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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 29.06.2014 / 19.02.2018
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Voliton beschäftigt sich mit

bewusster, kognitiver Verhaltenssteuertung und -planung intendierter Handlungen.

Willensbegriff zentral!

(Warum lernt er, anstatt zu feiern? Weil er die Prüfung bestehen will. Welches psychologische System sorgt dafür, dass er nicht spontanen Impulsen nachgibt? Willenskraft!)

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Ebenen der Verhaltenssteuerung nach Goschke

  • Reflexe/Instinkte: Fest vorgegeben, starr
  • Motive: Reaktionsmodulation durch aktuelle Bedürfnisse
  • Assoziativlernen: Erfahrungsabhängig veränderte Reiz-Reaktionsschemata
  • Intentionalhandlung: Zielgerichtet, geplant, flexibel, reizunabhängig
  • Volition: Bedürfnisunabhängig, selbstreflektiv, selbstkontrollierend
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Äquifinalität

alternative Lösungsmöglichkeiten (im Alltag meistens so, z.B. Wandern gehen -> Wasserflasche einstecken oder Geld mitnehmen, da man an Lokalen vorbei kommt)

ABER: je mehr Möglichkeiten, desto wahrscheinlicher sind Konflikte

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Heterogene Prozesse der Volition nach Goschke

  1. Flexible Verhaltensdispositionen, die sich an die aktuell zu bewältigende Aufgabe orientieren
  2. Reizunabhängige Verhaltensauswahl (Orientierung mehr an interenen Zielvorstellungen und Regeln, damit Handlung zielführend)
  3. Fokussierung auf relevante Ziel- und Kotnextinfos
  4. Unterdrückung von Automatismen (falls sie im Widerspruch stehen)
  5. Unterdrückung von konkurrierenden motivaitonalen und emotionalen Impulsen (Selbstkontrollmechanismen benötigt)
  6. Handlungsplanung und Koordination multipler Ziele (da volitionale Ziele oft in Über- und Unterziele gegliedert)
  7. Monitoring als Überwachung (der eigenen Fehler
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Stabilitäts-Flexibilitäts-Dilemma

heterogene Prozesse (Goschke) laufen teilweise gegeneinander

-> Einerseits muss die Volition die Handlung auf Kurs halten, andererseits muss sie variabel genug sein, sich auf wechselnde Bedingungen einstellen zu können.

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Kontrolldilemmata

  • Bedürfnis-Antizipations-Dilemmata: inwieweit wird eine Verschlechterung der derzeitigen Bedürfnislage in Kauf genommen für eine Verbesserung der antizipierten Bedürfnislage (Schreibe ich Absatz fertig oder gehe ich essen?)
  • Persistenz(dauerhaftigkeit)-Flexibilitäts-Dilemma: Aufrechterhaltung und Abschirmung von Zielen (angefangenes Verhatlen wird beibehalten auch wenn die erwarteten Kosten der Alternative geringer wären = sunk cost fallacy)
  • Abschirmungs-Überwachungs-Dilemma: zielgerichtete Reizselektion, es läuft eine Hintergrundüberwachung, die filtert welche Reize relevant sind (Autolärm bei Lernen ausblenden, Rauchgeruch wahrnehmen)
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Studien zur Willensfreiheit

Ist der Gedanke wirklich Ursache der Handlung oder war es eine unbewusste Ursache der Handlung, die den Gedanken auslöst?
-> dann nur scheinbar kausaler Pfad zw. Wille und Handlung

Kausalitätsfrage begrenzt experimentalpsychologisch untersuchbar, berührt dabei aber wegen fehlender Sitautionsreproduzierbarkeit nicht das Kernproblem.

Experimente von:

  • Wegner und Wheatly 1999 (VPs bewegen Brett unter dem eine PC-Maus liegt -> VPs hielten sich nur für Bewegung verantwortlich, wenn Stimulus und Zielreiz kongruent und in enger Kontinuität waren)
  • Linser und Goschke 2007 (linke oder rechte Taste drücken nach Startsignal, roter oder gründer Kreis erschien zufällig, vorher wurde auf eine Richtung ein Prime gegeben)
  • Libet, Gleason, Wright und Perl 1983 (Ziffernblatt mit kreisendem Punkt, einmal pro Runde drücken)
    -> Bereitschaftspotential setzt schon vor bewusstem Handlungsimpuls ein (s. S. 50)

 

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Volitionstheorien

  • Klassische Willenspsychologie
    - Achs Theorie der determinierenden Tendenzen
  • Kognitionspsychologische Ansätze
    - Automatische vs. bewusste Prozesse
    - Schemata und Verarbeitungsarten
  • Volitionspsychologische Ansätze
    - Rubikomodell der Handlungsphasen
    - Handlungskontrolltheorie

s. Zusammenfassung S. 17 für nähere Ausführung