenn auch ausserhalb seines bewussten Gewahrseins  noch immer darum, es den Eltern recht zu machen. Mit 55 beschliesst er, dass er etwas langsamer tun will, und nimmt sich in seinem ER-Ich vor, nur noch 8 Stunden täglich und fünf Tage in der Woche zu arbeiten sowie jedes Jahr einen Monat Urlaub zu machen. Er scheint, als habe er seine Sackgasse durchbrochen. Die Entscheidung seines denken ER-Ich ist jedoch normalwerweise nicht genug. Kaum tut er langsamer, da bekommt er Kopfschmerzen oder, falls er jetzt anfängt Golf zu spielen, ertappt er sich dabei, dass er an einem Tag gleich 36 Löcher spielt. Er geht angeln und ist schon im Morgengrauen im Yellowstonse-Park unterwegs. Anstattt zu entspannen, verbringt er den ganzen Tag damit, von einem Parksee zum aderen zu laufen, um mögichst alle Fische zu fangen. Noch immer hört er auf die alte elterliche Botschaft, den Antreiber "Hart arbeiten, Erfolg haben, die Arbeit gut machen". Weil er die Entscheidung nur vom Verstand her, aus der ER-Haltung getrofffen hat, und nicht als Neuentscheidung des frühen ER-Ich im K-Ich , stekt er immer noch in der Sackgasse.

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Sackgasse 2°

Konflikt zwischen EL-1 und ER-1 (Bann-Botschaft)

Der "kleine Professor" ER1 hat sich in Reaktion auf ein destruktives Grundgebot und nicht in Reaktion auf einen Antreiber entschieden. Der Vater hat zum Bsp. aus seiner EL-Haltung heraus die Botschaft gegeben: "Arbeite hart" (Sackgasse 1°) und aus seiner K-Haltung das destruktive Grundgebot "sei kein Kind".  Die Entscheidung kann dann gelautet haben: "Ich werde mich nie mehr wie ein Kind verhalten." Das trifft für viele Therapeuten zu, die die Gouldings ausbilden und behandeln. Sie arbeiten hart, nehmen sich wenig Zeit zum Spielen und wenn sie spielen, ist ihr Spiel nicht so spontan, frei und unbefangen wie das Spiel von Menschen, die ein solches destrukutives Grundgebot nicht akzeptiert haben. Diese Therapeuten opfern sogar ihren Urlaub, damit sie vier Wochen lang zum Lehrgang zu Gouldings können. Solche Menschen können aus der ER-Haltung heraus entscheiden, nicht schwer zu arbeiten und mehr zu spielen, aber das Spielen erhält den Charakter einer Programms und ist nicht frei. Die Lösung dieser Sackgasse aus dem frühen ER-Ich im K-Ich (ER1) und dem K-Ich der Eltern, das inzwischen Teil des frühen EL-Ich (EL1) wurde, ist sehr viel mehr gefühlsgeladen als die Lösung einer Sachgasse ersten Grades.

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Sackgasse 3°

Konflikt im K-Ich  "es war schon immer so" ER1 (angepasstes K) gegen ER1 (freies K)

Ist eine Patt Situation, in der sich der Patient "schon immer so" erlebt hat, wie er ist, unabhängig davon, wie dieses Erleben inhaltlich ausgeprägt ist. Ein depressiver Klient zum Beispiel, der erfolgreich eine Sackgasse zweiten Grades durcharbeitet und beschliesst, sich nicht umzubringen, kann und wird wahrscheinlich seine Depression aufgeben. Er kann sich aber immer noch als wertlos erleben und erklären, dass er sich schon immer wertlos gefühlt hat. Er erlebt seine Gefühle nicht als Ergebnis destruktiver erlterlicher Gebote und seiner Entscheidung, sich diesen anzupassen, sondern vielmehr als seine Natur. "Von Geburt an" war er schon so, erklärt er. Bei diesen Sackgassen dritten Grades wurden die destruktiven Grundgebote schon so früh und/oder so averbal vermittel, dass der Klient überhaupt nicht gewahr ist, dass sie je gegeben wurden. Deshalb reicht die Arbeit, wie sie bei einer Sackgasse zweiten Grades angemessen ist, zwischen dem Kind-Ich des Klienten und dem phantasierten Kind-Ich seiner ursprünglichen Eltern nicht aus, um an die Wurzeln des Konfliktes heranzukommen. Obwohl wir wissen, dass dem Klienten ein destruktives Grundgebot gegeben wurde und er eine Entscheidung traf, belbt dies seinem Erleben unzugänglich. Die entscheidende Arbeit muss deshalb zwischen den beiden Seiten seines kleinen Professors stattfinden - zwischen dem kleinen Professor , der sich angepasst hat, und dem kleinen Professor des freien Kind-Ich, der sich neue Seinseweisen einfallen lassen kann.

