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Deutsch 1. Thema: Die Struktur der Geschichte; Was/Wie

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 Zur Autorin Anne-Laure Bondoux

 

Anne-Laure Bondoux wurde 1971 in Frankreich geboren. Heute lebt Sie in der Nähe von Paris mit Ihren zwei, fast erwachsenen Kindern. Seit Ihrem zehnten Lebensjahr schreibt Sie Geschichten und diese Leidenschaft hat Sie seither nicht mehr losgelassen. Nach dem Studium der Literaturwissenschaften begann Sie 1996 beim französischen Verlag Buyard als Lektorin zu arbeiten. Dort entdeckte Sie den Bereich der Kinder und Jugendliteratur und veröffentlichte ihre ersten Texte. Ihre Romane haben viele Preise gewonnen und wurden in 20 Sprachen übersetzt; ihr Roman „Die Zeit der Wunder“ wurde mit dem katholischen Kinder- und Jugendliteraturpreis und dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis ausgezeichnet und für den Deutschen Literaturpreis nominiert. „der Mörder weinte“ ist der zweite Jugendroman, 2014 veröffentlicht, auf Deutsch von Maja von Vogel übersetzt und bei Carlsen erschienen.

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Die Figuren

Übersicht

Es gibt drei Hauptfiguren 1. Paolo Poloverdo, 2. Angel Alegría, 3. Luis Segundo, die miteinander in Beziehung stehen.

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Die Figuren

Paolo Poloverdo 

Paolo lebt zusammen mit seinen Eltern im südlichsten, kalten und windigen Zipfel von Chile in einer ärmlichen Hütte. Sie ernähren sich von der Ziegenmilch, Hühnern und dem kargen Wurzelanbau. Er ist zu Beginn der Geschichte, ein Junge von etwa fünf, sechs Jahren, wahrscheinlich älter und hat schmutzige Fingernägel, abstehende Ohren, gelblich, trockene Haut und Zähne so weiß wie Salzkörner. Er verbringt seine Tage damit Schlangen zu jagen. Von den Dichtern, die vorbeikommen, wird er als Samenkorn auf felsigem Grund verglichen, dazu verdammt, niemals Blüten zu treiben. Er weiß nur seinen Namen Paolo Poloverdo, an seinen Geburtstag kann er sich nicht erinnern.

Als der bald fünfunddreißigjährige Mörder, Angel Alegría, auf der Flucht vor der Polizei, zur Hütte kommt, tötet er sofort Paolos Eltern mit seinem Messer. Paolo wird aus keinem besonderen Grund verschont, oder vielleicht weil er noch ein kleines Kind ist, gezwungen seine Eltern mit dem Mörder in einem Erdhügel neben der Hütte zu begraben und dann eine Suppe für ihn auf dem Feuer zu kochen. Beim gemeinsamen Mahl beschließt  Angel seine Flucht zu unterbrechen und mit Paolo in der Hütte zu bleiben. 

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Die Figuren

Angel Alegría 

Angel Alegría wird als Betrüger, Gauner und Mörder mit kleinen Augen, die tief in die Höhlen gedrückt und böse aussahen, beschrieben und von der Polizei von Talcahuano, Temuco und Porto Natales wegen Raub und Mord gesucht. Als kleiner Junge hatte er seinen Vater sterben gesehen, an seine Mutter kann er sich kaum noch erinnern. Schon früh hat er allein zurechtkommen müssen und sich den Gesetzen der Straße unterworfen. Er hat nie etwas anderes besessen als sein Messer und seine Körperkraft. Angel ist eine zwielichtige Gestalt und wird doch, zwar völlig ungeeignet, mit der Zeit zum Erzieher von Paolo. 

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Die Figuren

Luis Segundo 

Nach etwa einem Jahr des Zusammenlebens trifft die dritte Hauptfigur der dreißigjährige, reiche Luis Segundo aus Valparaíso auf die beiden Protagonisten. Von seiner Mutter nach der Geburt der drei restlichen Geschwister verlassen, wächst Luis unter der Kontrolle seines Vaters einem Weinhändler auf. Nach und nach verlassen seine Schwestern noch jung das Elternhaus, verheiratet in Europa, sein Bruder will Schauspieler in Hollywood werden. Luis verlässt seinen Vater mit seinem Erbteil, um woanders Wurzeln zu schlagen. Gemäß dem Motto seiner spanischen Vorfahren, welche auf alle fünf Erdteile verteilt gelebt hatten, beschließt Luis eine Weltreise zu machen. Seinen Freunden verspricht er Karten und Briefe aus aller Welt zu schreiben und landet doch als erstes an dem Ort, dem „Ende der Welt“ im Süden Chiles.

Luis wird von Angel verschont, weil Paolo plötzlich Angel als seinen Vater bezeichnet und weil Angel die gefasste Zuneigung zu Paolo nicht aufs Spiel setzten will. So leben alle drei mehr oder weniger gezwungenermaßen Jahre zusammen bis die Armut und der Tod der Tiere sie zwingt zum nächsten Ort zu ziehen, um von Luis Geld Tiere einzukaufen.

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Die Figuren

Weitere Figuren

-       Die Eltern von Paolo

 

-       Der verletzte Fuchs, der Paolo von Angel mitgebracht wird, den er aufzieht, um ihn am Ende zu töten

 

-       Der Bergsteiger mit dem Esel auf dem Weg nach Punta Arenas zum Viehmarkt, der von Angel ausgeraubt wird

 

-       Der Bauer mit dem Pferd auf dem Weg nach Punta Arenas zum Viehmarkt, der von Angel ausgeraubt wird

 

-       Die Bankangestellte in Punta Arenas, die Paolo das gelbe Glücksbonbon gibt

 

-       Délia, die Tochter des Wirts bzw. der Unterkunft in Punta Arenas, die das Fahndungsbild von Angel zeichnet, Paolo ein Bild schenkt und mit Luis auf Weltreise geht. Sie ist der Wendepunkt der Geschichte: ein Symbol für die Mutter, das Weibliche was allen 3 Hauptpersonen fehlt.

 

-       Ricardo Murga, der Fünfundsiebzigjährige Baumfäller, der Paolo und Angel bei ihrer Flucht aufnimmt und Paolo eine Schallplatte von Bach schenkt

 

-       Die Polizei, die Ricardo aus Versehen erschießen, Paolo aufgreifen und in Obhut nach Puerto Natales bringen, die Angel festnehmen und ins Gefängnis nach Puerto Natales bringen

 

-       Die Wärter im Gefängnis von Puerto Natales

 

-       Die Familie, die Paolo aufnehmen

 

-       Terusa, die Briefträgerin am „Ende der Welt“, die jahrelang die Briefe von Luis ins Haus von Paolo bringt und später seine Frau wird 

 

-       Angelina, die Tochter von Paolo und Terusa

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Raum

Übersicht

Räume stellen eine wichtige Instanz in Geschichten dar. In Ihnen handeln, reagieren und bewegen sich Figuren. Ein Raum kann Vertrautheit, aber auch Angst, Fremdheit und Grauen erzeugen. Er kann, muss aber nicht, die Handlung beeinflussen.

 

Es gibt drei verschiedene Räume, die beachtet werden müssen:

-       der Anschauungsraum (sehen) - Wahrnehmung des Raums in bestimmten Situationen

-       der atmosphärische Raum (fühlen) - verarbeitet erste Eindrücke, nimmt Stimmungen wahr

-       der Aktionsraum (handeln) - durch erfahrene Stimmung und Bewertung angeregt handeln

 

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Raum

Beispiel-->Sehen

1) Der Süden Chiles, das Haus der Poloverdos, Paolo, der Mörder, die Mutter

das Ende der Welt/ diese Gegend war rau, trostlos und vom Wind gepeitscht, dass selbst die Steine zu leiden schienen/ ein kleines Haus mit grauen Mauern/ er war wie die Tiere der Gegend, ständig durstig, instinktiv und gierig/ er war wie ein allererstes Raunen, ein leises Raunen der Menschheit/ seine Augen waren brutal und böse/ die Frau zitterte noch heftiger als sonst