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Lösung Sackgasse 1°

Die Therapie muss dergestalt sein, dass der Patient eine Szene aus seiner Kindheit aufgreift und in dieser Szenee seinen Eltern (natürlich in der Phantasie) konfrontiert; er sieht Papa vor sich und sagt ihm, dass er nicht mehr so hart arbeiten wird. Gewöhnlich erinnert jemand eine reale Szene und erlebt die Gefühle, die er damals hatte im Jetzt wieder.

Die Sackgasse ersten Grades ist eine Reaktion auf die Antreiber. Das Kind enscheidet ursprünglich, dass es tun will, was die Eltern verlangen, etwas hart zu arbeiten. Und fühlt sich dabei möglicherweise auch wohl, solange es für die Arbeit Anerkennung bekommt und solange es die Arbeit nicht als Störfaktor erlebt, der ihn an der Erfüllung anderer Wünsche hindert. Wenn er das ändern möchte und weniger arbeiten will, dabei aber das Gefühl hat, nicht weiterzukommen, "zu einer Veränderung nicht in der Lage zu sein", dann steckt er in einer Sackgasse. Um dieses Patt zu durchbrechen, trifft das ER-Ich in seinem frühen Kind- Ich - der selbe kleine Professor, der die ursprüngliche Entscheidung, hart zu arbeiten, getroffen hatte - eine neue Entscheidung.

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Lösung Sackgasse 2°

Bei der Sackgasse 2° hat sich der kleine Professor in Reaktion auf ein destruktives Grundgebot und nicht in Reaktion auf einen Antreiber entschieden. Um zu einer erfolgreichen Lösung zu kommen, setzt sich der Klient der Erinnerung an seine realen Eltern aus, hört noch einmal, wie sie sprachen, und vergegenwärtigt sich, wie sie aussahen und fühlten. Oft liegt der Unterschied in der Intensität der Gefühle der Eltern, die bei der Durcharbeitung von Sackgassen ersten Grades nicht so stark ausgeprägt sein mag. Der Therapeut schafft eine Umgebung, in welcher der Klient intensiv dieselben Gefühle empfindet wie damals, als er die ursrüngliche Entscheidung traf. Der Klient muss in seiner Kind-Haltung sein und nicht inseiner ER-Haltung. Üblicherweise geschieht dies in der Wiederbelebung einer alten Szene, in welcher der Klient nicht nur den Ort und die beteiligeten Personen lebhaft wiedererlebt, sondern auch die Gefühle, die er un alle anderen ursprünglichen Spieler hatten.

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Sackgasse 3°

Die Arbeit, wie sie bei einer Sackgasse zweiten Grades angemessen ist, zwischen dem Kind-Ich des Klienten und dem phantasierten Kind-Ich seiner ursprünglichen Eltern reicht nicht aus, um an die Wurzeln des Konfliktes heranzukommen. Obwohl wir wissen, dass dem Klienten ein destruktives Grundgebot gegeben wurde und er eine Entscheidung traf, bleibt dies seinem Erleben unzugänglich. Die entscheidene Arbeit muss deshalb zwischen den beiden Seiten seines kleinen Professors stttfinden - zwischen dem kleinen Professor, der sich angepasst hat und dem kleinen Professor des freien Kind-Ich, der sich neue Seinsweisen einfallen lassen kann. Die Arbeit findet ausschliesslich zwischen den beiden Seiten des Kind-Ich statt, in einem Doppelmonolog zwischen dem aK und dem fK, nicht dagegen als Ich-du-Dialog, den man gewöhnlich in der Sackgassen-Arbeit ersten und zweiten Grdes anwendet. Der Klient muss beide Seiten einnehmen. "Ich bin das weibliche Ich" und auch "ich bin das männliche Ich", ebenso wie "Ich bin das Ich, das nie spielt" und "ich bin das spielerische Ich". Und er muss abwechselnd jede Seite sein, bis er die Kraft und Energie auf der Seite des freien, unbefangenne Kind-Ich erlebt. Wenn ein Mensch dies erlebt, wenn er bsp. erlebt, dass er etwas wert ist, dann erfährt und weiss er , wie faszinierend es ist, sich zu ändern. Es ist dies eine mächtige und bewegende Erfahrung; der Klient trifft eine Neuentscheidung, gibt einer ihm scheinbar lebenslang anhaftenden Eigenschaft auf undver erlebt seine Autonomie und Freiheit.